„Suspended Coffee”

Kaffee für zwei - Der gespendete Kaffee wird in Deutschland immer beliebter

„suspended coffee” - zum Beispiel in Hamburger Stadtteil St.-Georg
„suspended coffee” - zum Beispiel in Hamburger Stadtteil St.-Georg© epd-bild / Stephan Wallocha

02. Januar 2014 von Doreen Gliemann

Wer einen "suspended coffee" ordert, spendet damit einem Bedürftigen ein heißes Getränk. Die Idee stammt aus sozialen Netzwerken im Internet. Dijana Ilic macht mit. Sie ist die Leiterin des "Lohascoffee", einer Szenebar im Hamburger Stadtteil St. Georg, mit freundlichem orangefarbenem Licht und viel freier Fläche. Ein Kaffee, bio und fair gehandelt, kostet hier schon mal 3,60 Euro - aber nicht für Leute wie Jon. Die bekommen ihn umsonst.

Das, was Dijana Ilic an Bedürftige in ihrem Viertel ausschenkt, nennt sich „suspendier coffee”- aufgeschobener Kaffee - und wird in ganz Deutschland immer populärer. Wer in eine Bar geht und einen solchen Kaffee ordert, der bezahlt eigentlich zwei: Einen erhält er selber - und der nächste wird umgewandelt in einen Gutschein, den einlösen kann, wer sich sonst keinen Kaffee leisten kann. Etwa drei Leute sind es, die sich an einem durchschnittlichen Wintertag bei Dijana Ilic einen Kaffee holen - oder eben ein anderes Getränk. 

Zum ersten Mal von „suspendier coffee” gelesen hat Dijana Ilic im Internet: In einem Forum für Café-Betreiber schrieb jemand einen Beitrag darüber. Das war vor etwa einem halben Jahr.

Bei vielen Ideen, die sich über Soziale Netzwerke im Internet fortpflanzen, ist es hinterher nicht immer ganz leicht, einen Urheber zu finden. Bei „suspended coffee"” ist das anders - jedenfalls, was die Verbreitung in Deutschland betrifft: Sie lässt sich zurückführen auf Saskia Rüdiger, eine 17-jährige Schülerin aus dem sächsischen Zwönitz, die selber keinen Kaffee trinkt. 

In Neapel gibt es Kaffee-Spenden schon länger - über facebook reist die Idee um die Welt

„Ich habe über Facebook davon erfahren, dass es eine internationale Kampagne gibt, die sich schon in vielen Ländern durchgesetzt hat.” Nur nicht in Deutschland, wie Saskia Rüdiger erfuhr, als sie den Betreiber der entsprechenden Seite einfach mal anrief. Das war am 8. April 2013, am 9. April war das schon anders. „Ich habe dann schnell eine Facebook-Seite gebaut: 'Suspended Coffees Germany'.”

Ihr Eintrag sei erst völlig unbekannt gewesen. „Er wurde aber immer mehr geteilt und bekam immer mehr 'Gefällt mir'-Angaben”, sagt Rüdiger. Und nach sechs Wochen habe sich sich ein Café aus Marburg gemeldet, später eines aus Bielefeld. „Eine Bielefelder Zeitung hat dann über die Idee berichtet, seitdem haben weitere Cafes in der Gegend mitgemacht.” 

Mittlerweile gibt es knapp 50 Suspended-Coffee-Bars in Deutschland und eine eigene Website für das Projekt abseits von Facebook. „Bei mir hat sich einfach jemand gemeldet, der ein bisschen was von Technik versteht und gefragt, ob er etwas tun kann”, erzählt die engagierte Schülerin.

Gute Tat - oder doch nur Wohlfühl-Initiative?

„Das ist eine großartige Aktion, weil es damit nicht nur um Kaffee geht: Man zeigt den Bedürftigen, dass man an sie denkt. Und zwar nicht von oben herab. Alle Menschen sind dadurch gleichgestellt”, findet Saskia Rüdiger. Kaffeebetreiberin Djana Ilic glaubt, die Idee funktioniert vor allem darum so gut, weil der Spender anonym bleibt. „Man muss an niemanden herantreten”, sagt sie. 

Hier setzt aber auch Kritik an: Der Armutsforscher Helmut P. Gaisburger spricht gegenüber der Süddeutschen Zeitung von einer „Wohlfühl-Initiative”: „Man muss sich nicht schmutzig machen”. Und die Autorin Kathrin Hartmann ergänzt: Man sei kein Held, wenn man einen zweiten Kaffee zahle und „demjenigen, dem man angeblich helfen will, nicht mal in die Augen sehen will”. 

„Suspendier coffee” ist sicher ein Beispiel dafür, wie sich eine Botschaft über das Internet verbreiten kann, wenn sie nur genügend Menschen in ihren Bann zieht. Dass umgekehrt Menschen erst Kaffee verschenken, seit sie online sind, stimmt natürlich nicht: Seit vielen Jahrzehnten kennt man in Neapel die "caffès sospesos" - nach genau dem gleichen Prinzip. 

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