6. Oktober 2017 | IHK zu Schwerin

Über Kaufhandlung und Wucher - Martin Luthers Vorstellungen über fairen Handel und gerechtes Wirtschaften

06. Oktober 2017 von Hans-Jürgen Abromeit

Vortrag bei der Auftaktveranstaltung "Unternehmer in der Verantwortung" unter dem Motto „Wirtschaft, Arbeit, Kirche – Der ehrbare Kaufmann und das christliche Menschenbild“

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer wissen will, wie aktuell Luther ist, braucht nur die Zeitung aufzuschlagen. Der Diesel-Skandal erhitzt dort die Gemüter. Zu Recht, finde ich. Hemmungslose Verantwortliche in den multinationalen Konzernen haben über Jahre hinweg die Verbraucher auch in unserem Land betrogen und die Gesundheit aller riskiert. Die Gier dieser Leute hat das Label ‚Made in Germany‘ in Verruf gebracht. Das hat ‚fairem Handel‘ nichts mehr zu tun, nicht mal mit Fair Play. Viel Vertrauen ging auf diese Weise verloren. Ich glaube, es wäre uns manches erspart geblieben, hätten sie auf Luther gehört. Der stimmgewaltige Reformator hatte sich in seiner Zeit auch klug und pointiert mit Wirtschaftsfragen auseinander gesetzt. Es lohnt noch immer – auch und gerade für den Mittelstand – Luthers Überlegungen zu folgen. Deshalb möchte ich - kurz bevor wir am 31. Oktober den 500. Jahrestag des Thesenanschlags an die Wittenberger Schlosskirche feiern - mit ihnen in drei Schritten darüber nachdenken, welche Anregungen Martin Luther für fairen Handel und gerechtes Wirtschaften heute gibt.

1. Warum und in welcher Weise war das Thema Wirtschaft für Luther und seine Zeit zentral? 2. Was waren Martin Luthers Vorstellungen von fairem Handel und gerechtems Wirtschaften und welche Rolle spielt sein christliches Menschenbild dabei? 3. Inwiefern sind diese Gedanken für uns heute relevant? Komme ich nun also zu meinem ersten Punkt.

Warum und in welcher Weise war das Thema Wirtschaft für Luther und seine Zeit zentral?

Die Globalisierung ist kein Phänomen der letzten Jahrzehnte. Bereits das 16. Jahrhundert erlebte eine Globalisierungswelle. Es wandelte sich eine ganze Welt. Die Entdeckung Amerikas und das Heranstürmen der Osmanen (Türken) nach Europa haben die europäischen Handelsströme nahezu vollständig umgepolt.[1] Parallel dazu gab es im so genannten Heiligen römischen Reich Deutscher Nation, kurz einfach nur ‚das Reich‘ genannt, zwei wegweisende Entwicklungen. In Oberdeutschland gewannen die Familien der Fugger und der Welser sagenhaften Einfluss und Reichtum. Sie etablierten Handelshäuser, die ihresgleichen suchen. Darüber hinaus kam es in Sachsen Ende des 15. Jahrhundert zum ‚großen Berggeschrey‘. Das war eine Entwicklung, die mit dem nordamerikanischen Goldrausch des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist, nur dass sie eben das Silber des Erzgebirges betraf. Diese beiden Entwicklungen sind für Luther von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ein Beispiel: Die sächsische Universität Wittenberg, die Wiege der Reformation schlechthin, konnte überhaupt erst gegründet werden, weil es diese immensen Silbervorkommen im Gebiet des sächsischen Kurfürsten gab. Daneben waren es gerade die aufkommenden Städte in Oberdeutschland mit ihren frühbürgerlichen Handelshäusern, in denen sich die Reformation so rasch verbreitete.

Luther lebte in einer Welt, die innerhalb von ein bis zwei Generationen zu vorher nie gekanntem Reichtum und nie gekannter wirtschaftlicher Bedeutung gekommen war. Luther war mittendrin. Er war selbst der  Sohn eines Bergwerkunternehmers, der in dieser ‚Boombranche‘ sein Glück gemacht hatte. So hatte er die Veränderungen seiner Zeit in der eigenen Familie erlebt.

Überhaupt geschah an der Wende zur Neuzeit eine Zäsur im Wirtschaftsleben der einfachen Leute. Im Mittelalter war Geld selten. Die Menschen tauschten viel und Münzen waren für viele Abläufe schlicht nicht notwendig. Die wachsende Silbergewinnung sorgte allerdings dafür, dass mehr Menschen Geld hatten. Zugleich öffnete sich die Schere zwischen Arm und Reich. Ein Bürgertum entstand, das über Geld verfügte. Umgekehrt wurde die Armut der geldlosen Bevölkerung offenkundig. Luther sah Menschen, die für Geld ihre Seele dem Fegefeuer entreißen wollten. „Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!“ – so lautete der bekannte Spruch des Ablasspredigers Johann Tetzel. Es war das sogenannte Ablasswesen, das Luther zur Abfassung seiner 95 Thesen trieb. Zusammenfassend kann man sagen: Zur Zeit Luthers verändern sich Handel und Geldwirtschaft in hohem Maße. Globalisierung und Kapitalisierung der Märkte verändern das Leben der Menschen.

Was waren Martin Luthers Vorstellungen über fairen Handel und gerechtes Wirtschaften und welche Rolle spielt sein christliches Menschenbild dabei?

Es wird Sie nicht wundern, dass Luther vor allem das Geld kritisch beleuchtet, wenn er über die Wirtschaft spricht. Mehrfach äußert er sich explizit zu Wirtschaftsfragen. Besonders deutlich tut er dies in seiner Schrift „Von Kaufhandlung und Wucher“ aus dem Jahr 1524. Hier geht es vor allem um die Frage, wie eigentlich ein gerechter Preis für Handelswaren entsteht. Mit bestechender Klugheit skizziert er die frühkapitalistische Wirtschaft: „Erstens haben die Kaufleute unter sich eine allgemeine Regel, das ist ihr Hauptspruch und Grund aller Wuchertricke, dass sie sagen: Ich darf meine Ware so teuer verkaufen, wie ich kann.“[2] Hier muss man freilich sehen, dass Luther in einer nahezu deregulierten Wirtschaft lebt. Es gibt keine Kartellwächter, keinen Verbraucherschutz und auch sonst kaum Kontrolle durch den Staat. Der Reformator redet nun den Kaufleuten ins Gewissen. Er tut dies in seiner typischen, drastischen Art und lässt einen – sozusagen turbokapitalistischen – Kaufmann sagen: „Wenn ich nur meinen Gewinn habe und meinen Geiz stille, was geht es mich an, dass es meinem Nächsten zehn Schaden auf einmal zufügt.“[3] 

Demgegenüber stellt er seine eigene Sicht der Dinge so dar: „Die Kaufleute sollten nicht sagen: Ich darf meine Ware so teuer verkaufen, wie ich kann oder will, sondern so: Ich kann meine Waren so teuer verkaufen, wie ich darf oder wie es recht und angemessen ist. Denn dein Verkaufen soll nicht ein Werk sein, das frei in deiner Macht und Willen ohne alles Gesetz und Maß steht, als wärest du ein Gott, der daran an niemanden gebunden wäre. Sondern weil dein Verkaufen ein Werk ist, das du gegen deinen Nächsten ausübst, soll es durch Gesetz und Gewissen begrenzt sein, so dass du es ohne Schaden und Nachteile deines Nächsten ausübst.“[4] Dieses Lutherzitat hat es in sich. Hier wird deutlich, dass der Reformator durchaus ein Freund des Handels war. Allerdings ist ihm bewusst, dass ein entgrenzter Handel durch die Gier des Menschen anderen Menschen großes Leid zufügt. Handel braucht Grenzen. Aber wie sollen diese Grenzen nun gesetzt werden? Luthers Antwort darauf ist so modern, dass man sie leicht überliest. Denn sie erscheint uns heute so selbstverständlich.

Zwei Dinge tun Not, damit ein fairer Handel entsteht. Wir brauchen das Gesetz und das Gewissen. Handel braucht Gesetze und Gesetze werden durch die Obrigkeit erlassen und durchgesetzt. Er ist ein absoluter Befürworter eines gut gegliederten und weise regierten Gemeinwesens. Auch das ist revolutionärer, als es uns heute vielleicht erscheint. Denn Luther vertraut darauf, dass Gott selbst das Gemeinwesen gründet und erhält. Anders als einige evangelische Gruppen, aber auch im Unterschied zu der päpstlichen Kirche seiner Zeit traut er dem Gemeinwesen zu, dass es ohne das dauernde Eingreifen der Kirche funktioniert. Für Luther ist die Welt zweigeteilt. Auf der einen Seite regiert der Fürst über den Leib des Menschen. Auf der anderen Seite richtet sich die Kirche an seine Seele. Wenn Luther nun also bei seiner Forderung nach einer gerechten Wirtschaft so großen Wert auf das Gesetz liegt, so zeigt es sein Vertrauen in ein Gebilde, das wir heute Rechtsstaat nennen.

Ergänzend zum allgemeinen Gesetz betont er das individuelle Gewissen. Auch das ist spektakulärer, als man es zunächst denkt. Denn das Wort Gewissen verdankt sich letztlich Luther selbst. Er hat es für die deutsche Sprache erfunden. Für Luther ist das Gewissen eine Stimme in uns, die uns den Weg zu einem guten und gottgefälligen, sowie menschenfreundlichen Handeln weist. Luther ist also getragen von einem positiven Menschenbild. Er traut dem Menschen zu, seine mächtige Gier durch Gesetz und Gewissen zu begrenzen. Wenn Luther über die Gier spricht, erscheint er mir sehr modern. In seiner Schrift sieht er die wirtschaftlichen Probleme seiner Zeit, die uns auch heute noch belasten. Er kritisiert Monopole, Dumpings, illegale Absprachen, Spekulanten und das Problem, dass kleine Vergehen hart bestraft werden, während die ‚großen Fische‘ mit ihren Wirtschaftsverbrechen ungehindert durchkommen: „Kleine Diebe liegen im Schuldturm und im Stock, aber öffentliche Diebe gehen in Gold und Seide.“[5] Ein fairer und verantwortungsbewusster Handel ist dagegen sein unbedingtes Ideal.

Das zweite Übel, gegen das Luther angeht, ist der Zins.[6] Luther hat prägende Erfahrungen mit der Geldwirtschaft gemacht. Denn es war ein Geldgeschäft zwischen dem Bischof Albrecht von Brandenburg und der Familie Fugger, das zur Folge hatte, dass 1517 die Ablassprediger in die Nähe von Wittenberg kamen – Luthers Antwort darauf, die 95 Thesen, sind der Anlass für all die Reformationsfeierlichkeiten in diesem Jahr. 1522 verfasste Luther nun seinen ‚Sermon von dem Wucher‘. An den Zinsen kritisiert Luther insbesondere die daraus erwachsende Gier und damit gekoppelt die Trägheit, welche die Zinsen nach sich ziehen: „Nun fürchte ich, dass man beim Zinskaufen recht wenig darauf achtet, wie es dem Nächsten bekommt, wenn nur unser Zins und Gut sicher ist, was man doch auf keine Weise suchen soll. Es ist gewiss ein Anzeichen von Geiz oder Faulheit; wenn auch der Kauf dadurch nicht schlimmer wird, so ist es doch Sünde vor Gott.“[7] Zinsen führen zu Trägheit und dies ist eine Sünde vor Gott.

Was meint Luther mit Sünde und warum bezieht er sie ausgerechnet auf die Trägheit? Das Wort Sünde ist in unserer heutigen Sprache verzerrt. Wenn Luther über ‚Sünde‘ spricht, denkt er nicht an so vergleichsweise harmlose Dinge wie ein Stückchen Torte mehr, als es vielleicht gut für mich wäre, oder Parken im Halteverbot als Verkehrssünders. Die Sünde liegt tiefer. Luther sieht es so, dass der Mensch sich ständig übervorteilt, hintergangen und zu kurz gekommen fühlt. Etwas im Menschen schreit ständig nach mehr und so ist der Mensch kontinuierlich auf sich selbst und seinen eigenen, unstillbaren Hunger bezogen. Luther benutzt dafür das für sich sprechende Bild vom in sich verkrümmten Menschen. So kann er Gott nicht sehen, der ihm entgegen kommt und auch nicht seinen Nächsten. Deshalb verhindert das ‚Ich! Ich! Ich!‘ des Sünders den Kontakt zu Gott. Jetzt wird auch klar, warum der Zins eine Quelle der Sünde ist. Denn ist der Zins einmal da, werden die Fragen im Kopf wach: Wo kriege ich mehr für mein Geld? Wo ist der beste Zins, die beste Rendite? Damit verliert der Mensch den Menschen und auch Gott aus dem Blick. Das ist die eine Seite.

Darüber hinaus macht der Zins den Menschen träge. Dabei ist der Mensch für Luther ein Homo Faber, ein fröhlich schaffender, schöpferisch-kreativer Geist.[8] Luther sagt: „Denn der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.“[9] Es geht um das eigene ‚Tätig-Sein‘. Wir sollen nicht auf Kosten anderer leben, sondern selbst in der Welt bestehen. Abgesehen davon, dass Luther Vorstellungen wie dem sog. „bedingungslosen Grundeinkommen“ eine grundsätzliche Abfuhr erteilt, liegt in diesem Gedanken ein ungeheuer motivierender Zug. Zusammen mit dem Gedanken des Gewissens sehe ich hier ein positives und lebensbejahendes Menschenbild. Auf eine These zugespitzt ließe sich sagen: Das Gesetz und das Gewissen schaffen heilsame Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Die Trägheit des Menschen ist eine Sünde, weil sie den Menschen sich nur um sich selbst kreisen lässt; eigentlich ist der Mensch zur schöpferischen Arbeit geboren. Luthers Ansatz ist ein Gegenentwurf gegen die Gier und ein Plädoyer für zwischenmenschliches Vertrauen.

Inwiefern sind diese Gedanken für uns heute relevant?

Ich sehe bei dem Reformator zwei Linien, die ich auch 500 Jahre nach dem Thesenanschlag für zeitlos gültig halte. Die erste Linie betrifft die Kombination aus Gesetz und Gewissen als Garanten für eine gerechte Wirtschaft. Wir brauchen klare Gesetze und Richtlinien durch den Staat. Nur eine gerechte, konsequente und durchsetzungsstarke Politik kann für eine gute und menschenfreundliche Wirtschaft sorgen. Der Dieselskandal hat es in aller Deutlichkeit ans Tageslicht gebracht: Die Gier der Menschen in unserem Land ist größer und perfider, als ich es vermutet habe. Wir brauchen Gesetze und das sind heutzutage eben auch internationale Gesetze, die Wirtschaft und Kapitalmarkt regulieren. Nein, der Markt regelt nicht alles von allein. Ich halte die soziale Marktwirtschaft für eine der größten Errungenschaften der deutschen Nachkriegspolitik und sehe darin ganz das Anliegen Luthers, dass gerade auch die Schwächsten in der Gemeinschaft zu ihrem Recht kommen – ohne die Freiheit und den Schaffensdrang des Menschen abzuschnüren.[10] Der Protestantismus steht an der Wiege der sozialen Marktwirtschaft, weil er die Verantwortung des Individuums ebenso anerkennt wie seine Schutzbedürftigkeit vor dem Mutwillen Anderer. Der Staat kann vieles, aber nicht alles von sich aus regeln, es braucht auch den einzelnen Menschen, der sein Handeln selbstständig hinterfragt.

Zum anderen ist es unbedingt hilfreich für ein gerechtes Wirtschaften, wenn Menschen sich als Gegenüber Gottes erkennen. Die Ausrichtung auf Gott wehrt der Gier, die den in sich verkrümmten Menschen in ihrem Bann hält. Wenn wir sehen, dass wir mit unserem Handeln eine Verantwortung vor Gott und den Menschen tragen, dann werden wir auch zu einem gerechten Wirtschaften finden. Wir brauchen in der gegenwärtigen Vertrauenskrise aufrechte und aufrichtige Männer und Frauen, die kraftvoll und gewissenhaft unser wirtschaftliches Miteinander gestalten. Wir haben zu viele Skandale, die die Bemühungen der vielen soliden und ehrlichen Verantwortungsträger in der Wirtschaft konterkarieren.

Ich möchte es so zusammenfassen: Die Welt braucht nach wie vor ein strenges Gesetz durch den Staat, aber auch ein waches Gewissen der einzelnen Akteure. Das christliche Menschenbild hat Individuen vor Augen, die befreit von der Gier auch Gott und die Mitmenschen wahrnehmen. So gesehen bietet Luther für uns als aktive Gestalter in Wirtschaft und Gesellschaft noch immer und vielleicht heute sogar in besonderem Maß wichtige Impulse bei der Frage nach fairem Handel und gerechtem Wirtschaften vor Ort.

[1] Das Mittelalter hatte noch das antike Erbe aufgenommen, in dem die Mittelmeerregion das Zentrum des Handels war. Toskanische Banken und venezianische Handelsimperien kontrollierten den Fluss von Geld und Waren. Was nördlich der Alpen lag, war im Wesentlichen nur ein Absatzmarkt für die Südeuropäer. 1453 wurde Konstantinopel von den Osmanen erobert und damit ging das byzantinische Reich unter, das eine Scharnierstelle im Orienthandel innehatte. Von nun an suchten die Europäer verstärkt neue Wege nach Osten und speziell nach Indien. Christoph Kolumbus glaubte 1492 noch, einen solchen neuen Weg nach Indien gefunden zu haben. Seine Entdeckung war jedoch viel weitreichender. Er entdeckte buchstäblich eine neue Welt. Die Kolonialherren brachten tonnenweise Gold und Silber über den Atlantik. In rasender Geschwindigkeit wurde der transatlantische Handel maßgeblich für die Kapitalflüsse. Der Ozean im Westen und nicht das Mittelmeer bot nun die wichtigsten Handelsrouten. Damit kamen auch andere Häfen für den Handel in den Blick. Antwerpen trat das Erbe des alten Venedig an.

[2]  S.a. Martin Jung (Hg.), Luther lesen, Göttingen 2016, 157.

[3] A.a.O. 158.

[4] A.a.O. 158.

[5] A.a.O. 161.

[6] Hier liegt eine kulturhistorisch sehr komplexe Gemengelage zu Grunde. Den Christen war eigentlich das Zinsnehmen verboten. Im Mittelalter überließen die Könige dies den Juden. Als Anhänger verschiedener Religionen war es beiden Seiten möglich, Zinsen zu nehmen, beziehungsweise Zinsen zu zahlen. Martin Luther konnte sehr genau sehen, dass diese Situation beiden Seiten nicht nur Vorteile gebracht hat. Gerade die Juden waren als gierig verschrien, eben weil sie Zinsen nahmen. Dabei war es für sie eine der wenigen Möglichkeiten, in der christlichen Mehrheitsgesellschaft wirtschaftlich zu  überleben. Im Spätmittelalter weichte dieses Verbot auf und Christen begannen untereinander Zinsen zu nehmen.

[7] S.a. Margot Käßmann (Hg.), Schlag nach bei Luther, Frankfurt 2012, 48.

[8] Schon die biblische Schöpfungsgeschichte erzählt davon, wie der Mensch den Garten Gottes bebauen und bewahren soll.

[9] WA 17 I, 23, zitiert nach Christoph Deutschmann, Kapitalismus, in: Gerhard Wegener (Hg.): Von Arbeit bis Zivilgesellschaft. Zur Wirkungsgeschichte der Reformation, Leipzig 2017, 186-198, 187.

[10] Zur Verbindung von lutherischer Lehre und sozialer Marktwirtschaft s.a. Traugott Jähnichen, Soziale Marktwirtschaft, in: Gerhard Wegener (Hg.): Von Arbeit bis Zivilgesellschaft. Zur Wirkungsgeschichte der Reformation, Leipzig 2017, 314-326.

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