Zukunft der Kirche im ländlichen Raum

Auf der Suche nach „des Dorfes Bestem“

Im sogenannten "Spiegel-Plenum" debattierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Thesen und Fragen zur Zukunft der Kirche im ländlichen Raum
Im sogenannten "Spiegel-Plenum" debattierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Thesen und Fragen zur Zukunft der Kirche im ländlichen Raum© Marie-Elisabeth Most-Werbeck/Nordkirche

22. März 2015 von Marie-Elisabeth Most-Werbeck

Breklum. Mehr als 60 ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) haben sich am Sonnabend (21. März) unter der Überschrift „Hinterm Horizont geht’s weiter“ intensiv mit Gegenwart und Zukunft der Kirche in ländlichen Räumen beschäftigt.

 

Zu der Nordkirchenkonferenz hatten das Breklumer Christian Jensen Kolleg mit Pastor Friedemann Magaard, der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, sowie der Gemeindedienst der Nordkirche mit Pastorin Ulrike Brand-Seiß.

Bischof Magaard erinnerte in einer biblisch-theologischen Betrachtung zu Beginn an die frühchristliche Missionsbewegung und daran, wie sich der Glaube ausgebreitet und seine lebenspraktische Relevanz und Glaubwürdigkeit erhalten hat. Viele Fragen und Überlegungen dazu seien auch heute noch aktuell. Bereits Paulus habe auf eine an den Mitarbeitenden orientierte Mission gesetzt: „Ohne Abgeben von Verantwortung, ohne Zutrauen auf Menschen vor Ort, ohne klare Delegationen ging es nicht“, betonte Magaard. Das habe aber auch bedeutet, Macht und Kontrolle abzugeben. Auch heute käme es darauf an, „gemeinsam am Werk zu sein, sich nicht gegenseitig zu behindern, Unterschiede als Bereicherung anzusehen“, so der Bischof. Auch wenn der ländliche Raum schon innerhalb des Sprengels Schleswig und Holstein ganz unterschiedlich aussehe, bleibe eines jedoch gleich: „Nur mit den Menschen jeweils vor Ort lässt sich etwas bewegen.“

 

Nicht nur am Besten orientieren
Benjamin Stahl vom Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) aus Greifswald stellte in seinem Impuls die Studie „Landaufwärts“ vor. Darin hat er untersucht, unter welchen Voraussetzungen in einer ländlichen Region aus einer Idee ein gelungenes Projekt werden kann. Stahl plädierte für „Good Practice“ statt „Best Practice“, denn die ständige Orientierung am Besten führe zwangsläufig zu Frusterfahrungen. „Erfolg ist weder planbar noch machbar“, so Stahl, „deshalb führt Best Practice dazu, dass man sich zu stark an anderen orientiert, den eigenen Kontext und die eigenen Ressourcen aus dem Blick verliert.“

Von der intensiven Zusammenarbeit zahlreicher kirchlicher Einrichtungen mit den 21 lokalen Aktionsgruppen der „AktivRegion Schleswig-Holstein“ berichtete Hermann-Josef Thoben vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume. Hürden für die Umsetzung guter Ideen und Innovationen lägen oft im Verwaltungs- und Bürokratiebereich, so Thoben. Die „AktivRegionen“ seien ein gutes Beispiel dafür, wie es anders gehe. Für dörfliche Entwicklungsprozesse wünsche er sich eine Kirche, die noch stärker als bisher zur Zusammenarbeit vor Ort ermutige und den Menschen ihre Stärken bewusst mache.

 

Kirche muss sich öffnen
Provozierende Thesen zu den Themen „Ehrenamt/Hauptamt“ sowie „Gemeinwesen“ diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen und anschließend im Plenum. Dabei ging es unter anderem um Werbung für das Ehrenamt, insbesondere im Hinblick auf die Kirchenwahl 2016. Deutlich wurde, dass die Kirche stärker mit Vereinen, Verbänden und Einrichtungen zusammenarbeiten muss. „Wenn wir zu anderen gehen, dann wird bekannt, wie attraktiv wir als Kirche sind. Dann wollen die Menschen ihre Kompetenz bei uns einbringen“, so ein Teilnehmer im Plenum. Der Schritt nach draußen sei das Wesentliche. Diskutiert wurde aber auch die Frage, was die Identität von Kirche und Gemeinde ausmache und wer in Zukunft Kirche vor Ort sein wolle.

Zum Ende der Tagung formulierten die ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden Wünsche und Verabredungen, darunter: mehr Fortbildung und ein besseres Übergabemanagement für Kirchengemeinderäte sowie größere Wertschätzung für jene, die aus der kirchengemeindlichen Tätigkeit ausscheiden.

Ausdrücklich wünschte man sich mehr Gelegenheiten für Begegnung und Austausch wie auf dieser Kirchenkonferenz.

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