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Nordkirche bildet theologischen Nachwuchs aus:

Sechs Vikarinnen und acht Vikare im Ratzeburger Dom berufen

03.01.2013 | Ratzeburg. In Burg, Meldorf, Schenefeld, Uetersen und in neun weiteren Orten im Nordwesten von Hamburg können sich die Kirchengemeinden über frische Gesichter in nagelneuen Talaren freuen und über Predigten, die von experimenteller Neugier geprägt sind.

Die neuen Vikare der Nordkirche mit Regionalmentor Dr. Friedrich Brandi (l.), dem Rektor des Predigerseminars Paul Philipps (2.v.r.) und Oberkirchenrat Dr. Matthias de Boor (r.)

Denn mit Jahresbeginn startete der zweite Vorbereitungskurs der Nordkirche für künftige Gemeindeseelsorger.

Die sechs Vikarinnen und acht Vikare bekamen in einem Gottesdienst im Ratzeburger Dom am Mittwoch (2. Januar) ihre Berufungsurkunden überreicht und dürfen damit im Zuge ihrer Ausbildung von der Kanzel predigen und das Sakrament der Taufe und des Abendmahls verwalten. Der für die Theologische Ausbildung und Prüfungen zuständige Oberkirchenrat, Dr. Matthias de Boor, sagte, dass der Kurs zusätzlich eingerichtet worden sei, „um gleich zu Beginn der Nordkirche mit einer einmaligen Erhöhung mehr Ausbildungsplätze anbieten zu können. Es ist der zweite nordkirchenweite Kurs, nachdem im September 2012 eine Ausbildungsgruppe in Gemeinden von Hamburg bis Stralsund startete“. Denn jährlich möchte die Nordkirche derzeit 30 Absolventen für eine der mehr als 1000 Kirchengemeinden zwischen Flensburg und der Insel Usedom in den Pfarrdienst übernehmen.

Praxiserfahrungen werden reflektiert

„Bereits im September beginnt der nächste Ausbildungskurs“, blickt Paul Philipps, Rektor des Predigerseminars in Ratzeburg, voraus. Sein Team aus neun theologischen und pädagogischen Mitarbeitenden betreut in den derzeit laufenden Kursen insgesamt 60 Vikarinnen und Vikare. Der neuen Vikarsgruppe, die ebenso 29 Monate lang in ihren Kirchengemeinden und im Predigerseminar für die unterschiedlichen Handlungsfelder des Pfarramts ausgebildet wird, stehen darüber hinaus Dr. Friedrich Brandi als Regionalmentor und Pastor Jan Simonsen als Studienleiter zur Seite.

Bei einem Vortreffen im Vorjahr konnte sich die neue Vikarsgruppe schon beschnuppern. „Ich denke, wir sind eine gute Gemeinschaft, und freue mich mit den anderen, gemeinsam die kommende Zeit zu erleben und auf Suche zu gehen“, so der aus dem pommerschen Kirchenkreis stammende Arnold Pett, der in Greifswald evangelische Theologie studierte. Sein Vikarskollege Christian Brodwowski konnte die Nordkirche bereits biografisch kennenlernen: „Ich bin in Hamburg geboren, in Neustadt in Holstein aufgewachsen und habe in Greifswald studiert.“ Eine Außensicht will Bettina Frisch in den Kurs einbringen. Sie ist Gastvikarin und kommt aus der bayerischen Landeskirche. „Der Norden hat es mir angetan, auch meine Familie wohnt hier inzwischen“, so die  junge Frau, die sich vorstellen kann, eines Tages als Pastorin in Mecklenburg tätig zu sein.

Gleich zu Beginn geht es in die Schule

Doch bis es soweit ist, sieht das Ausbildungscurriculum erst einmal eine Einführungsphase vor, in der sich die Teilnehmer intensiver kennenlernen und die Arbeitsweisen und Abläufe des Vikariats gründlich erläutert werden. Daran schließt sich als erste Praxisphase das Schulvikariat an, mit der anspruchsvollen Aufgabe, Religionsunterricht an allgemein bildenden Schulen zu erteilen. Während des Vikariats finden mehrwöchige Kurse im Predigerseminar statt, in denen die praktische Arbeit in der Kirchengemeinde reflektiert wird und neue Ansätze erprobt werden. Den Abschluss der Pastorenausbildung bildet eine Prüfung, das zweite theologische Examen.