Kirchenparlament

EKD-Synode fordert „Asylpolitik, die Leben der Flüchtlinge schützt“

Beim Abschlussgottesdienst der Synode (v.l.): Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Synodenpraeses Irmgard Schwaetzer und Pfarrerin Jutta Müller-Schnurr von der Johanniskirche
Beim Abschlussgottesdienst der Synode (v.l.): Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Synodenpraeses Irmgard Schwaetzer und Pfarrerin Jutta Müller-Schnurr von der Johanniskirche© Norbert Neetz /epd

03. Mai 2015 von Timo Teggatz

Würzburg. Würde, Leib und Leben von Flüchtlingen müssen nach Ansicht der Evangelischen Kirche in Deutschland wirksam geschützt werden. Auf der Frühjahrstagung der Synode in Würzburg ist die Präses Schwaetzer wiedergewählt worden. Auch die Nordkirche ist an prominenter Stelle vertreten.

Mit einem eindringlichen Appell zum Stopp des Flüchtlingssterbens im Mittelmeer ist die Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu Ende gegangen. Das Kirchenparlament forderte eine "Asylpolitik, die Würde, Leib und Leben der Flüchtlinge schützt und dem Anspruch einer europäischen Wertegemeinschaft gerecht wird". Erforderlich seien unter anderem eine umfassende europäische Seenotrettung sowie mehr legale Wege für Schutzsuchende in die Europäische Union. Zu Beginn ihrer sechsjährigen Legislaturperiode wählte die neu zusammengesetzte Synode in Würzburg zudem ihr Präsidium neu. Als Präses wiedergewählt wurde die ehemalige FDP-Spitzenpolitikerin Irmgard Schwaetzer.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm hat im Schlussgottesdienst die europäische Versöhnung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gewürdigt. "Frühere Feinde sind heute im gemeinsamen Europa Freunde", sagte der oberste Repräsentant der mehr als 23 Millionen deutschen Protestanten. Nicht die herausgestreckte Brust, sondern der Kniefall sei zur größten Geste der Stärke geworden.

"Wir müssen für die schreien, die verfolgt werden"

Zur Not der Flüchtlinge sagte er, wer am Sonntag Kantate singe, der wisse, "dass wir auch für die schreien müssen, die verfolgt werden, die heute bittere Not erleiden, die heute aus nackter Verzweiflung auf hoher See ihr Leben riskieren". Am Samstag hatte der Ratsvorsitzende vor den 120 Synodalen betont, Flüchtlingspolitik dürfe nicht nur kurzfristiges Krisenmanagement sein. Grund für die weltweiten Flüchtlingsströme seien Krieg und Gewalt sowie eine extreme Ungerechtigkeit in der Verteilung der weltweiten Ressourcen. "Dass jeden Tag 24.000 Menschen sterben, weil Nahrung und Medizin auf der Welt nicht gerecht verteilt ist, bleibt ein moralischer Skandal", sagte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm.

Angesichts der technologischen Möglichkeiten auf dieser Welt sei er davon überzeugt, dass "so etwas wie ein globales soziales und ökologisches Wirtschaftswunder" möglich ist. Dann könne jeder Mensch auf dieser Erde in Würde leben, ohne dass die natürlichen Lebensgrundlagen zerstört werden, sagte der Sozialethiker. Künftig sollten alle Regierungsbeschlüsse einer "Eine-Welt-Verträglichkeitsprüfung" unterzogen werden, um zu klären, ob sie den Schwächsten auf der Welt schaden oder nützen.

Thema der Herbst-Synode: Reformationsjubiläum

Die ehemalige Bundesministerin Schwaetzer, die der Synode seit November 2013 vorsteht, wurde mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. 111 Mitglieder des Kirchenparlaments stimmten am Samstag für die 73-Jährige. Es gab eine Gegenstimme und drei Enthaltungen. Schwaetzer steht an der Spitze eines sieben Mitglieder umfassenden Präsidiums, das in Würzburg komplett neu gewählt wurde. Bei keiner Abstimmung gab es Gegenkandidaten. Stellvertreter Schwaetzers sind der rheinische Oberkirchenrat Klaus Eberl, der ebenfalls wiedergewählt wurde, und die Diplompädagogin Elke König aus der Nordkirche, die bislang eine der vier Beisitzer im Präsidium war.

Schwerpunkthema der nächsten Synodentagung vom 8. bis 11. November in Bremen sind die Vorbereitungen zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017. In Bremen wird auch der 15 Mitglieder zählende Rat neu gewählt. Ebenso wie bei der Synodenpräses Schwaetzer ist eine Wiederwahl Bedford-Strohms möglich, der von einem halben Jahr dem aus persönlichen Gründen ausgeschiedenen Nikolaus Schneider gefolgt war. Als Präses der Synode gehört Schwaetzer dem Rat qua Amt an.

Sie sprach sich für eine enge Einbeziehung des Parlaments in die Vorbereitungen für 2017 aus. "Die Synode wird weiterhin darüber nachdenken, wie der Reformationsansatz vor 500 Jahren heute in einer modernen und sehr pluralistischen Gesellschaft ausformuliert wird", sagte sie in einem Interview. Es gehe darum, welche Impulse die Reformation in die Gesellschaft hinein entfalten kann.

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