31. Oktober 2017 | Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg

Das Ich stärken für ein neues Wir

31. Oktober 2017 von Kirsten Fehrs

Festgottesdienst anlässlich des 500. Reformationsjubiläums, Predigt zu Jes 62, 6-7.10-12

Predigttext Jesaja 62

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen. Die ihr den Herrn erinnern sollt, ohne euch Ruhe zu gönnen, lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichte und es setze zum Lobpreis auf Erden! 

Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg! Richtet ein Zeichen auf für die Völker! Siehe, der Herr lässt es hören bis an die Enden der Erde: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt! Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her! Man wird sie nennen »Heiliges Volk«, »Erlöste des Herrn«, und dich wird man nennen »Gesuchte« und »Nicht mehr verlassene Stadt«.

 

Liebe Reformationsjubiläums-Gemeinde,

ein bisschen ist das ja heute wie Weihnachten: Ein freier Tag, der Michel ist voll und das große Fest endlich da. Wir haben ja einigermaßen intensiv auf diesen Tag hingearbeitet - mit 10 Themenjahren, besonderen Gottesdiensten, heute in Hamburg allein 120, mit Martinstagen, einem Nordkirchenschiff und Luther-Pop-Oratorium, mit Symposien, Denkschriften, Büchern. All das vielleicht auch ein wenig zu gründlich, so wie immer, wenn Protestanten am Werk sind.

So grantelte Johann Wolfgang von Goethe schon 1817 zum 300. Reformationsjubiläum: „Pfaffen und Schulleute quälen unendlich, die Reformation soll durch hunderterley Schriften verherrlicht werden... Aber unter uns gesagt, ist an der ganzen Sache nichts interessant, als Luthers Charakter und es ist auch das einzige, was der Menge eigentlich imponirt. Alles übrige ist ein verworrener Quark.“

Hätte der sich mal mit unserem Bugenhagen näher bekannt gemacht, der Goethe…. Denn „Buggi“, wie er intern liebevoll genannt wird, war doch für den Norden die Idealbesetzung. Auch weil er Plattdüütsch sprach, damit man endlich mal verstand worum´s ging…vun Harten Dank daföör, leeve Doctor Pomeranus! Und so konnten wir in der Nordkirche immer sagen: Reformation ist nicht nur Luther. Da gibt´s auch noch andere Reformatoren. In ganz Europa. Und die Frauen, werter Herr Goethe, habt Ihr Euch die mal genauer angeschaut? Viele studierten und disputierten mit in jener bewegten Zeit. Von wegen verworrener Quark!!

Aber zugegeben: es ist faszinierend, wie Luther nach wie vor die Gemüter erregt. Der lässt keinen unberührt. Künstler nicht und Theaterleute, Hip-Hop-Tänzer und Journalistinnen nicht, Schülerinnen und Politiker nicht und Kirchen´s sowieso nicht. Luther geht vielen an die Herzhaut – mit seinem Sprachgenie. Seiner feinen Musik. Als mutiger, standfester Mensch, der gerungen hat um die Wahrheit. Aber auch als erschreckend grober Klotz mit seinen derben Sprüchen und einem abgrundtiefen Hass besonders gegenüber Juden. Aus seiner Zeit zu verstehen, sagen dann viele. Aber nicht zu tolerieren diese Intoleranz, sagen wir, auch heute.

Luther ist alles andere als ein Held. Aber er ist einer, der sich einem in den Weg stellt. Damit man sich an ihr stößt, reibt, auch wärmt, und: selbst erkennt.

Selbst-Erkenntnis. Kritisch auch. Sie  wurde in Gang gebracht. Und zwar mit der Frage Luthers, die sich wie ein roter Faden durch die reformatorische Theologie zieht und die für mich an enormer Aktualität gewonnen hat: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Sicher – heutzutage ist das, was mit „Gnade“, oder gar „Gott“ gemeint ist, vielen sehr fremd. Unzählig viel ist deshalb darüber gepredigt, geschrieben, gesungen worden - so wie eben: Von der gnädigen Nähe Gottes, der uns Sonne ist und Schild. Alles richtig. Aber für mich eröffnet sich der Zugang zu dem, was die Reformation wollte, noch einmal neu bei einem anderen Wort. Drei Buchstaben: Ich. Wo bin ich in diesem Weltenspiel? Was hält mich? Ist mir Kompass? Wie bekomme ICH einen gnädigen Gott?

Luther schreibt es 1522 so: „Wenn ich die Geschichte von Christus hörte, aber nicht glaubte, dass es für mich geschehen ist, dass er geboren ist, gelitten hat, gestorben ist, dann wäre mir’s nichts nütze.“ Für mich - ist er der Erlöser. Weil er mit seinem auch meinen Schmerz kennt, meine Angst. Er – löst die Not – für mich.

Es ist diese Entdeckung des Ich, mit der die Reformation ihre Dynamik erhielt.

Jede Veränderung beginnt mit der Entdeckung des Ich. Weil es auf einmal MICH betrifft. Als Subjekt, nicht mehr als Objekt. ICH bin so frei – selber zu denken. Selber zu handeln. Zu würdigen. Zu lieben. Mauern einzureißen. Alles, was eng macht. So hat sich eine Frauenbewegung Bahn gebrochen und die Befreiung von der Sklaverei. Die Entdeckung des Ich kann eine ungeheure Kraft freisetzen, Energie!, wie damals bei der Reformation.

Energie! Sie bestimmt auch unseren Predigttext heute. „Gehet ein, gehet ein durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Machet Bahn, räumt die Steine hinweg!“ So wie der Prophet Jesaja hier nach der Zerstörung Jerusalems zum Wiederaufbau anspornt, will Luther die Kirche wiederaufbauen, die aus seiner Sicht geistlich in Trümmern liegt.

Denn die blutleeren, schwer verständlichen Formeln, die überkommenen Regeln, die starre Institution – was hat das mit MIR zu tun? Wie soll das meine Trauer trösten, meine ganz persönlichen Ängste verscheuchen? Luthers Frage nach dem gnädigen Gott kommt mir allerorten hochaktuell entgegen: „Was geschieht mit mir, sag, wenn es so weit ist?“ lautet die Frage am Sterbebett. „Was mache ich aus meinem Leben?“ fragt sich die Schulabgängerin. „Wo soll ich heute bleiben?“, rüttelt der Obdachlose mich auf. „Wie die Zuversicht behalten, wo die Welt so hoffnungslos zerstritten ist?  

Den so verunsichert und ängstlich fragenden Menschen sollten wir mit Luther den Mut haben, Jesus Christus ganz neu vor Augen zu stellen: Als einen, in dem Gott Mensch geworden ist.  Und dem nichts, aber auch gar nichts Menschliches fremd ist. Ein Gott also, zu dem wir unmittelbaren Zugang haben, vorbei an der Kirchenhierarchie - quasi ohne Dienstweg bis zu Chefetage. Logisch, dass das die alte Ordnung zum Einsturz brachte. Und zugleich die Frage aufrief, wie denn wieder aufgebaut wird, was dem Menschen ein Segensdach gibt über dem Ich. Und genau das geht nicht ohne ein WIR. Allein kann das Ich nicht helfen. „Bereitet dem Volk den Weg“, sagt Jesaja. Unser Glaube bleibt auf Gemeinschaft angelegt.

Was konkret daraus in Hamburg und später auch Lübeck wurde, das hat uns Johannes Bugenhagen ja eben lebendig vor Augen geführt. Schule, Armenfürsorge, ärztliche Versorgung, öffentliche Bibliotheken - und ja, die Stadt hatte ein Vorbild damals, ein Leitbild, das sogar moderne Maßstäbe wie „wachsende Stadt“ oder „Olympia-Austragungsort“ in den Schatten stellt. Denn nichts Geringeres als das himmlische Jerusalem war die Vision. Himmlische Stadt, das ist sogar noch mehr als „Weltstadt“ J…. Vielleicht haben Sie das berühmte Gemälde von Joachim Luhn vor Augen, das in St. Jacobi hängt, gemalt 1681: das reiche Hamburg am Elbstrom, davor die stolzen Schiffe, überwölbt von einem sonnigen norddeutschen Himmel. Und natürlich geprägt von den Kirchtürmen, ganz ähnlich ja auch in Lübeck. Die Wächter über den Mauern, von denen unser Text erzählt, ganz konkret in Backstein gemauert. Eine Gott wohlgefällige, rechtgläubige und prosperierende Stadt. So das Selbstbild. Ein „lutherisches Zion des Nordens“. Mit allerdings auch einer dunklen Kehrseite der Medaille: Selbstgefälligkeit, die sich ebenso breit machte wie ein unglaublich lutherischer Dogmatismus und eine Intoleranz, die wir uns heute kaum noch vorstellen können - lieber Bugenhagen, dazu werden Sie vielleicht auch noch was sagen?

Und heute nun – Achtung Zeitsprung – leben wir in einer Metropole des 21. Jahrhunderts. Mit einer Trennung zwischen Staat und Kirche, mit nach wie vor schmucken Hauptkirchen, aber genauso mit Moscheen, Synagogen, Tempeln. Religiös und weltanschaulich überaus vielfältig. Ich freue mich, lieber Weihbischof Dr. Jaschke, dass Sie heute bei uns sind, ebenso Vertreter anderer Kirchen, lieber Archdeacon Dr. Alex Hughes,  und des Interreligiösen Forums. Wir haben als Protestanten nicht mehr das weltanschauliche Monopol in dieser Stadt. Gott sei Dank, denn das befreit uns – zu Vielfalt und dazu, wirklich Kirche sein zu können. Immer auf dem Weg, ecclesia reformanda.

Auf dem Weg ins Leben. In dieser Welt. Der Glaube ist nichts, was abgesondert sonntags in der Kirchenbank stattfindet, sondern was geglaubt wird mitten im Leben. Authentisch im Alltag. Und er verändert nicht deshalb die Welt, weil eine mächtige Institution Kirche diese Dinge fordert oder gar durchsetzt, sondern weil Sie, liebe Schwestern und Brüder, als mündige und verantwortungsbewusste Christenmenschen in Ihrem Berufsleben und Ihrer Politik dafür einstehen. Jedes Ich für das Wir.

Ich steh hier…“  und möcht´es anders! Mag sein, Luther mit seiner großen – auch leiblichen – Ich – Stärke ist bis heute deshalb so faszinierend, weil er deutlich erkennbar sein will als einzelner Mensch, der der Institution mit großer Distanz gegenüber steht. Ein sehr modernes Phänomen. Erleben wir es doch in vielen Bereichen, ob es die Kirche ist oder ob es die Parteien sind, die Gewerkschaften, die Handelskammer, die klassischen Medien, etc.pp.: Nichts ist mehr selbstverständlich. Die Kluft zum Wähler, zur Zuschauerin, zum Mitglied, zum Beitragszahler - sie wird immer größer. Die Institution hat wohlmeinendste Absichten, aber sie erreicht die Menschen nicht mehr alle.

Dabei, liebe Gemeinde, brauchen Menschen Institutionen, wenn nicht das Recht des Stärkeren herrschen soll. Zwischen Gott und Mensch braucht es außer Christus keinen Mittler, aber sehr wohl zwischen Mensch und Mensch. Luther wusste um die Gefahr des entfesselten Ich, das zu einem riesigen Ego zu werden droht. Darum schätzte er die Institution. Selbst in seinen wüstesten Polemiken hat er niemals die Abschaffung der Kirche gefordert, sondern immer die Veränderung. Eben Reformation - nicht Revolution! Bahn frei für den Wiederaufbau. Und dafür die Steine und den Schutt wegräumen! In unseren Institutionen – und in unseren Seelen. Es geht darum, das Ich stark zu machen für ein neues Wir.

So könnten wir doch den Reformationstag auch zukünftig dazu nutzen, um uns nicht allein als Kirche, sondern auch in allen anderen Institutionen zu fragen: Wie müssen wir uns verändern, um den Menschen nahe zu bleiben? Ich bin daher dankbar, liebe Abgeordnete, dass Sie diesen Tag heute zu einem Feiertag erklärt haben und dass sich viele von Ihnen dafür einsetzen, dass er das auch künftig bleibt. Und dies natürlich nicht zur konfessionellen Abgrenzung, und auch nicht zu kirchlicher Selbstbeweihräucherung, sondern als Selbstbesinnung auf unsere Wurzeln mit dem Blick darauf, was in unserem Land anders werden muss. Wie kommen das ICH und das WIR in ein gutes Verhältnis?

Als Kirche wollen wir daran mitwirken, „wachsam, ohne uns Ruhe zu gönnen“, wie es der Prophet Jesaja sagt. Zugleich demütig, weil wir wissen, dass auch wir nur ein kleiner Teil des Ganzen sind, gebaut auf einem Fundament, das viel größer ist als wir selbst. Dabei getragen von unbeirrbarer Hoffnung. Es ist ihr ja gesagt, der Tochter Zion: „Siehe, dein Heil kommt.“ In unsere Stadt und unser Land.

So komme sein Friede, höher als alle Vernunft. Er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Amen.

 

Anmerkungen von Johannes Bugenhagen, gesprochen von Gerd Spiekermann:

Vorstellung von sich und der Reformation

Mit Gott will ick Jo gröten, geachte Damen un Herren, Börger von de Stadt Hamborg un wo ümmer Ji all herkomen sünd. Un sünnerlich grööt ick den Eersten Börgermeester Olaf Scholz un all de Domen un Herren von den Ehrbarn Root. Loot mi Jo vörstellen: Johannes Bugenhagen ut Pommern, dorum ook foken de Pomeraner nöömt.

Nu seggt nich: de is doch al siet 450 Johr doot. Ick bün vör 450 Johr dootbleven, as wi op plattdüütsch seggt, un dorum, as Ji seht, noch jümmers dor. Mien Fründ Martin Luther hett mi roden, ick schull mi in Hamborg umde Reform von de Kark bemöhen. Siet Johren geev’t hier Arger: dor weern de Dom un de rieken Klööster tomidden in de Stadt mit egen Gesetzen un free von Stüürn, man mit Verlööv Beer uttoschenken. Bi den Beerdorst von de Hamborgers een goot Geschäft, mööt ick Jo seker nich vertellen. Man um de Schooln hefft se sick nich bemöht. Een Jammer. Un in de Gottsdeensten preken se blots Latiensch, wat nümms nich kunn verstohn. Keen Wunner, dat Börger, Kooplüüd un ook de Root dat Klogen kregen. Op de Stroot un vör Gericht. So hefft se mi denn ropen, un ick bün komen, an’n 9. Oktober in’t Johr 1528. As’t Hamborger Oort is, geev’t to’n Begröten eerstmol wat to eten: Fleesch, Rehbroden un Ossenbroden. Un Beer satt.

Doch denn an’t Wark. Stadt un Kark mussen op Schick bröcht warrn. Harr ick in Brunswick al klor kregen. Ja, ick weer dat, wi Ji vondoog „consulting“ nöömt. 1529 heff ick mien Papier den Root vörleggt – op Platt, versteiht sick, denn dat weer de Sprook, de se all verstünnen. Dat harr ick de Mönchen un Doomherrn vörut. Un heff dat nöömt:

Der „Erbarn Stadt Hamborch Christlike Ordeninge“.

Een poor hunnert Johr hett se gullen un hooln, miene „Ordeninge“. Dor bün ick noch jümmers een beten stolt op. Man in de Gangen bröcht hett allens mien Fründ Martin Luther un hulpen hett mi de allmächtige Gott. Dat steiht fast.

Der ehrbaren Stadt Hamburg Christliche Ordnung

Ji leven Lüüd. Bi Reformation fallt all blots Kark in. Mi nich. Ick heff mit de School anfungen. De Bibel op hooch un platt, schöön un goot, blots wat sünd se weert, kann nüms se lesen. Ut’t ole Johannesklooster weern de Mönchen ja nu rut, un dor schull nu een School ut warrn, dat Johanneum, un is’t ja noch. Sproken schulln se hier lehren un Musik moken, de Bibel studeern, den Katechismus lehren un de Kunst von’t Snacken – de Rhetorik. Ick heff ook de Deenst- un Arbeitstieden för de Schoolmesters fastleggt. Ohn gode Schoolmesters gifft’t ook keen gode School. Dat gellt bi hüüt, ehrbore Root von de Stadt Hamborg.

So heff ick opschreven: Middeweken schöölt de Mesters free hebben. 

Hier steiht’t: „So können se eenmol Raue hebben wat Besunderes to studeern – oder to boden“.

Mutt ja ook mol ween. Lesen lehren, dat gelltnich blots för de Jungs, nee, ook för de Deerns. Ook för de mööt dat Schooln geven. Un nu höört to: is een Kind klook, kann un will lehrn, denn schall dat lehrn, ook wenn de Öllern arm sünd. De Scholen sünd nich alleen dor för de Kinder von de Rieken. Dorum gifft dat een Armenkass. Fürsorge. Heff ick ook in Hamborg in’e Gangen bröcht. In jede Kark schall een Gottskasten stohn, in den dat Geld sammelt un nohst an de Armen verdeelt ward, so, as se dat nödig hefft. Un denn güng mi dat ook um de Gesundheit von de Minschen. Weer in Hamborg dotiets ook man mau. Ick heff seggt, se schullen enen Medicus anstellen, un twors den besten un klööksten, dat steiht Hamborg goot an. De schall ook de Armen hölpen. De Medkamenten ward betohlt, sien Arbeit is för disse Minschen overs free. Un disse Stadt mööt een grode Bibliothek hebben – open för all Hamborgers. Schöön un goot, bloots wokeen schall dat betohlen? Een ewige Froog in disse Stadt. Ganz eenfach, de Stadt treckt dat Kloostervermögen in. Dat reckt.

Du hest ja noch nix to de Kark seggt, höörn ick den een oder annern von Jo al snacken. Heff ick doch. Denn Kark is no Luther sien Lehr Gemeende – un Gemeende is Stadtgemeende. Ook bi de Gottsdeensten is nich mehr allens so as vörher: vör all weniger schall dat geven. Nich mehr jeden Dag. De Hauptdag för de Kark is Sönndag. Un ook all disse Heiligenfeste bruukt wi nich mehr. Een overs willt wi nich vergeten: Bischop Ansgar. He weer mit Willehad de eerste, de unsen christlichen Gloven in den Noorden bröcht hett. De Beiden gellt op ewig Ehr un Dank.

Ausblick in die Zukunft

Leve Lüüd, wat Ji Jo denkt, dat kann ick mi denken: Bugenhagen, Pomeranus, schöön, dat du hier büst, man de Reformation is doch al fix in de Johren komen. Se hett al Rust un Stoff ansett. Un wat du di domols för Hamborg utdacht hest, dat harr ook sein Schaddensieden. Du hest de Macht von de ene grode Kark tweibroken, hest overs op de anner Siet de niege Kark un den Stoot so dicht tosomenkeedt, dat beide meist keen Luft mehr kregen hefft. Un dorum hefft se sick scheden loten – vör 100 Johr. Un dat is ook goot so. För de annern Konfessionen un mehr noch för de annern Religionen. Denn de Kathoolschen, de Jöden, de Mennoniten un de Reformeerten harrn in’t ‚Luthersche Zion’, as se Hamborg nöömt hefft, dor harrn de nix to mellen. Dat weer goot för Alt’no, wo se all ehr „Grode Freeheit“ funnen hefft, slecht weer’t för Hamborg, denn jede Stadt, de ehr Doren dicht mookt för Frömde, de hett keen Tokunft.

Ick geev dat to, ick geev dat to.

Op de anner Siet is disse Stadt Hamborg ook een Vörbild, wenn dat um den Sinn för de Gemeenschaft geiht un wenn’t dorup ankümmt, in de Hannen to speen un antopacken. Overs dor ward de Börgermeester noch wat to seggen, nehm ick an.

Nee, ick will miene Kark lever noch een poor Wöör in’t Stammbook schrieven:

Blievt dicht bi de Minschen. Snackt ehr Sprook! Dat mööt, leider, nich mehr Plattdüütsch ween, nich mehr alleen, meen ick. Nee, is al goot, wenn Ji Fremdwöör un all den niemoodschen Snack wegloot. Un reedt mit de Minschen, de een anner Konfession oder een annern Gloven hefft, ohn Jo’e egen optogeven. Blievt Kark in disse Stadt un för disse Stadt – Ji sünd nich alleen op disse Welt. Un ook dat will ick Jo seggen: Ji mööt wiss un wohrhaftig nich allens so moken as Martin Luther un ick dat mol vörgeven hefft. Nehmt Jo de Freeheit, allens so to moken, as Ji dat för recht hooln doot. Martin un ick, wi sünd nich hillig, wi sünd blots Minschen.

So Gott will seht wi uns wedder  - in 500 Johr!

 

Datum
31.10.2017
Quelle
Stabsstelle Presse und Kommunikation
Von
Kirsten Fehrs
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