25 Jahre "Arbeitsstelle Kirche und Stadt"

Mit Zuversicht auf den Wandel blicken - "Suchet der Stadt Bestes"

Die Hamburger Hauptkirche St. Katharinen.
Die Hamburger Hauptkirche St. Katharinen.© iStockphoto, Jeannot Olivet

11. Januar 2013 von Simone Viere

Hamburg. Wenn sich die Stadt verändert, dann müssen sich auch die Kirchen wandeln. Aus dieser ebenso schlichten wie einleuchtenden Erkenntnis heraus gründete sich an der Hamburger Universität eine bundesweit bislang einzigartige Einrichtung: die "Arbeitsstelle Kirche und Stadt".

Grünberg ist der wissenschaftlichen Perspektive treu geblieben. Dass er es nicht bei der Darstellung bestehender Strukturen belässt, sondern aus den Ergebnissen auch eigene Vorstellungen und Visionen ableitet, ist dabei nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Während er an der Universität stets eine "große Offenheit" erlebt habe, seien in der Kirche längst nicht alle Anregungen der Arbeitsstelle aufgenommen worden. "Wir sind ein kritischer Spiegel", meint Grünberg, aber damit auch eine "Sehhilfe".

Die Ansiedelung der Arbeitsstelle an der Universität sei daher auch eine Chance für die Kirche. "Bei uns werden die aktuellen Fragen direkt auf dem Flur mit den Studierenden diskutiert", ergänzt Nils Petersen, der die Arbeitsstelle seit drei Jahren als wissenschaftlicher Geschäftsführer komplettiert. "Die stetig wechselnden Doktoranden haben unterschiedliche Ansätze und neue Gedanken eingebracht", lobt Grünberg.

Studenten diskutieren über aktuelle Fragen

Das größte Projekt der Arbeitsstelle war eine Analyse der Symbolkirchen im Ostseeraum. Sie führte Grünberg die gesamte Küste entlang, von Kiel bis Kaliningrad. Selten zuvor sei ihm so offenbar geworden, dass Kirchengebäude nicht nur "Speicher der Geschichte einer Gesellschaft" sind, sondern dass sie "Brückenfunktionen" haben. "Jenseits aller revisionistischen Gedanken haben wir gespürt, welche großartige Erfahrung das gemeinsame Erinnern an Traditionen sein kann", schwärmt der Theologe noch heute.

Dass er mit der Untersuchung der Backsteinkirchen im Norden zugleich auch ein Visionär der damals erst schemenhaft am Horizont erkennbaren Nordkirche sein würde, sieht er mit Genugtuung: "Mein Blick ging schon immer in den Osten", sagt der gebürtige Pommer.

Grünberg: "Die religiöse Sehnsucht in der Stadt ist größer denn je."

Sein Fazit für "der Stadt Bestes" nach 25 Jahren ist kurz: "Neugierig bleiben!" Noch in den "verrücktesten Formen" ließe sich eine "Gottesssehnsucht" entdecken. "Setzen Sie bei den Menschen ein religiöses Interesse voraus", lautet sein Appell. Während andere von Säkularisierung reden, vertritt Grünberg freimütig die Gegenthese: "Die religiöse Sehnsucht in der Stadt ist größer denn je."

 

Am 16. Januar jährt sich ihre Gründung zum 25. Mal. Ihre anspruchsvolle Mission lässt sich mit dem Satz des biblischen Propheten Jeremia zusammenfassen: "Suchet der Stadt Bestes". 

"Stadtteilarbeit und kirchliche Arbeit sind immer zwei Seiten derselben Medaille", sagt der Gründer und Leiter der Arbeitsstelle, Wolfgang Grünberg (72). Nach einem Viertel-Jahrhundert zieht der emeritierte Professor für Praktische Theologie eine selbstbewusste Bilanz: "Wir sind keine Macht, aber wir haben die kirchliche Landschaft ein Stück weit mitgeprägt."

Dass die Arbeitsstelle Einfluss auf Denken und Strukturen der Kirche genommen hat, dokumentiert nicht zuletzt die in Kürze erscheinende 20-bändige Publikationsreihe "Kirche in der Stadt". Ihre Titel lesen sich wie die immerwährende Aufgabenliste kirchlicher Großstadtarbeit: "Die Armen und die Reichen - Soziale Gerechtigkeit in der Stadt?", "Fremde Nachbarn - Religionen in der Stadt" oder "Der räumliche Gott - Was sind Kirchengebäude theologisch?"

Eine Vielzahl religiöser Gemeinschaften ist in Hamburg zu finden

Ausgangspunkt für die Arbeit der von Landeskirche, Universität und einer Stiftung unterstützten Einrichtung war zunächst die Vermessung der religiösen Landschaft in Hamburg. Und schon die ließ Anfang der 90er Jahre mächtig aufhorchen: Statt auf eine säkularisierte Metropole stießen Grünberg und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter auf eine Vielzahl religiöser Gemeinschaften, Verbände und Strömungen. 179 Einträge zählte das "Lexikon der Hamburger Religionsgemeinschaften", das Grünberg mit seinem damaligen Mitarbeiter Ralf Meister herausgab, der mittlerweile Bischof der Hannoverschen Landeskirche ist.

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