"Dialog auf der Baustelle"

300 Gäste kommen in die Hamburger Kirche, die zur Moschee wird

300 Besucher kamen zum "Dialog auf der Baustelle" in die künftige Moschee
300 Besucher kamen zum "Dialog auf der Baustelle" in die künftige Moschee© epd / Stephan Wallocha

31. August 2014 von Klaus Merhof

Hamburg. Außen Kirche, innen Moschee: Unter diesem Motto läuft in Hamburg seit Anfang des Jahres ein ungewöhnliches Sanierungsprojekt. Christen und Muslime feiern friedlich die Verwandlung eines Gotteshauses. Jetzt haben die neuen Hausherren zum "Dialog auf der Baustelle" eingeladen.

Hohen Besuch hatte am Wochenende die künftige Al-Nour-Moschee in Hamburg: US-Generalkonsulin Nancy Lynn Corbett kam zum "Dialog auf der Baustelle". Die Diplomatin informierte sich über den Fortgang der Umbauarbeiten der ehemaligen evangelischen Kapernaum-Kirche, die zum Jahresanfang 2014 begonnen hatten.

Vor über 300 Gästen lobte Corbett die "konkreten Schritte des Friedens", die Hamburger Christen und Muslime zuwege brächten. Dies habe eine "hohe Ausstrahlungskraft und großen Symbolcharakter", sagte sie unter Anspielung auf aktuelle TV-Bilder aus weit weniger friedlichen Weltgegenden.

Umbau viel teurer als geplant

Die denkmalgeschützte Kirche war Ende 2012 von der islamischen Al-Nour-Gemeinde erworben worden. Zuvor hatte sie über zehn Jahre lang leergestanden. Unter dem Motto "Außen Kirche - innen Moschee" soll das Gotteshaus für mittlerweile rund zwei Millionen Euro umgebaut werden. Anfangs waren 1,5 Mio. veranschlagt. Dafür ist Al-Nour allein auf Spenden angewiesen.

Noch im Frühjahr war der Boden des Innenraums eine aufgewühlte Fläche aus Erde, Sand, Geröll und Steinen. Bis zu zwei Meter tief hätte man ihn entfernen und neu schichten müssen, sagte Bauleiter und Architekt Ilan Jorge. Vor allem für die zwölf neuen Stützpfeiler der ebenfalls neuen Gebetsempore habe man stabile Fundamente gebraucht.

Die Statik des Gebäudes sei jedoch in Ordnung, die Wände größtenteils saniert und neu verkleidet. "Größere Schäden gab es hier nicht", so der Architekt. Im Herbst soll in einem nächsten Bauabschnitt die Fußbodenheizung folgen. Wann mit der Turmsanierung und der Errichtung neuer Seminar- und Sanitärräume begonnen werden kann, ist derzeit offen.

Schon im Bau: die Empore, auf der Frauen beten

Die Stahlkonstruktion der Empore, auf der künftig die Frauen beten werden, ist dagegen fertig. Gegenüber soll in einer Wand eine Gebetsnische entstehen - mit Kreide sind die Umrisse bereits aufgezeichnet. Die Steine, die man hier nicht braucht, sollten woanders eingesetzt werden. Doch sie zerbröselten, als man sie vorsichtig herausnehmen wollte. Darum mussten völlig neue Steine beschafft werden - für die jedoch war eine Genehmigung des Denkmalschutzamtes nötig.

"Immer wieder gibt es neue Genehmigungsverfahren", beklagte auch Al-Nour-Vorsitzender Daniel Abdin. An die Behörden richtete er die Bitte, darin etwas großzügiger und schneller zu sein. "Es ist eine Bausanierung der sehr kleinen Schritte", sagte er. Einen Eröffnungstermin für die Moschee könne er daher nicht nennen: "Das wäre reine Spekulation."

"Integration kann nicht im Hinterhof entstehen"

Dankbar ist Abdin dagegen für die "liebenswürdige Nachbarschaft" in der direkten Wohnumgebung und der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde. Auch die gesellschaftliche Diskussion habe einen "sehr konstruktiven Verlauf" genommen: "Wir haben hier ein Willkommen erlebt", sagte er in seiner Begrüßung. Dies müsse auch anderswo so weitergehen: Integration könne nicht in Hinterhöfen, Kellern und Tiefgaragen entstehen, mit denen seine Al-Nour-Gemeinde bislang im Stadtteil St. Georg auskommen musste.

"Diese künftige Moschee wird eine Begegnungsstätte für alle Bürger sein, und die Türen werden stets offen stehen", versprach Abdin. Al-Nour werde zu einem "Leuchtturm" und zu "einer der bekanntesten Adressen für gesellschaftliche Friedensstiftung, Dialogorientierung, Toleranzförderung und Vertrauensbildung in Deutschland", sagte er.

Hinter der künftigen Moschee steht ein kleiner Apfelbaum im ehemaligen Kirchengarten. Dieser war im April 2013 bei einem Willkommensfest auf dem Rasen gepflanzt worden. Das Bäumchen von der Sorte "Malus Goldparmäne" sieht zwar noch etwas mickrig aus, aber es trägt Früchte: Gut ein Dutzend Äpfel hängen bereits an seinen Zweigen.

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