Bischof Dr. Abromeit spricht einer Pastorin und zwei Pastoren den Segen zu

Ordination im Greifswalder Dom St. Nikolai am kommenden Sonntag

V.l.n.r.: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Franziska Zimmermann, Dr. Ulf Harder und Stefan Fricke
V.l.n.r.: Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Franziska Zimmermann, Dr. Ulf Harder und Stefan Fricke© Annette Klinkhardt/Nordkirche

11. April 2013 von Annette Klinkhardt

Greifswald. Am kommenden Sonntag (14. April) um 14 Uhr ordiniert Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit im Greifswalder Dom St. Nikolai Franziska Zimmermann, Dr. Ulf Harder und Stefan Fricke.

In der Ordination überträgt die Kirche das Predigtamt und das Recht zur selbständigen Verwaltung der Sakramente, also Abendmahl und Taufe. In jahrtausendealter christlicher Tradition werden den angehenden Pastoren dazu die Hände aufgelegt und Segensworte gesprochen. „Da wir bei einer Ordination auch immer das Zusammenwirken von Landeskirche und Kirchengemeinde zum Ausdruck kommen lassen wollen, freue ich mich, dass schon so viele Gäste aus den Gemeinden zugesagt haben“, so Bischof Abromeit.

Ordiniert und in den kirchlichen Dienst entsandt werden eine Pastorin und zwei Pastoren:

Franziska Zimmermann (Jahrgang 1983) ist in Pasewalk bei „kirchlich sehr engagierten Eltern und Großeltern“ aufgewachsen, wie sie sagt. „Das hatte bei uns eine gute Tradition“. Von den Einschränkungen, die ihre Eltern während der DDR-Zeit deshalb erdulden mussten, erfuhr Franziska Zimmermann erst später aus Erzählungen.
Eine hervorragende Jugendarbeit in der Pasewalker Gemeinde weckte bei ihr den Wunsch, selbst einmal Jugendliche für ein christliches Leben zu gewinnen. Sie studierte in Leipzig, Marburg und Greifswald Theologie. „Interessant war für mich die Zeit in Marburg mit seiner sehr linken Studentenszene: Hier habe ich Marxbüsten mal in einem ganz anderen Zusammenhang gesehen.“

Ab 2010 absolvierte sie in Beggerow ihr Vikariat, also die praktische Ausbildung für Pastorinnen und Pastoren vor dem zweiten Staatsexamen: „Dass ich Jugendarbeit mag, war mir klar. Eine unerwartete Erfahrung für mich war, dass ich sehr gerne mit mit unseren Senioren zusammen war, beispielsweise bei Seniorengesprächskreisen.“

Seit Anfang des Monats hat die junge Pastorin nun die erste Pfarrstelle in Demmin inne, die durch die Wahl von Gerd Panknin zum Propst im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis monatelang vakant war und ist mit ihrem Verlobten dorthin gezogen. „Ich finde es sehr schön, dass wir hier so viele engagierte Ehrenamtliche haben“, berichtet sie von ihrem ersten Eindruck. Akzente setzen möchte sie in der Arbeit mit jungen Familien: „Wir haben hier viele Kinder, und ich möchte, dass wir deren Familien mit ins Boot holen, weil ich glaube, dass sich das Evangelium am besten in Familien fortsetzt.“

Ursprünglich wollte Dr. Ulf Harder Paläontologe werden und Fossilien studieren, also die Spuren von Leben vor Millionen von Jahren. Doch dank guter Gespräche in evangelischen Kommunitäten (eine Art religiöser Lebensgemeinschaft) kam er zum Theologiestudium und setzt sich seitdem vor allem damit auseinander, wie das Leben heute gelingen kann. Ulf Harder wurde 1977 in Greifswald geboren, hat in Gristow seine ersten Lebensjahre verbracht und ist mit sechs Jahren nach Altefähr auf Rügen gezogen. Von dort aus war sein Vater als Propst der pommerschen Landeskirche vorwiegend seelsorgerlich tätig. Mindestens ebenso wie sein christliches Elternhaus haben den Jugendlichen Gleichaltrige geprägt, die sich für die Kirche engagiert haben. Als Vater von zwei Kleinkindern sagt er heute: "Das finde ich ganz wichtig, dass jungen Menschen Zugänge zum christlichen Glauben auch unabhängig vom Elternhaus angeboten werden.“

Er studierte Theologie in Rostock und Tübingen und machte vor zehn Jahren in Greifswald sein Examen. Gemeindeluft schnupperte er schon einmal 2003, als er in der Greifswalder Johannesgemeinde verschiedene Projekte betreute. Seit 2004 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Praktische Theologie an der Greifswalder Universität. Sein Schwerpunkt: Seelsorge, genauer - präventive Seelsorge. Menschen suchen Seelsorge meist dann, wenn sie nicht mehr weiterwissen, wenn die Krise schon da ist, so seine Erfahrung. „In meiner Doktorarbeit habe ich untersucht, ob es nicht so etwas wie eine vorbeugende Seelsorge geben könnte, etwa begleitende Gespräche mit angehenden Ehepaaren.“ Seine – wie er selbst sagt – „Schreibtischthesen“ wird er ab September als Pastor der Gemeinde Züssow-Ranzin-Zarnekow überprüfen können.

Bereits seit März ist Stefan Fricke Pastor zur Anstellung im Gemeindeverband Zirchow-Morgenitz im südlichen Usedom, dem „Achterland“ der Insel. „Ich mag es, wenn es wie heute um acht Uhr morgens klingelt und Gemeindeglieder mich wegen einer Beerdigung sprechen wollen, bevor sie zum Bestatter gehen“, erzählt der 42Jährige. „Das zeigt, dass sie Vertrauen zu mir haben, und das freut mich.“ Ihm gehe es darum, „als Pastor wirklich da zu sein für die Leute, zu ihren Geburtstagen zu erscheinen und zu signalisieren, dass sie willkommen sind auch mit ihren Problemen.“ Er empfindet es als „Privileg“, dass er in seinem Beruf sein christliches Verständnis von der Welt täglich leben kann und darin verstanden und bestärkt wird.

Aufgewachsen ist Stefan Fricke als Sohn einer Gemeindeschwester und eines Friedhofsgärtners in Bergen auf Rügen. Die dortige Junge Gemeinde hat ihn „entscheidend“ geprägt, wie er heute sagt. Nach dem Abitur wollte er eigentlich zur christlichen Seefahrt – das war noch vor der Wende. Er befürchtete jedoch, aus politischen Gründen nicht zugelassen zu werden und änderte seine Pläne: Nach dem Zivildienst ließ er sich zum Physiotherapeuten ausbilden und arbeitete in diesem Beruf in Frankfurt am Main und in Berlin. Mit knapp 30 Jahren entschied er sich zum Theologiestudium. „Meine Freunde haben damals gesagt ‚Na endlich!‘“ Studiert hat er in Berlin, Göttingen und Greifswald und wurde während dieser Zeit zum ersten Mal Vater.

Sein Vikariat absolvierte er in der Stralsunder Luther-Auferstehungsgemeinde, in der sich lebendige Gemeindearbeit in der Triebseer Vorstadt mit dem Engagement der Jugendkirche und des Nachbarschaftszentrums in Grünhufe verbindet. Von dieser Zeit hat er sehr profitiert: „Eine Atmosphäre der gegenseitigen Annahme und ein Interesse am Leben der Gemeinde zu wecken, sehe ich als einen Weg, dem Wort Gottes Raum zu schaffen“, so Stefan Fricke.

Der Pastor ist mit einer Physiotherapeutin verheiratet und hat zwei Kinder.

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