14. Juni 2017 | Landwirtschaftskammer Hamburg

"Gott is groot - heff Moot un glööv"

14. Juni 2017 von Kirsten Fehrs

Grußwort zum 3. Hamburger Bauerntag

Sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister, lieber Olaf Scholz,lieber Herr Lüdeke, meine sehr geehrten Damen und Herren - und natürlich: sehr geehrter Herr Behrmann,

zum 3. Hamburger Bauerntag überbringe ich die herzlichsten Grüße der Nordkirche, danke Ihnen für die Einladung und freue mich, gemeinsam mit Ihnen feiern zu dürfen. Und dazu gibt es gleich mehrerlei Anlass – denn Ehrenpräsident, lieber Herr Behrmann, wird man ja nun auch nicht alle Tage. Dazu gleich mehr.

Und Geburtstag hat man auch nicht alle Tage, lieber Olaf Scholz. Von Herzen gratuliere ich, natürlich verbunden mit reichem Segen, und wünsche weiterhin diese Initiativkraft sowie die Ruhe und Gelassenheit, mit der Sie die Geschicke der Stadt und manchmal auch des Landes lenken. (Und mein persönliches Geschenk besteht darin, gerade nicht den kirchenüblichen Kanon mit allen hier zu singen.)

Ehrenpräsident, lieber Herr Behrmann – das ist eine Auszeichnung, die ja nicht nur Ihr langes ehrenamtliches Engagement im Bauernverband würdigt, sondern die Art, wie Sie Ihr Ehrenamt ausgefüllt haben. Mit hoher fachlicher Kompetenz – und wie man Ihnen nachsagt - einem „eigenen, hanseatisch geprägten Stil“. Dazu mag eine gewisse Form des Understatements gehören – jedenfalls habe ich Sie erst einmal nicht als Präsident des Bauernverbandes kennengelernt, sondern als Mann Ihrer Frau. Ihnen, liebe Frau Behrmann, als langjährige Vorsitzende des Landfrauenvereins begegne ich ja seit Jahren z.B. am Vorabend des Erntedankfestes – und dann bringen Sie dankenswerter Weise auch immer gern Ihren Mann mit J . Der dann auch oft Grußworte spricht. Und das sehr pointiert. Klar in der Sache. Leidenschaftlich für die Landwirtschaft, die mit Augenmaß die Balance zu halten versucht zwischen ökologischem Schutz und wirtschaftlicher Klugheit. Und so danke auch ich Ihnen, lieber Herr Behrmann, für Ihre deutliche und klare Stimme, mit der Sie die Landwirtschaft in einer Metropolregion mit all ihren Herausforderungen vertreten haben. Sie haben ihr damit einen großen Dienst erwiesen!

Und überhaupt liegt mir an diesem Bauerntag daran, auch seitens der Kirche die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern zu würdigen, die unter immer schwerer werdenden Bedingungen für eine ethisch verantwortliche Landwirtschaft einstehen. Viele fragen sich ja schon seit längerem: Wie können gerade die kleineren und mittleren Betriebe überleben? Wie ankommen gegen den immer größer werdenden Flächenbedarf der Stadt?  Und wie steht es mit denen, die die Höfe einmal übernehmen? Immer wieder werden mir in meinem Sprengel, der ja nicht allein die Städte Hamburg und Lübeck umfasst, sondern auch das Alte Land, die Vier-und Marschlanden, Stormarn und Lauenburg, solche Sorgen mitgeteilt. Und dabei wird auch immer wieder deutlich: Es ist enorm wichtig, dass sich Stadt und Land, Dorf und Stadt im Blick behalten!

Gerade am vergangenen Sonntag war ich in so einem Dorf, in Neuenfelde. Wir haben in der St. Pankratiuskirche die restaurierte Arp-Schnitger-Orgel wiedereingeweiht, ein ganz besonderes Instrument, weil der große Orgelbauer ja ebendort auch begraben liegt, in der Kirche selbst. So war es ihm nicht länger zuzumuten, gewissermaßen selbst dauernd die röchelnden Töne und klappernden Tasten seiner eigenen Orgel mitanhören zu müssen... Die St. Pankratiuskirche ist so eine besondere Bauernkirche. Außen ganz schlicht, aber innen ländlicher Barock, wunderbare Szenen von musizierenden Putten, aber auch viele Bilder von der Ernte und aus der Landwirtschaft, die geschnitzten Bänke mit den Namen der Bauernfamilien. Ich bin wirklich froh, dass wir diese Traditionen in unserer Kirche haben und pflegen. Zugleich steht Neuenfelde aber natürlich auch genau für den Wandel der Dorfkultur, für das bisweilen heftige Aufeinandertreffen von Metropole und Umland, von Industrie und Landwirtschaft. Durchaus mit Konflikten verbunden, und als Kirche waren und sind wir immer auch selbst ein Teil davon gewesen - ja müssen es auch sein, wenn wir Kirche bei den Menschen sind. Ich wünsche mir sehr, dass diese bäuerliche Kultur erhalten bleibt. Sie ist ein Kleinod, und sie bewahrt manches, was woanders nicht mehr zu finden ist. Die Dorfkultur ist immer ein wenig bedächtiger als die Stadtkultur, und beständiger. Nicht umsonst finden sich die größten Kunstschätze in unseren Kirchen auf dem Land: Dort wurde einfach sehr lange am Bewährten festgehalten, man lief nicht allem hinterher, was sich Zeitgeist nannte und warf auch entschieden weniger weg – einschließlich Lebensmitteln.

In diesen Zeiten, in denen so viel im Umbruch ist, weltweit und in unserem Land, in diesen unglaublich beschleunigten Zeiten ist das ein Wert an sich. Nicht ab- und hochdrehen, sondern auf dem Boden bleiben. Humilitas nennt man das in der christlichen Tradition: Demut. Humus ist darin enthalten. Weltzugewandt und mit Demut gilt es, festzuhalten an einer geerdeten Besonnenheit, die immer den Nächsten im Blick behält und das Gesamte. Humilitas - das heißt also: Bleiben wir auf dem Teppich, bleiben wir furchtlos und bleiben wir beieinander in unserer Haltung: Für Freiheit, Demokratie, für Menschenrecht und Geschwisterlichkeit. All dies Werte, die es gerade in diesen Zeiten zu schützen gilt!

Festen Boden unter den Füßen behalten und sich nicht ängstigen lassen. Davon zeugen auch die alten Hausinschriften, etwa im Alten Land. "Gott is groot - heff Moot un glööv". Auch gegen die widrigen Umstände, gegen Missernten und Sturmfluten, Krankheiten und Kriege – heff Moot un glööv. Diese Lebenseinstellung wurzelt in dem Bewusstsein, dass wir wirklich in einem gesegneten Land leben. Mit gutem, fruchtbaren Boden. Der Ackerboden ist im buchstäblichen Sinne die Grundlage unseres Lebens. Er wurde uns Menschen anvertraut, damit wir ihn bebauen und bewahren. Sie als Landwirte haben die große Aufgabe, dieses Erbe für die kommenden Generationen zu bewahren – und wir als Kirche möchten wir sie darin stärken, begleiten und würdigen, was Sie für unser Land tun. Und so schließe ich wie ich begonnen habe: mit einem Dank für die Einladung zu diesem Fest, das mir Gelegenheit gibt, diesen Dank auch einmal persönlich auszusprechen.

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