Landesbischof Ulrich: „Als Kirchen in Europa müssen wir Räume für Freiheit bieten“

Nordkirche gratuliert zum 100. Geburtstag der lutherischen Partnerkirche in Estland

26. Mai 2017 von Claudia Ebeling

Tartu/Schwerin. Zum 100. Geburtstag der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche am Sonnabend (27. Mai) hat Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), der Partnerkirche seine Gratulation und herzliche Segenswünsche übermittelt. In einem Grußwort an Erzbischof Urmas Viilma hob Ulrich zugleich die gemeinsame Aufgabe der Kirchen hervor, die Menschen zur freien und verantwortungsbewussten Ausübung ihres Glaubens zu ermutigen: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten in der Welt und in Europa ist es nötig, dass wir als Kirchen gemeinsam Räume für diese Freiheit bieten, zu der Christus uns frei gemacht hat.“ Ulrich weiter: „Es ist gut und wichtig, dass die Kirchen für Frieden und Freiheit beten und arbeiten, dass sie Brücken und keine neuen Mauern bauen.“

Die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche begeht den 100. Geburtstag ihrer Kirche mit einem großen Kongress, zu dem mehr als 500 Teilnehmende erwartet werden. 1917 fand der erste Estnische Kirchenkongress mit zahlreichen Repräsentanten aller Gemeinden statt. Der Kongress beschloss, die Evangelisch-Lutherische Kirche als freie Volkskirche neu zu organisieren.

Estnische Kirche seit 1917 selbstständig

Die Reformation erreichte Estland bereits im 16. Jahrhundert. Martin Luther wandte sich 1523 mit einem Sendschreiben an die „auserwählten lieben Freunde Gottes, alle Christen zu Riga, Reval und Dorpat in Livland, meine lieben Herren und Brüder in Christo“. Noch im Verlauf des Jahrhunderts der Reformation war die Mehrheit der estnischen Bevölkerung lutherisch. Doch im Russischen Zarenreich war die lutherische Kirche bis 1917 lediglich eine tolerierte Konfession, die von St. Petersburg aus verwaltet wurde. Erst 1917 wurde die Estnische Kirche selbstständig, ein Jahr vor der staatlichen Unabhängigkeit.

Die Partnerschaft mit der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche – wie auch mit den lutherischen Kirchen in Lettland und Litauen – hat die frühere Nordelbische Kirche bei der Fusion 2012 mit in die heutige Nordkirche eingebracht. Sie geht auf eine Anregung des Lutherischen Weltbundes und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) Ende der 1970er-Jahre zurück. 1989 reiste schließlich erstmals eine offizielle nordelbische Delegation nach Rīga, Vilnius und Tallinn.

Nur noch 10 Prozent der estnischen Bevölkerung Mitglied der lutherischen Kirche

„Christen können ihren Glauben heute frei leben, Kirchen und Strukturen wurden wieder aufgebaut. Doch auch in Estland ist die Säkularisierung groß, nur noch 10 Prozent der Menschen sind heute Mitglied der lutherischen Kirche“, berichtet Christa Hunzinger, Europareferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, die die Beziehungen auch zu den baltischen Partnerkirchen koordiniert und betreut.

Zur estnischen Kirche gibt es über 30 Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden und Kirchenkreisen. Darüber hinaus existieren Städtepartnerschaften auf kommunaler Ebene, die mit der kirchlichen Partnerschaft zusammenarbeiten, zum Beispiel in Rendsburg, Preetz und Norderstedt.

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