Friedensgebete und Demonstrationen

Mecklenburg-Vorpommern: Mehr als 3.000 Menschen setzten Zeichen gegen „Pegida”

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Symbolbild© Andrey Kuzmin - Fotolia

12. Januar 2015 von Doreen Gliemann, Anne-Dorle Hoffgaard

Schwerin. Mehr als 3.000 Menschen haben am Montag in Schwerin, Stralsund und Rostock Flagge gegen die islam- und asylkritische „Pegida”-Bewegung gezeigt, die am selben Tag erstmals im Nordosten in Schwerin und Stralsund mit insgesamt etwa 450 Teilnehmern demonstrierte.

In Schwerin kamen laut Polizei rund 800 Menschen auf dem Alten Garten zu einer Anti-"MVgida"-Demonstration zusammen, darunter auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). An der teilweise zeitgleichen "MVgida"-Demonstration in Schwerin beteiligten sich laut Polizei etwa 200 Menschen, darunter auch der Vorsitzende der Schweriner NPD-Landtagsfraktion, Udo Pastörs.

Zudem wurde in Schwerin um 18.30 Uhr das Licht an repräsentativen Gebäuden wie etwa dem Schloss, dem Theater und dem Staatlichen Museum ausgeschaltet, um den Islamkritikern keine Kulisse zu bieten. Die evangelischen und katholischen Schweriner Kirchen waren zwischen 18.30 und 20 Uhr für Gebet und Stille geöffnet. Die Altarkerzen brannten. Nach kirchlichen Angaben waren die Sakralbauten ansonsten "als Symbol zum Nachdenken über die aktuellen Ereignisse und gegen die Ausgrenzung von Flüchtlingen" jedoch verdunkelt. 

In Stralsund beteiligten sich laut Polizei etwa 400 Menschen an einer Gegendemonstration zu "MVgida" sowie an einer Menschenkette. An der dortigen "MVgida"-Demonstration nahmen rund 250 Menschen teil. Zudem gab es ein Friedensgebet in der Marienkirche mit rund 160 Teilnehmern. 

Insgesamt rund 1.800 Menschen zählte die Polizei in Rostock bei vier Gegenaktionen zu "Rogida", einem weiteren "Pegida"-Ableger. Zu den Gegenaktionen gehörte auch eine interreligiöse Begegnung in der Marienkirche, zu der die evangelische Innenstadtgemeinde gemeinsam mit der jüdischen und der muslimischen Gemeinde eingeladen hatte. Die ursprünglich für Montag in Rostock angemeldete "Rogida"-Demonstration war vom Veranstalter kurzfristig abgesagt worden. Bereits am 5. Januar waren in der mecklenburgischen Hansestadt rund 800 "Rogida"-Gegner auf die Straße gegangen und hatten für Toleranz und Solidarität demonstriert.

Bundesweite Proteste gegen islamfeindliche Pegida-Bewegung

Zehntausende Menschen haben am Montagabend in zahlreichen deutschen Städten gegen die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung protestiert. Rund 30.000 Gegendemonstranten versammelten sich nach den Worten von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in Leipzig. In München gingen etwa 20.000 Menschen auf die Straße, in Hannover 19.000, und in Berlin beteiligen sich etwa 4.000 Menschen an dem Protest. Während vielerorts nur einige hundert "Pegida"-Anhänger demonstrierten, blieb der Zulauf in Dresden indes weiterhin groß.

Zwei Tage nach einer Demonstration für Weltoffenheit in der sächsischen Landeshauptstadt gingen dort am Montagabend erneut Tausende "Pegida"-Unterstützer auf die Straße. Teilnehmerzahlen wollte die Polizei allerdings erst nach 21 Uhr bekanntgeben. Eine Woche zuvor hatten in Dresden rund 18.000 "Pegida"-Anhänger demonstriert. Nach den Terroranschlägen von Paris hielten die Teilnehmer diesmal eine Schweigeminute ab. Am Samstag hatten rund 35.000 Menschen in Dresden für Weltoffenheit und Toleranz demonstriert.

Zu den insgesamt sieben angemeldeten Gegenkundgebungen am Montagabend in Leipzig hatten Kirchen, zivilgesellschaftliche Gruppen, linke Parteien, Studentenräte und Oberbürgermeister Jung aufgerufen. Nach einer Ansprache des französischen Generalkonsuls wurden die Opfer des Terroranschlags auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" mit einer Schweigeminute geehrt. In der durch die friedliche Revolution 1989 in der DDR berühmt gewordenen Nikolaikirche hatten zuvor ein Friedensgebet und eine Mahnwache stattgefunden.

Nach heftiger Kritik hatte die Stadt Leipzig ein zuvor verhängtes Verbot des Zeigens von Mohammed-Karikaturen auf der "Pegida"-Demonstration wieder aufgehoben. Die Meinungsfreiheit sei ein sehr hohes Gut, und vor dem Hintergrund der Anschläge von Paris könne sie nicht hoch genug eingeordnet werden, erklärte Oberbürgermeister Jung. Deshalb sei das Verbot von Mohammed-Karrikaturen letztlich doch aufgehoben worden. Erste Schätzungen am Abend gingen von etwas mehr als 2.000 Teilnehmern an der "Legida"-Demonstration aus.

Die Polizei in Saarbrücken schätzte am Montagabend die Zahl der "Pegida"-Gegendemonstranten in der saarländischen Landeshauptstadt auf 9.000, denen etwa 300 "Pegida"-Anhänger gegenüberstanden. Zu Gegenkundgebungen in Düsseldorf kamen rund 5.500 Menschen zusammen, während zur zeitgleich stattfindenden "Pegida"-Veranstaltung am frühen Abend lediglich 150 Teilnehmer erschienen. Mehr als 3.500 Menschen demonstrierten am Montagabend in Hamburg für Freiheit und Demokratie.

Bundeskanzlerin Merkel für mehr Dialog 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warb für einen verstärkten Dialog zwischen den Religionen. Man wolle in Deutschland ein friedliches Zusammenleben von Muslimen und Menschen, die anderen Religionen angehörten, sagte sie am Montag nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Berlin. Merkel betonte: "Der Islam gehört zu Deutschland. Das ist so. Dieser Meinung bin ich auch." Sie verwies damit auf den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, der 2010 mit seinem Satz, der Islam gehöre zu Deutschland, eine erregte Debatte losgetreten hatte. 

Bei der Großveranstaltung "München ist bunt" trat am Montagabend unter anderem der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) als Redner auf. Er sagte, die Menschen seien in München auf die Straße gegangen, "weil wir das Feld nicht denen überlassen, die versuchen unsere Gesellschaft zu spalten" und jenen, die "für ihre menschenverachtende Ideologie eine ganze Religion als Geisel nehmen", sagte der SPD-Politiker. Zur Kundgebung des Münchner "Pegida"-Ablegers kamen laut Polizei rund 800 Menschen.

In Berlin führte die Demonstration der "Pegida"-Kritiker vom Bundeskanzleramt am Brandenburger Tor vorbei zum Alexanderplatz. Unter den Teilnehmern waren auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und Berlins Integrationssenatorin Dilek Kolat (beide SPD). Integrationssenatorin Kolat rief dazu auf, für Freiheit, Toleranz und Frieden zusammenzustehen. Dem "Pegida"-Marsch in der Bundeshauptstadt hatten sich zum Auftakt am Brandenburger Tor 400 Menschen angeschlossen.

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