29. Mai 2014 - Suhl (Thüringen)

29. Mai 2014 - Bibelarbeit im Rahmen der Jahreskonferenz des Internationalen Gideonbund in Deutschland e.V.: „…so sende ich euch…“

29. Mai 2014 von Hans-Jürgen Abromeit

Joh. 20,19-23

Was war das für ein aufregender Tag! Am Morgen noch war alles dunkel gewesen und auch so traurig. Jesus war tot. Doch dann brach sich die Sonne ihre Bahn. Es kamen Dinge ans Licht, die niemand für möglich gehalten hatte. Nach den Feiertagen des Pessah begann das bunte Treiben auf den Straßen wieder. Und die Luft füllte sich mit Dunst und Staub. Am Abend waren alle verwirrter als am Morgen. Zuerst war Maria von Magdala am Grab gewesen. Doch Jesus war nicht da. Dann liefen Petrus und Johannes zum Grab. Doch der Leichnam blieb verschwunden. Und schließlich berichtete Maria, Jesus sei ihr persönlich begegnet und habe mit ihr gesprochen. Was hatte das zu bedeuten? Der Tag war irgendwie vergangen. Abends trafen sich die Jünger. Alle hatten Angst. Denn immerhin war es gerade drei Tage her, dass man Jesus ans Kreuz genagelt hatte. Man hatte nach den Jüngern geforscht. Waren sie in Gefahr? Wie sollte es bloß weitergehen? Vorsicht war das Gebot der Stunde. Also hatten sie die Tür verrammelt, damit sie nur keiner überraschte.

Und dann geschah es. Plötzlich war Jesus da. Einfach so steht er da. Alle Türen waren zu, ganz sicher. Sie hatten extra einen abgestellt, der an der Tür Wache hielt. Doch Jesus ist einfach da. „Friede sei mit euch!“, grüßt er sie, wie eigentlich jeden Tag, wenn sie sich trafen. Aber keiner brachte es fertig, den Gruß zu erwidern. Die Angst war einfach zu groß. Langsam wurde es draußen kühler und Staub und Dunst des Tages legten sich wieder. Und die Jünger waren allein mit Jesus. Johannes, Petrus und die anderen. Nichts störte mehr. Jesus war da und langsam wich die Furcht von ihnen. Und endlich war Zeit, miteinander zu reden. Richtig viel Zeit. Jesus zeigte ihnen seine Hände und seine Seite, wo er verletzt war. Alles war noch ganz frisch, aber es heilte wieder. Und sie erzählten Jesus, was passiert war. Und geduldig hörte er zu. Und er beantwortete ihre Fragen. Und dann kam die Freude zurück. Sie begannen zu verstehen oder zumindest zu ahnen, was geschehen war. Und das machte sie glücklich.

Jesus spürte die Veränderung. Und dann war der Zeitpunkt gekommen. Wieder sagte er „Friede, sei mit euch.“ Und alle wussten: Ja, jetzt ist der Friede da, in diesem Raum mit Jesus, auch wenn draußen vor der Tür das Chaos herrscht. Doch dann fügte Jesus hinzu: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ Er blies sie an und sagte: „Nehmt hin den Heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Die Sache mit Jesus war nicht vorbei. Sie ging weiter. Inzwischen war die Nacht gekommen. In der klaren Luft der Nacht begann der Morgenstern zu leuchten und kündete den neuen Tag an.

 

 

Erläuterungen

Drei kleine Szenen schildert dieser kurze Bibelabschnitt aus Joh. 20,19-23. In der ersten Szene (1) sind die Jünger voller Furcht. In der zweiten Szene (2) wandelt Jesus die Furcht in Freude und sendet die Jünger erneut aus. Und in der dritten Szene (3) gibt Jesus den Jüngern Vollmacht.

Schauen wir noch einmal in diese drei Szenen hinein.

(1) Die Situation am Abend des Ostertages ist durch Ungewissheit, Angst und Furcht geprägt. Die Jünger wissen noch nicht so richtig einzuordnen, was passiert ist. Wie sind die Berichte vom leeren Grab zu verstehen? Was hat Maria von Magdala tatsächlich erlebt? Die Jünger haben ihre persönliche Ostererfahrung erst noch vor sich.

In diese Situation tritt Jesus hinein. Er grüßt sie dabei mit einer damals ganz üblichen Grußformel. "Friede sei mit euch“. Noch heute ist dies im Nahen Osten ein üblicher Gruß. Jesus knüpft damit an die gemeinsame Zeit vor Ostern an. Er macht damit deutlich, dass sich zwar vieles verändert hat, aber nicht alles. Man könnte fast sagen. Jesus bringt damit ein Stück Normalität wieder.

Doch darin geht der Friedensgruß Jesu nicht auf. Denn trotz des Grußes ist es ja gerade der Frieden, der den Jüngern fehlt. In der anschließenden Begegnung stellt sich dann der Friede Jesu ein. Es ist ein umfassender Friede. Er betrifft die ganze Existenz der Jünger, alle Beziehungen, in denen sie leben. Ihr Denken, Fühlen und Handeln wird davon geprägt. Der Friedensgruß Jesu zeigt an, dass sich jetzt erfüllt, was Jesus seinen Jüngern vorher angekündigt hatte. In den Abschiedsreden Jesu, einer johanneischen Besonderheit, heißt es: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ (Joh. 14,27) „Den Frieden lasse ich euch“, dass ist der alltägliche Friede, den man sich im Friedensgruß wünscht, wenn man sich auf der Straße, in Geschäften oder wo auch immer trifft. Wenn unser ganz menschlicher Alltag durch Frieden geprägt ist, dann ist das schon viel wert. Wieviel Streit und Unfrieden begegnet uns jeden Tag: zwischen Eheleuten, Eltern und Kindern, Nachbarn. Täglich sehen und hören wir in den Medien von fast nichts anderem als von Auseinandersetzungen, Kampf und Krieg. Sozialpartner, Arbeitgeber und Gewerkschaften giften sich an. Viel schlimmer noch: In der Ukraine bringen sich Separatisten und Patrioten gegenseitig um. In Syrien hundertfünfzigtausend Tote, mehr als 10 Millionen Menschen auf der Flucht. Und so könnten wir weiter aufzählen: Ägypten, Sudan, Libyen, Thailand usw., usw., usw. Das wäre doch schon etwas, wenn dieser ganz weltliche Friede sich überall ausbreiten würde. Wenn sich die Menschen in Friede begegnen würden. „Den Frieden lasse ich euch, den weltlichen Frieden, die Abwesenheit von Krieg, das gedeihliche Miteinanderauskommen.“ Wieviel wäre in dieser Welt gewonnen, wenn es in ihr nur noch friedlich zugehen würde.

Doch der Friede Jesu geht weit darüber hinaus. „Meinen Frieden gebe ich euch.“ Das ist der Friede, den der Auferstandene mit sich bringt und den er denen austeilt, die sich an ihn halten. Es ist der Friede Gottes, der uns mit Gott versöhnt. Und er ist Freude über die erneuerte Gemeinschaft mit Jesus. Von diesem Frieden wissen nur diejenigen, die Jesus kennengelernt haben. „Meinen Frieden gebe ich euch!“ Das ist der Friede, der dem anderen etwas zugibt, auch wenn ich im Recht bin. Es ist der innere Friede, der bleibt, auch wenn der äußere Körper zerfällt. Ich habe eine krebskranke Frau vor Augen, die gerne weitergelebt hätte, für ihre Kinder, für ihren Mann, aber die dann als sie doch gehen musste, trotz allem an Gott genug hatte. „Ich habe alles, was ich brauche.“ Und sie tröstete am Sterbebett diejenigen die kamen, um sie zu trösten. „Meinen Frieden gebe ich euch!“ Der Auferstandene kann durch Tod geprägte Räume innerlich beleben. „Meinen Frieden gebe ich euch!“

(2) Nun entfaltet sich das persönliche Gespräch zwischen Jesus und den Jüngern. Jetzt wird Ostern für die Jünger. Die Begegnung mit Jesus weckt in ihnen die Gewissheit: Der Herr ist auferstanden. Dieses Gespräch ist so wertvoll, weil Jesus Zeit hat. Nichts stört von außen. Die Türen sind verschlossen. Im Lukasevangelium wird diese Begegnung zwischen Jesus und den Jüngern ausführlicher geschildert. Jesus isst etwas und legt ihnen die Schrift aus. Diese Zeit mit Jesus ist kostbar und wertvoll. Endlich finden die Jünger Antworten auf ihre Fragen.

Und dann breitet sich eine Atmosphäre des Aufatmens aus. Freude erfüllt den Raum. Und wieder kommt damit eine Verheißung zur Erfüllung. Beim letzten Abendessen vor Karfreitag hatte Jesus es Ihnen schon gesagt: „Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ (Joh 16,20) Jetzt ist es soweit. Die Freude ist da.

Waren die Jünger bisher in Angst und Sorge gewesen, so hat Jesus dies nun verändert. Der erneute Friedensgruß bringt zum Ausdruck, dass der Friede Christi jetzt tatsächlich da ist. Draußen, vor den verschlossenen Türen, herrscht noch der Unfriede. Es gibt immer noch Leute, die den Jüngern nicht wohlgesonnen sind. Doch diese Begegnung mit Jesus hat die Situation innen, für die Jünger, verändert.

Und erst jetzt sind die Jünger wieder bereit und fähig, eine Aufgabe zu übernehmen. Darum macht der erneute Friedensgruß deutlich, dass nach einer Zeit der persönlichen Begegnung der Jünger mit Jesus, Jesus seine Jünger nun noch in einer anderen Beziehung ansprechen will, nicht nur als seine Freunde, sondern auch als seine Nachfolger, als seine Jünger. Die Sendung führt über den geschützten Raum der Begegnung mit Jesus hinaus. Auch das hatte Jesus vorher schon angekündigt: „So sende ich sie in die Welt“ (Joh 17,18) hatte er gebetet. Jetzt wiederholt Jesus die Sendung und setzt sie neu in Kraft. Aber diese Sendung erfolgt aus dem Frieden des auferstandenen Christus heraus.

Die Sendung ist trinitarisch: Der Sohn sendet die Jünger, wie er selbst vom Vater gesandt ist, und gibt ihnen Anteil am Heiligen Geist. Das macht zum einen noch einmal den Anfangspunkt der Sendung deutlich. Gott Vater ist der Sendende. Zum anderen wird damit noch einmal die enge Bindung der Gesandten an Jesus selbst zum Ausdruck gebracht. Jesus und der Vater sind eng miteinander verbunden. Ebenso Jesus und seine Jünger. So betet Jesus: „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt Glaube, dass du mich gesandt hast.“ (Joh 17,21b) Die Jünger haben keine eigene Sendung, sondern nur Anteil an der Sendung Jesu.

Daher bedarf es einer sehr engen Beziehung zwischen Jesus und seinen Jüngern. Ohne diese Beziehung wird die Sendung nicht funktionieren. Sie wird ergebnislos sein. Diese besondere Bindung von Jesus zu den Jüngern bringt das Johannesevangelium im Bild vom Weinstock und seinen Reben zum Ausdruck (Joh. 15,1-8). Die Reben sollen Frucht bringen. Dies ist ihnen aber nur möglich, wenn sie mit dem Weinstock verbunden sind. Darin zeigt sich noch einmal die enge Verbindung von Sendendem und Gesandten, von Jesus und seinen Jüngern.

Doch was ist unter der Sendung zu verstehen ist? Die Sendung ist einzuordnen in das Versöhnungswerk Gottes. Es gibt etwas zu versöhnen, weil Gott und Mensch voneinander getrennt sind, weil der Mensch sich von Gott entfernt hat. Die Sendung zielt darum auf Glauben. (Joh. 17,20; 20,31). Gott möchte, dass seine Menschen wieder in eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm treten. Er schickt darum Jesus, um die Menschen wieder zu ihm zurückzubringen. Und Jesus schickt seine Jüngerinnen und Jünger. Sie setzen fort, was Jesus vorher tat, was sie von ihm gelernt haben. Sie richten die Botschaft von der Versöhnung, um es einmal mit Paulus zu sagen (2. Kor 5,20), in Jesu Namen aus. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“

(3) Die Sendung in unserer Ostergeschichte hat einen zweiten Teil. Jesus haucht die Jünger an. Das erscheint uns heute merkwürdig. Aber damit werden noch einmal neue Aspekte der Sendung zum Ausdruck gebracht. Seit Zeiten des Alten Testamentes bedeutet das Anhauchen oder das Einblasen die Übertragung von Leben. Gott bläst dem aus Erde geformten Menschen seinen Lebensatem ein. Im 1. Buch Mose heißt es in Kapitel 2, Vers 7: „Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ (Gen 2,7) Der Prophet Elisa macht den toten Sohn der Frau aus Schunem wieder lebendig, indem er mit ihm eine Art Mund-zu Mund-Beatmung praktiziert (2. Kön. 4,34). Der Prophet Hesekiel erwartet, dass am Ende der Zeiten Gottes Atem das tote Israel wiederbeleben wird (Hes. 37,9).

In dem Jesus hier seine Jünger anhaucht, wird deutlich, dass mit dem Empfang des Heiligen Geistes die Neuschöpfung Gottes beginnt. Jesus schenkt völlig neues Leben. Der auferstandene Jesus, also der Erste der neuen Schöpfung, gibt seinen Geist an seine Jünger weiter. Sie bekommen damit ein Angeld, oder einen Vorschuss der neuen Schöpfung. Diesen Vorschuss auf Ewigkeit bekommen sie nicht als Einzelne, sondern in der Gemeinschaft als Jünger. „Nehmt hin den Heiligen Geist!“ Hier geht es um die Erschaffung der endzeitlichen Gemeinde. Die von Jesus gesandten Jünger, repräsentieren hier die Gemeinde als Ganze (Dieser Abschnitt im JohEv steht damit parallel zu Lk 24,36-49 und Apg 2, sowie Mt 28.18-20. Im gegenüber zu Mt 16,19 wird deutlich, dass die Vollmacht/Schlüsselgewalt nicht auf Petrus begrenzt ist. Es geht also um die ganze Gemeinde, die an der Sendung Jesu teilhat.)

Diese Schlüsselszene für die Kirche läuft zu auf eine kurze Umschreibung des Inhalts des Auftrags, den die Jünger erhalten. Es war schon Jesu Auftrag, an dem nun die Jünger in voller Autorität teilhaben. Es geht um die Vergebung der Sünden und die Versöhnung mit Gott. Dazu ist Jesus in die Welt gekommen und darum sendet er auch seine Jünger aus. Er macht es ihnen ganz deutlich: „Kümmert euch um die Sünden der Menschen! Sie müssen weg, damit die Menschen wieder den Zugang zum Vater finden können.“ Darum schenkt uns Jesus den Heiligen Geist. Damit wir die Kraft haben, uns so wie sich Gott auf uns zu bewegt, wir uns auch auf Gott zubewegen können. Gott will seine Menschen wieder bei sich haben. Sie sind ihm aber weggelaufen. Sie haben die Trennung von Gott hervorgerufen, indem sie nicht den Willen Gottes getan haben. Sie haben sich von Gottes Willen getrennt. Sie haben – wie die Bibel sagt – „gesündigt“. Damit der Weg zu Gott frei wird, muss die Sünde weg. Und nun haben die Jünger hier eine Autorität, die uns fast den Atem verschlägt. Sie haben die Macht, Sünden zu erlassen oder zu behalten. „Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“ Die Trennung zwischen Gott und Mensch soll überwunden werden. Doch wie können die Jünger solche Autorität ausüben?

Man muss auch dieses Bibelwort im Zusammenhang des ganzen Johannesevangeliums verstehen. In Joh 3,18 heißt es: „Wer an ihn (Jesus) glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.“ Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis, was das Erlassen und das Behalten der Sünden bedeutet. Es geht um die Verkündigung, genauer um die Folgen der Verkündigung.

Liebe Schwestern und Brüder, es geht um etwas bei der Verkündigung. Wenn wir Jesus Christus verkündigen, ist das nicht einfach eine interessante Informationsvermittlung. Wenn die Verkündigung bei den Menschen ankommt, dann werden ihnen ihre Sünden vergeben. Der Kern der Verkündigung ist nichts anderes als Sündenvergebung. Da stehen natürlich viele auf und sagen, ja geht es denn in der Verkündigung nicht um viel mehr? Es geht doch auch um die Frage des gerechten Lebens, geht es dann nicht auch um Politik? (Europawahl) Ist nicht die Kirche auch ein großer Kulturträger und muss es dann nicht immer auch um die großen Fragen unserer Zeit gehen?

Es mag um all das auch gehen. Aber das alles ist nicht der Kern. Der Kern ist und bleibt die Frage, wohin die Menschen mit ihren Sünden sollen. Der Kern ist, wie die Menschen wieder zu Gott zurückkommen.

Hier liegt ein Schlüssel dazu, wenn wir danach fragen, wie wir heute Jesus Christus verkündigen können (Hier gilt es allerdings auch Paulus (z.B. 1. Kor 9,19-23; 2. Kor 5,20 Stichwort Modus der Bitte) zu rate zu ziehen, da die johanneische Literatur für die Frage nach dem „wie“ der Verkündigung m.W. nicht genügend hergibt.). Daher komme ich nun zum Schluss: Wie können wir der Sendung Jesu heute unter den Bedingungen einer pluralisierten und postmodernen Gesellschaft gerecht werden?

Schlussfolgerungen

1. Situation: Wir haben uns in die Situation der Jünger am Abend des ersten Ostersonntags vertieft. Die Berichte vom leeren Grab haben sie verunsichert und sie sind nun voller Angst.

Wie ist unsere Situation heute? Ich meine nicht unsere persönliche Situation, sondern die Stellung des christlichen Glaubens in unserer Gesellschaft. Im Rückblick auf die letzten 70 Jahre hat sich viel verändert. Sie merken dies als Gideons unter anderen daran, dass Sie zunehmend Schwierigkeiten haben Bibeln an Schulen zu verteilen. Was früher selbstverständlich war, ist heute ein Problem. Auch wenn wir den Blick weiten, merken wir, dass christliche Meinungen zunehmend kritisch angefragt werden. Ein Beispiel ist die aktuelle Debatte um die sogenannte aktive Sterbehilfe. Früher wäre es undenkbar gewesen, dass Menschen offen für das Recht auf Selbsttötung eintreten. Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Christliche zwar noch eine Mehrheit, aber keine Monopolstellung mehr hat. Das bringt neue Herausforderungen mit sich, wie auch neue Chancen. Dennoch ist es eine Situation, in der viele Christen und auch die Kirchen verunsichert sind.

Wir werden morgen einen tieferen Blick in unsere Zeit, die sogenannte Postmoderne, werfen, um besser zu verstehen, in was für einer Welt wir leben Das hat Folgen dafür, wie wir unserem Auftrag nachkommen können.

2. Auftrag: Jesus sendet seine Jünger. Er überwindet ihre Angst. Sein Frieden und die Freude über seine Gegenwart sind die Basis für ihre Sendung. Der Auftrag ist klar, Jesus Christus so zu bezeugen, dass Menschen Glauben finden und darin Frieden mit Gott.

Wie ist das mit uns heute? Wie können wir heute von Jesus reden, ohne eine solche leibhaftige Begegnung mit ihm gehabt zu haben, wie die Jünger damals? Auch darauf wird uns morgen die Begegnung von Jesus und Thomas eine Antwort geben. Doch soviel ist schon jetzt klar. Der Auftrag Jesu gilt allen, die an ihn glauben. Um dem Auftrag nachzukommen, brauchen wir eine enge Bindung an Jesus. Unser Dienst soll aus dem Frieden Christi und einer tiefen Freude heraus geschehen. Ängstlichkeit hat dann keinen Platz mehr.

3. Gottes Geist: Wir brauchen Gottes Geist. Ohne ihn ist alles war wir tun umsonst. Und ohne seinen Geist, ist es auch nicht der Friede Christi, der uns antreibt. Doch auch wenn alles vom Geist abhängt, so sendet Christus dennoch seine Jünger. Der Lauf seines Wortes geschieht eben unter der Beteiligung von uns Menschen. Das ist nichts Mirakulöses, sondern etwas, wonach man fragen kann. Schöpfung und Neuschöpfung haben etwas mit Kreativität zu tun. Inspiration betrifft nicht nur das Was der Verkündigung, sondern auch das Wie. Wie können wir heute von Jesus Christus reden, dass Menschen uns auch verstehen? Dabei hilft uns der Geist, aber auch alle Gaben, die Gott uns geschenkt hat.

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