Haupt- und Ehrenamtliche: Gemeinsam im Dienst

Als Kirchengemeinderat arbeiten Sie in einer Dienstgemeinschaft von hauptamtlich und ehrenamtlich Engagierten. Die Verfassung der Nordkirche spricht sowohl von haupt- und ehrenamtlichen wie von beruflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden. Beruflich arbeitet mit, wer zur Nordkirche in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis steht. Der Begriff beruflich wirkt womöglich ungewohnt, nimmt aber ernst, dass nicht zwischen Haupt- und anderem unterschieden wird, sondern dass es sich bei Beruflichen um eine eigene Form der Mitarbeit handelt. Dabei sind mit Beruflichen Pastorinnen und Pastoren ebenso gemeint wie andere kirchliche und diakonische Berufe.

Inhalte

Verschiedene Modelle der Zusammenarbeit

Gabenorientierung und Fähigkeiten im Blick

Beteiligungskultur klar beschreiben

Hilfreiche Fragen für den Weg

Engagementkultur braucht klare Notfallpläne

Engagementbedingungen der Gemeinde bewusst verbessern

Verschiedene Modelle der Zusammenarbeit

Eine solche Zusammenarbeit kann verschiedenen Modellen folgen. Sie bewegen sich zwischen „Hauptamtliche schaffen einen verlässlichen Rahmen für Ehrenamtliche“, „Hauptamtliche arbeiten mit Ehrenamtlichen partnerschaftlich zusammen“, „Hauptamtliche erhalten von Ehrenamtlichen fertige Ergebnisse zum Weitergeben“ und „Ehrenamtliche organisieren eigenständig abgestimmte Prozesse und ziehen Hauptamtliche zur Beratung hinzu.“

Die Kirchengemeindeordnung ermöglicht alle diese Formen. Gerade bei gemeinsamer Leitung gilt es, die verschiedenen Gaben der Mitarbeitenden zu nutzen und Verantwortung gemeinsam zu tragen. Dabei hat der Vorsitzende im Kirchengemeinderat die Letztverantwortung – das kann ein hauptamtlicher oder ein ehrenamtlich Engagierter sein. Es ist nicht selbstverständlich Pastor oder Pastorin.

Gabenorientierung und Fähigkeiten im Blick

Auf je mehr Schultern die Verantwortung verteilt ist, desto genauer muss man über Aufgaben und Verfahrensstrukturen sprechen. Es ist eine Herausforderung, die Beteiligung aller so zu ermöglichen, dass sie als angemessen erlebt wird. Wie organisieren Sie Informationsflüsse? Wie viel im Voraus braucht wer zum Weiterarbeiten welche Information? Wie gelingt es, ein Team zu bilden, in dem Aufgaben nicht nur nach Tätigkeiten wie „Protokoll schreiben“ oder „Andacht feiern“ verteilt werden, sondern auch die Gaben in den Blick kommen, z. B. eine kritische Stimme, ein kommunikatives Talent oder ein systematischer Blick? Jedes Mitglied im Kirchengemeinderat bringt eine besondere Herangehensweise in die Arbeit mit ein. Nutzen Sie diese Besonderheiten und machen Sie sich bewusst, welche Ihre eigenen sind.

Beteiligungskultur klar beschreiben

Die Erfahrung zeigt, dass jedes Mitglied eine eigene Vorstellung von dem hat, was Hauptamtliche tun müssen und dürfen und Ehrenamtliche tun können und dürfen. Nicht selten ergeben sich aus diesen Vorstellungen Erwartungen, die die Zusammenarbeit erschweren und zu Konflikten führen. Sprechen Sie daher möglichst früh offen an, welche Erwartungen Sie aneinander haben.

Verschiedene Modelle der Zusammenarbeit beeinflussen Ihr Miteinander. Diese können bewusst gewählt werden oder einfach entstehen. Nicht selten sind sie über Jahre gewachsen und haben eine gewisse Tradition. Häufig legen die mitunter unbewusst gewählten Modelle der Zusammenarbeit Rollen für Haupt- oder Ehrenamtliche fest. Sprechen Sie über diese Rollen und Modelle und überlegen Sie, ob es Veränderung braucht. Konflikte entstehen häufig, wenn Zuständigkeiten für bestimmte Aufgaben im Rahmen der Zusammenarbeit nicht offen geklärt sind. Nutzen Sie dabei die Vielfalt der Engagierten und deren Energie!

 

Hilfreiche Fragen für den Weg

Welche Gaben helfen bei der erfolgreichen Arbeit?

Wie viel Verbindlichkeit ist nötig?

Was erwarten wir von hauptamtlich Tätigen?

Was erwarten wir von ehrenamtlich Mitarbeitenden?

Warum unterscheiden wir das? Mit welchen Konsequenzen?

Wofür setzen wir uns in der Kultur unserer Zusammenarbeit ein?

 

Engagementkultur braucht klare Notfallpläne

Im Blick auf die Antworten können Sie gemeinsam festlegen, welche Rollen und Aufgabenpakete für die Begabungen in Ihrem Kreis und die Anforderungen Ihrer Kirchengemeinde passen und wie Sie sie miteinander verbindlich festhalten können. So kann eine Arbeitsatmosphäre entstehen, in der sich alle gewinnbringend in die Gemeinschaftsverantwortung einbringen. Diese Atmosphäre können Sie als Kirchengemeinderat auch auf weitere Kreise der Mitarbeit übertragen.

Finden Sie ein verbindliches Arbeiten miteinander, das auch einen gemeinsam beschlossenen Plan für Notfälle vorsieht. Versuchen Sie, Ihr Miteinander so zu organisieren, dass es keinen Unterschied macht, ob kurzfristig ein ehrenamtliche oder eine berufliche Kraft ausfällt. Häufig treten Herausforderungen in der ehrenamtlichen Tätigkeit und in der Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen dort auf, wo die Struktur nicht geeignet für das Miteinander erscheint. Beispielsweise bei der Frage, welche Uhrzeit für Ehrenamtliche und für Hauptamtliche gleichermaßen geeignet ist. Es gibt nicht die eine günstige Zeit für ehrenamtlich Engagierte.

Engagementbedingungen der Gemeinde bewusst verbessern

Wie schaffen Sie es, für Haupt- und Ehrenamtliche gleichermaßen engagementfreundlich zu sein? Versuchen Sie, an einer Kultur der Engagementfreundlichkeit für alle zu bauen. Vereinbaren Sie, wie Sie miteinander arbeiten wollen, sodass Sie diese Arbeitsgrundlage neu Hinzukommenden, zum Beispiel bei Nachberufungen, weitergeben können.
Als Kirchengemeinderat sind Sie auch verantwortlich für die Vielfalt ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierter. Hinweise, wie Sie sowohl Ihre Arbeit als Gemeindeleitung als auch die Arbeit der in Ihrer Gemeinde engagiert Tätigen fördern können, erhalten Sie hier. Dort haben Sie auch die Möglichkeit, sich für einen Newsletter einzutragen, der drei bis vier Mal im Jahr erscheint.

Für weitere Informationen, Beratung, Impulse und Austausch wenden Sie sich gern an Dr. Kristin Junga in der Fachstelle Ehrenamts- und Engagementförderung in der Nordkirche oder an die Fachberatungen für Ehrenamtsförderung in Ihren Einrichtungen oder Kirchenkreisen.

 

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