Konfi-Zeit gestalten: Ein religiöser Bildungsprozess

Derzeit lassen sich etwa 14.000 bis 15.000 junge Menschen im Jahr in der Nordkirche konfirmieren. Die Konfi-Zeit ist nach wie vor eine der intensivsten Phasen, in der die jungen Menschen sich in den Kirchengemeinden erleben. Wie sie diese Zeit erleben und bewerten hat daher maßgebliche Auswirkungen auf ihren Eindruck von Glauben und Kirche, ob Gott für ihr persönliches Leben wichtig ist oder wird; ob sie der organisatorischen Kirche später den Rücken kehren; ob sie ihnen (weiterhin) Heimat bietet, die sie aktiv mitgestalten möchten.

Inhalte

Welches Modell passt zu uns?

Wenn dein Kind dich morgen fragt… (Dtn 6,20)

Pädagogische Hinweise

Welches Modell passt vor Ort?

Werbung für die Konfi-Zeit

Unterstützung

Welches Modell passt zu uns?

Die Arbeit mit Konfirmand:innen ist Aufgabe der Kirchengemeinde und wird verantwortet vom Kirchengemeinderat. Der Kirchengemeinderat beschließt die Rahmenbedingungen, das Modell und das „Wie“ der Gestaltung der Konfi-Zeit. Um diese Aufgabe sinnvoll wahrzunehmen, wird über das Modell unter Einbeziehung der verantwortlichen Hauptamtlichen (Pastor:innen, Jugendmitarbeitenden) und möglichst der ehrenamtlichen Teamer:innen und Konfirmand:innen selbst entschieden.
Schließich werden junge Menschen nur ein Angebot wahrnehmen, das ihnen einleuchtet und attraktiv erscheint, kurz: das ihnen etwas bringt.

Die Ausführungen beziehen sich auf die Langzeitstudie Konfirmandenarbeit, in der 10.000 Konfis und 1500 Mitarbeitende qualitativ und quantitativ befragt wurden. Diese Studie wurde ausgewertet in 12 Bänden. Die Angaben in diesem Artikel berufen sich neben vielfältiger Erfahrung auf Henrik Simojoki u.a., Zukunftsfähige Konfirmandenarbeit, Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten, Band 12, und Wolfgang Ilg u.a., jung – evangelisch – engagiert, Langzeiteffekte der Konfirmandenarbeit und Übergang ins ehrenamtliche Engagement, Konfirmandenarbeit erforschen und gestalten, Band 11))

Wenn dein Kind dich morgen fragt… (Dtn 6,20)

Die Erwachsenen werden in der Bibel immer wieder aufgefordert, in die aktuelle Lebenssituation hinein die Befreiungsgeschichte Gottes plausibel zu machen. Die Texte der Bibel lassen sich verstehen als die Geschichten von Menschen, die in ihrem Leben immer wieder mit Gott ringen und Segen erfahren, glauben und Glauben neu suchen. Deshalb gilt es in der Konfi-Zeit, eine solche Suche, das Ausprobieren und Erleben immer wieder neu möglich zu machen, damit die jungen Menschen ihren eigenen Glauben (weiter)entwickeln können. Dazu werden die Fragen, die Lebenswirklichkeit und die Entwicklungsphasen der Konfis als Ausgangspunkt für die Entfaltung der Inhalte genommen. Die Geschichten der Bibel, die Feste und Traditionen, die Andachten und Gottesdienste werden so aufbereitet und angeboten, dass Konfis die Möglichkeit bekommen, sie zu erforschen und sich anzueignen. Dazu gibt es tolle erprobte Materialien und Methoden. Gerne können Workshops dazu in der Region organisiert werden.

Pädagogische Hinweise

Bevor es direkt um eine Entscheidung für ein Modell oder Überprüfung des Modells vor Ort geht, zuerst einige Hinweise, die die Attraktivität der Konfi-Zeit maßgeblich fördern:

  • Den ganzen Menschen umfassende Bildung, erlebnisintensives Arbeiten und Aneignungsdidaktik brauchen Zeit, sowohl für die Vorbereitung als auch in der Durchführung. Unabhängig vom Modell vor Ort ist es pädagogisch sinnvoll, die Treffen durch Freizeiten / Camps / Fahrten, Pilgertouren, Churchnights, Festivals etc. zu ergänzen.
  • Junge Menschen brauchen junge Menschen. Wenn sich vor Ort (sehr) wenige Konfirmand:innen anmelden, kann über verschiedene Möglichkeiten eine Lösung gesucht werden, wie die jungen Menschen (zumindest zwischendurch) in den Genuss größerer Gruppen kommen.
  • Junge Menschen brauchen Andachten und Gottesdienste in jugendgemäßer Form zur (Weiter-)Entwicklung ihrer eigenen Spiritualität. Ihre Themen, Songs, Fragen, Wünsche nach Partizipation sind andere als die der Erwachsenen. Ihnen diese zur Verfügung zu stellen und mit ihnen zu entwickeln ist für sie unbedingt notwendig.
  • Jugendliche Teamer:innen steigern wesentlich die Attraktivität der Konfi-Zeit und bilden einen Übergang zur Jugendarbeit. Diese auszubilden und zu fördern, in die Gestaltung einzubeziehen und auf ihre Anregungen einzugehen lohnt sich langfristig für alle Beteiligten. Auch für den Aufbau dieser Arbeit und die Ausbildung der Teamer:innen gibt es gute Unterstützungen.
  • Die Gestaltung der Konfi-Zeit braucht Zeit auch von der hauptamtlichen Seite. Inmitten der gemeindlichen Aufgabenverdichtung bietet es sich an zu überlegen, wie Synergien mit anderen Gemeinden, Einrichtungen, Mitarbeitenden geschaffen werden können, damit alle fröhlich und gesund bleiben.

Welches Modell passt vor Ort?

Je nach Flächengröße der Gemeinde beziehungsweise Region, personeller Ausstattung, Möglichkeit der Teamer:innen, Räumen, Finanzen, Demografie, Arbeit der Schulen, möglichen Zeitfenstern, aktuellen politischen Geschehnissen und anderem bieten sich unterschiedliche Modelle für die Konfi-Zeit an.

Alle Modelle werden ergänzt durch Projekte, Praktika, Ausflüge, Touren, Übernachtungen, Festivals oder Ähnliches. Das braucht niemand allein auf die Beine stellen: Die Kirchenkreis-Jugendwerke bieten regional und überregional viele tolle Angebote. Im Zusammenschluss mit Kolleg:innen und Mitarbeitenden wird Kraft und Kreativität frei gesetzt. Und: Es gibt Fortbildung und Beratung von der Beauftragten der Nordkirche für die Konfi-Arbeit.

Grundsätzlich lassen sich vom zeitlichen Umfang unterscheiden

  • Einjahres- beziehungsweise Zweijahres-Modelle.
  • Ein- oder Zweiphasen-Modelle. Einphasenmodelle beziehen sich auf die klassische Altersspanne von zwölf- bis vierzehn, die Zweiphasenmodelle bieten eine Phase im Grundschulalter und eine Phase im frühen Jugendalter an.

Und von der Ausgestaltung her

  • KonfiCamp-Modelle (längere Freizeiten in den Ferien), die ergänzt werden durch weitere Konfi-Tage oder -Einheiten.
  • Monatliche Konfi-Tage, die jeweils mehrere Stunden dauern.
  • Wöchentliche oder zweiwöchentliche Konfi-Einheiten nach der Schule. Auch hier sollten die Einheiten ausreichend Zeit für Methodenvielfalt und attraktive Settings bieten.
  • schulkooperative Modelle.

Vom zeitlichen Aufwand her sind alle Modelle ähnlich. Alle bieten unterschiedliche Vorteile und Möglichkeiten, die auf die Situation vor Ort abgestimmt werden können.

Werbung für die Konfi-Zeit

Im Sinn eines Angebots der religiösen Bildung, die wichtige Fragen junger Menschen zum Inhalt hat, reicht es nicht mehr aus, nur diejenigen über die Anmeldung zu informieren, die in unseren Datenbanken erfasst sind. Hier ein paar ergänzende Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Flyer und Plakate können so gestaltet werden, dass sie in Läden, Vereinen, Wartezimmern, Bürgerhäusern, also im gesamten Ort, Dorf, Stadtteil ausgelegt und ausgehängt werden.
  • Texte werden kurz gehalten und durch Bilder, die die Atmosphäre der Konfi-Zeit vermitteln, ergänzt. Die Inhalte der Texte orientieren sich am Gemeinschaftserleben, an Fragen nach Gott und dem Sinn des Lebens, am Spaß haben… Um zu überprüfen, ob die Texte verständlich und gelungen sind, können Konfis und Teamer:innen gefragt werden.
  • Ein schickes Banner „Anmeldung zur Konfi-Zeit“ kann am Kirchturm oder Gemeindehaus die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erhaschen. Wenn möglich, kann die Werbung in der Region aufeinander abgestimmt werden, damit ein hoher Wiedererkennungswert entsteht.
  • Die örtliche (Wochen-)Zeitung dafür werben, dass sie Artikel mit Interviews von Konfis und Teamer:innen veröffentlicht.
  • Auf der Homepage sollte man schon auf der Startseite deutlich machen, wo man klicken muss, um alle Infos zur Konfi-Zeit zu erhalten. Dort können Anmeldeformulare, Zeiten, ein Filmclip von Aktionen aus der Konfi-Zeit eingestellt werden.
  • Wer Social Media nutzt, kann auch dort Bilder, Clips, Infos und Anmeldezeiträume verbreiten.
  • Zeitungen, Wochenblätter, Internet können über das Jahr genutzt werden, um ein tolles Image der Konfi-Zeit vor Ort aufzubauen.
  • Viele Gemeinden haben sehr erfolgreich Besuche bei den Familien gemacht, die in den Datenbanken der Gemeinde erfasst sind. Das ist zeitintensiv, aber fürsorglich.

Unterstützung

Wow. Ja, es gibt viele Möglichkeiten, die jungen Menschen anzusprechen und zu begeistern. Und ja: es lohnt sich. Die investierte Zeit in die jungen Menschen gibt viel Kraft zurück.

Für Fortbildungen, regionale Schulungen, Beratungen zu Einzelthemen (wie Inklusion, Training für und Aufbau von Jugendgottesdiensten, Begleitung zu einem neuen Konfi-Modell, Coaching für aktuelle Methoden sprechen Sie gern mit der Beauftragten für Konfi-Arbeit der Nordkirche: Irmela Redhead

Mehr Informationen zur Konfi-Zeit finden Sie hier.

 

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