22. März 2017 | Rathaus Wismar

Urlauberseelsorge im Dreieck von Kultur, Bildung und Gemeinde

22. März 2017 von Hans-Jürgen Abromeit

Vortrag

Einleitung

Beginnen möchte ich mit einem Erlebnis. Ich möchte Sie dazu mitnehmen auf die Insel Hiddensee. Es ist ein Sonntag im Sommer und durch Kloster flanieren die Touristen. Vor der Dorfkirche sieht es aus, wie man es sonst nur von Weihnachten oder vom Kirchentag kennt: Eine Menschentraube steht vor dem Schild, auf dem steht ‚Kirche überfüllt‘. Und tatsächlich ist es so. Die Kirche ist bis auf den letzten Platz besetzt. Hier passt niemand mehr hinein. Abseits der Tourismussaison ist das kaum denkbar. Die knapp 1000 Insulanerinnen und Insulaner gehören zwar zu einem vergleichsweise hohen Prozentsatz zur Ev. Kirche (ca. 43%), der sonntägliche Kirchgang war allerdings in den letzten Jahrzehnten – Jahrhunderten kann man fast sagen – nicht besonders verbreitet. Wer hier für volle Kirchen sorgt, sind zweifellos die zahlreichen Reisenden.

Trotz gelegentlich geschlossener Türen bedeutet ‚Urlauberseelsorge‘ zunächst einmal offene Türen. Wir als Kirche heißen die Touristen willkommen und stellen ihnen Räume und Menschen zur Verfügung, um zur Ruhe zu kommen, sich zu besinnen, neue Perspektiven kennenzulernen und einzuüben. „Urlauberseelsorge" nennen wir den Arbeitsbereich der Kirche, wo sich Gemeinden mit ihren Aufgaben und Angeboten, geistlichen und kulturellen, an ihren Lebens- und Wohnorten und Reisende an ihren Urlaubs- oder Kurorten begegnen. Urlauberseelsorge ist ein wichtiges Arbeitsfeld unserer Kirche. Warum, das möchte ich Ihnen in den kommenden rund 20 Minuten erläutern.

Meinen Überlegungen liegt die folgende ‚Reiseroute‘ zu Grunde: Zunächst werde ich anhand einiger Zahlen zum Tourismus mit Schwerpunkt Mecklenburg-Vorpommern die Hintergründe umreißen. Dann will ich auf dieser Grundlage einmal qualitativ fragen, was Urlauberseelsorge gerade mit Blick auf von Kultur, Bildung und Gemeinde bedeutet und was sie leisten kann. An den Abschluss möchte ich einige Beispiele und Thesen zur Urlauberseelsorge stellen.


Tourismus in MV – zu den Hintergründen

Deutschland ist Reiseweltmeister; nahezu alljährlich erreicht uns diese Nachricht. Wir Deutschen reisen für unser Leben gern. Bleiben dann aber auch gerne im Land – das mit Abstand beliebteste Reiseziel ist Deutschland. 34,2% der Deutschen waren 2016 in Deutschland im Urlaub, im beliebtesten Ausland (Spanien) waren 14,1%.[1] Schaut man sich nun die Touristenströme in Deutschland genauer an, so wird man feststellen, dass gerade die Ränder der Republik besonders nachgefragt sind. Am liebsten reisen die Deutschen nämlich in die Alpen und an die Küste: Spitzenreiter bei den Übernachtungen sind Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. Von je 100 Reisenden wählten als Ziel für ihre Haupturlaubsreise jeweils 6,9 eines der beiden Bundesländer.[2]

Hinter diesen blanken Zahlen verbirgt sich ein äußerst komplexes wirtschaftliches und kulturelles Geflecht. Als pommerscher Bischof ist mir gerade unser Teil von MV vertraut. An der Ostseeküste von Darß-Zingst über Hiddensee und Rügen bis nach Usedom liegen einige der Hotspots deutscher Urlauberseligkeit. In dieser ansonsten eher strukturschwachen Region ist der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Säule. Ohne ihn hätten zahlreiche Familien kein Auskommen. An der ansonsten gezeitenarmen Ostseeküste markiert die Feriensaison die wahren Zeiten von Ebbe und Flut – und zwar mit Blick auf die Scharen von Reisenden, die auch während der Wirtschaftskrise immer häufiger das Bundesland aufsuchten. „Mecklenburg-Vorpommern lebt vor allem vom Tourismus und hat deshalb kaum unter der schwächelnden Auslandsnachfrage gelitten“ – so fasst es Udo Ludwig vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle aktuell zusammen.[3]

Wer sind nun die Menschen, die zu uns kommen? Auch hier ist ein Blick auf die Zahlen erhellend. Den weitaus größten Teil der Touristinnen und Touristen in Mecklenburg-Vorpommern machen junge Senioren (30 %) und Familien (22 %) aus. Altersmäßig liegt die größte Gruppe im Bereich 35-54 Jahre. Trotzdem ist der Altersdurchschnitt der Reisenden in Mecklenburg-Vorpommern verglichen mit den anderen deutschen Urlaubsregionen, damit eher niedrig. Im Süden Deutschlands beispielsweise stellt die Gruppe der über 55-jährigen den weitaus größten Teil. Interessant ist auch, woher die Menschen kommen, die bei uns Urlaub machen. 42% kommen aus Ostdeutschland, 58% aus Westdeutschland.  Verglichen mit der Bevölkerungszahl ist insgesamt der ostdeutsche Anteil überdurchschnittlich hoch. (Deutlicher noch wird dies bei einer anderen Statistik: Es fahren in etwa so viele Ostdeutsche nach Mecklenburg-Vorpommern wie in die drei beliebtesten Auslandsreiseziele Spanien, Italien und Türkei zusammen.) Eine weitere Notiz scheint mir nicht unerheblich für unsere Arbeit in der Urlauberseelsorge zu sein: Unsere Region ist besonders beliebt bei Menschen, die in urbanen Räumen leben. Jeder dritte Besucher stammt aus einer solchen Region.[4] Wer urban lebt, der ist es gewohnt, bei seinen Freizeitaktivitäten wählerisch sein zu können. Dieses Qualitätsbewusstsein können wir auch bei unseren Gästen erwarten. Vor diesem Hintergrund lassen sich die Koordinaten für Urlauberseelsorge etwa so umreißen: Die Gruppe der Urlaubsgäste in MV ist deutlich heterogen, sowohl die Familie aus Hamburg als auch die Rentnerin aus Gera verbringen bei uns ihren Urlaub. Die Urlauberseelsorge berücksichtigt diese unterschiedlichen Bedürfnisse. Richtig erfolgreich sind wir bei den jungen Senioren und den Bildungsbürgern. Sie streben in hohem Maße in unsere Veranstaltungen.


Was ist Urlauberseelsorge?

Was ist das nun, Urlauberseelsorge? Zunächst, was ist Urlaub? Das Wort kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet in dieser Zeit in der höfischen Sprache „die Erlaubnis wegzugehen“[5]. Im Urlaub lassen wir also unsere alltäglichen Arbeitspflichten zurück und versuchen uns zu regenerieren, in dem wir etwas anderes machen als das, was wir in Ausübung unseres Berufes machen müssen. Wir folgen unseren Neigungen und wollen etwas tun, was uns Freude macht, wo wir neue Erfahrungen machen können und was uns neue Kraft verleiht. Menschen sind fernab der Heimat und gewohnter Routinen offener für Neues und Ungewohntes. So ergibt sich im Urlaub ein fließender Übergang von der Kultur (z.B. der Besichtigung einer Backsteinkirche oder dem Besuch eines Konzertes) zur Besinnung. In der Regel schließen unsere Konzerte auch geistliche Momente ein, einen biblischen Denkanstoß z.B. und den Abendsegen am Ende.

Wolfgang Huber, ehemaliger Bischof aus Berlin-Brandenburg und gelegentlicher Pommern-Urlauber, denkt über die geistliche Offenheit von Urlauberinnen und Urlaubern nach und beschreibt, wie im Urlaub verdrängte Fragen an die Oberfläche kommen: „Was gelingt in meinem Leben und was bleibt auf der Strecke? […] Glaubenserfahrungen brechen sich Bahn. Unwillkürlich suchen wir Kirchen auf, Orte, an denen Gottes Heiligkeit erfahren werden kann. Auch wer lange nicht mehr gebetet hat, wagt ein stilles Gebet.“[6] Die Sehnsucht danach, Lebensfragen zu klären, fällt im Urlaub nicht vom Himmel. Menschen erwarten viel von der ‚schönsten Zeit des Jahres‘. „Sie möchten ‚verändert‘ aus ihrem Urlaub zurückkehren. […] Reisen ist nach wie vor die populärste ‚Suche nach Glück‘.“[7]

Es liegt nun auf der Hand, dass die Begegnung mit diesen Suchenden für die Kirche relevant und notwendig ist. Es ist klar: Wir haben „die Botschaft von der freien Gnade auszurichten an alles Volk“[8] und schließen damit auch solche Menschen ein, die bei uns ‚nur‘ zu Gast sind. Wir wollen offene Räume bieten und sehen in unserem gemeindlichen Engagement auch den gesamtkirchlichen Auftrag. Das, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, sind keine wolkigen Worte, sondern hier geht es um weitreichende Konsequenzen für uns vor Ort. Wir haben in Mecklenburg und Pommern weit weniger Gemeindeglieder pro Pfarrstelle als es im Westen üblich ist, auch als es in unserer eigenen Landeskirche andernorts üblich ist (rd. 800 gegenüber 2000). Mit unserem Engagement in der Urlauberseelsorge geben wir etwas davon zurück, was wir im innerlandeskirchlichen und EKD-weiten Finanzausgleich erhalten haben. Den Pastorinnen und Pastoren ermöglicht das vor Ort eine Arbeit, die sonst nicht möglich wäre und die in starkem Maße der Urlauberseelsorge zu Gute kommt.

Ich möchte auf mein Anfangsbeispiel von Hiddensee zurückkommen. In einem Jahr nimmt der Ortspfarrer jeweils rund 20 Taufen, Trauungen und Beerdigungen vor. Das bedeutet: 40 zu trauenden Personen stehen reichlich 400 Gemeindegliedern gegenüber. Es sind also vor allem auswärtige Evangelische, die unter dem Rosenhimmel der Kirche in Kloster getraut, getauft und teilweise auch auf ihrem letzten Weg ausgesegnet werden wollen, bzw. sollen. Solch eine Amtshandlung an Auswärtigen bedeutet nicht selten einen besonderen Aufwand: Einarbeiten und sich Einfühlen in fremde Biographien und zusätzliche Verwaltungsaufgaben. Gegenüber der Kirche in Kloster liegen zwei kirchliche Gästehäuser, für deren Übernachtungsgäste der Ortspastor der erste Ansprechpartner ist. Hieraus ist klar ersichtlich: Urlauberseelsorge ist kein „Plus“ zur „normalen“ Gemeindearbeit und auch nicht das Sahnehäubchen auf dem regulären kirchlichen Dienst. Sondern die Urlauberseelsorge ist hier die zweite gleichberechtigte Säule neben Gottesdiensten, Konfirmationsunterricht und Altennachmittag. (Urlauberseelsorge ist in diesem Sinn verstanden ein echter Dienst an den Gästen – und auch an deren Heimat-Gemeinden und -Landeskirchen.)

Wie sieht eigentlich das Verhältnis zwischen den Gemeindegliedern und den Urlaubern aus? Bei Kulturveranstaltungen und Gottesdiensten im Sommer habe ich erlebt, dass kirchliche Veranstaltungen oder ein gemeinsamer Gottesdienst eine gute Basis sind, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die große Zahl an einheimischen Gemeindegliedern, die es ermöglichen, dass ihre Kirche geöffnet ist oder die sich zu Kirchenführern ausbilden lassen, zeigt, dass es ein wohlwollendes Interesse an den Menschen gibt, die aus dem Ruhrgebiet oder aus Thüringen nach Mecklenburg-Vorpommern reisen und sich die Backsteingotik oder die Dorfkirchen ansehen wollen. Ja, nicht selten sind die Einheimischen richtig stolz auf das, was ihre Kirche und Gemeinde den Besuchern bieten kann.

Was geschieht jetzt eigentlich in dem so beschriebenen Dreieck von Kultur, Bildung und Gemeinde? Herr Müller oder Frau Meyer, die zuhause nur Weihnachten in die Kirche gehen, lassen sich im Urlaub an der Ostseeküste gern zum sonntäglichen Gottesdienst einladen. Er hebt den Sonntag aus dem ansonsten ungeordneten Ablauf der Urlaubstage heraus, bringt eine Dimension ins Spiel, die Herr Müller und Frau Meyer eigentlich wichtig finden, für die sie aber im Alltag meinen, weder Kraft noch Zeit zu haben: die Transzendenz, etwas, was mehr ist als die hektische und ökonomisierte Alltagswelt. Auf der Suche nach Sinn werden Urlauber empfänglich für die Symbole und die Botschaften der Bibel, wenn sie ihnen in einer für sie verständlichen Sprache gesagt werden. Das Konzert schafft willkommen Abwechslung und lässt still werden. Es leitet an zu einer gefüllten Stille, für die sonst keine Zeit bleibt. Die Ausstellung spricht ästhetische Bedürfnisse an, die sonst keinen Raum haben. Ich begegne Menschen, bei denen ich nicht fürchten muss, ihnen in meinem Alltag immer wieder zu begegnen. Urlaub bildet eine Insel im Ozean meines durchgeplanten, beruflichen und privaten Regelablaufs. Insofern kontrastiert der Urlaub die sonstige Erfahrungswelt. Genau das wird gesucht.

Manchmal wird damit aber auch etwas angerührt, was verschüttet oder verdrängt war und nun an die Oberfläche drängt. Aus Besuchen von Gemeindeveranstaltungen und kulturellen Erlebnissen ergibt sich dann der Wunsch nach einem seelsorglichen Gespräch. Dann muss sich der Pastor oder die Gemeindemitarbeiterin viel Zeit nehmen, damit das innere Gleichgewicht wieder gefunden wird oder vielleicht auch nur ein Ansatz, um nach der Rückkehr nach Hause Wege gehen zu können, die helfen, eine tiefgreifende Störung, ein Trauma oder auch einen Glaubenszweifel zu bearbeiten.


Drei Beispiele und fünf Thesen

Ich möchte mit Ihnen nun drei Beispiele vorstellen, die jeweils in den Bereichen Kultur, Gemeinde und Bildung einen anderen Schwerpunkt setzen. Zunächst möchte ich den Pastor der Gemeinde Nord-Rügen nennen. Dieser einzelne Mann organisiert in dem Gebiet um Kap Arkona alljährlich ein stattliches Kulturprogramm, mit zahlreichen Lesungen, Konzerten, Ausstellungen und vielem mehr. Er ist eine wesentliche Säule des Kulturlebens seines Einzugsbereichs. Unter den zahlreichen Personen, die zu den hochkarätigen Veranstaltungen in eines der ältesten Kirchengebäude auf Rügen kommen, sind Fromme und Konfessionslose, West- und Ostdeutsche. Der intellektuell aufgeschlossene Pastor wird nicht müde, seinen kulturaffinen Gästen auch eine geistliche Dimension des jeweiligen Abends zu eröffnen. Kultur im geistlichen Gewand – auch das ist zweifellos Urlauberseelsorge. Hier finden wir in Pommern anspruchsvolle und tiefe Angebote, vor allem auf den Inseln, wo die Urlauber sind, nicht nur auf Rügen und Hiddensee, sondern auch auf dem Darß und auf Zingst und auf Usedom. In allen diesen Gemeinden befruchten sich Urlauberseelsorge und Gemeindearbeit so, dass die Grenzen fließend werden. Niemand kann sagen, wo die Gemeindearbeit aufhört und die Urlauberseelsorgearbeit anfängt. Es macht Freude zu sehen, wenn die kirchlichen Angebote reichlich angenommen werden. Urlauber wie Gemeindeglieder profitieren davon.

Manchmal gibt es im Ressourceneinsatz Konkurrenz zwischen beiden Arbeitsfeldern. Mein zweites Beispiel betrifft die Gemeindearbeit der Kirchengemeinde Sassnitz, die in einer sehr speziellen Situation ist. Die Stadt Saßnitz selbst ist stark überaltert und immer noch von der sozialistischen Phase unserer Geschichte geprägt. Die Gottesdienstgemeinde ist vergleichsweise klein. Allerdings liegt im Bereich der Gemeinde der Nationalpark Jasmund mit dem weltberühmten Königsstuhl als Teil der Rügener Kreidefelsen. Diese Gemeinde hat über einen längeren Zeitraum hinweg Kindergottesdienst angeboten. Diesen besuchten jedoch nicht Kinder aus Sassnitzer Familien, sondern wenn, dann Touristenkinder. Die Kirchengemeinde stand vor einer schweren Wahl. Soll sie den personalintensiven Kindergottesdienst fortführen, obwohl er keinen messbaren Gemeindeaufbau leistet? Sie hat sich schweren Herzens so entschieden, den Kindergottesdienst zunächst auszusetzen. Für mich macht es deutlich: Weil Urlauberseelsorge immer auch Sache von Ehrenamtlichen ist, können wir auch im Bereich der Urlauberseelsorge an Kapazitätsgrenzen stoßen. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch möglich. Manchmal muss eine Gemeinde auch Prioritäten setzen, die zu Lasten der Urlauberseelsorge gehen.

Bei meinem letzten Beispiel möchte ich auf eigene Erfahrungen aus dem Bildungsbereich zurückgreifen. Seit einigen Jahren biete ich Gemeinden an, bei Ihnen einen Sommervortrag zu halten. Diese Vorträge, die thematisch vom Nahost-Konflikt bis zum Reformationsjubiläum reichen, sind zu einer kleinen, gut angenommenen Tradition geworden. Mit diesem Angebot wende ich mich gezielt an die Seebäder in unserer Region, um ihr touristisches Bildungsangebot zu unterstützen, aber auch an andere interessierte Kirchengemeinden. Für die einen ersetzt der Vortrag den klassischen Gemeindeabend, anderenorts ist er gezielt Teil der erwachsenenbildnerischen Urlauberseelsorge. Die Gemeinden erleben diese Entlastung als wertschätzend. Denn auch das ist mir mit Blick auf die Urlauberseelsorge wichtig: Es bedarf gerade bei uns einer gemeinsamen Kraftanstrengung, um den Touristinnen und Touristen eine ansprechende geistliche Heimat auf Zeit zu ermöglichen.


Ich komme abschließend zu fünf Thesen:

1. Urlauberseelsorge muss als Anliegen verschiedener Ebenen verstanden werden. Neben Angeboten der Landeskirche und besonderer Einrichtungen (z.B. christliche Reiseanbieter) tritt die Urlaubsseelsorge unserer in Tourismusgebieten liegenden Kirchengemeinden.

2. Urlauberseelsorge verbindet Einheimische und Gäste. Es ist für beide eine Chance zur Horizonterweiterung und Lebensvertiefung. Zugleich sind beide Gruppen aufgefordert, Verständnis für die jeweils anderen Bedürfnisse zu entwickeln.

3. Die Urlauberseelsorge der örtlichen Gemeinden wird nicht nur von den Pastorinnen und Pastoren, sondern zu einem gewaltigen Teil auch von Ehrenamtlichen geleistet. Dadurch wird sie zu einem Dienst der einen Glieder der Gemeinde an den anderen. Urlauberseelsorge sollte professionell sein, aber nicht nur von Profis geleistet werden.

4. In der Urlauberseelsorge eröffnen Kulturangebote Räume zur Verkündigung des Evangeliums an alles Volk. Deswegen sollte auch Raum sein, über Musik und darstellende Kunst hinaus zu gehen. In Lesungen, Predigten und Vorträgen sollte das Evangelium auch explizit zur Sprache kommen.

5. Auf diese Weise öffnet sich der Gemeindebegriff. Christus ist nicht nur bei denen anwesend, die an einem Ort zusammen wohnen, sondern auch bei denen, die diesen Ort auf Zeit besuchen.

Die Urlauberseelsorge bereichert unsere Kirche in Pommern sehr. Sie bringt unseren Gemeinden Deutschland und die Welt ins Haus. Die Urlauber erleben in einem Ausschnitt, dass sie dort Urlaub machen, wo konkrete Menschen leben mit ihren Problemen und Chancen. Und manchmal lernen sie nicht nur Pommern kennen, das „Land am Meer“, sondern auch ein klein wenig vom Himmel.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

 


[1] Tourismusanalyse 2017, http://www.tourismusanalyse.de/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=13630&g=33&file=fileadmin/user_upload_secured/tourismusanalyse/2017/Stiftung-fuer-Zukunftsfragen-Tourismusanalyse-2017.pdf&t=1486738863&hash=70742a43f19d92675c2b35b3b7c70ecb7f04834c .

[2] Tourismusanalyse 2017, 11.

[3]https://www.welt.de/wirtschaft/article114813197/Mecklenburg-Vorpommern-waechst-am-staerksten.html.

[4] Tourismusanalyse 2017. Bemerkenswert ist auch ein Vergleich der Ostsee als Urlaubsregion mit den Auslandsreise Zielen. Im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern geben die Menschen durchschnittlich 82 € pro Tag aus. In den meisten der beliebten Auslandsreiseziele (zum Beispiel Spanien, Italien, Österreich) liegen die Summen deutlich darüber, in diesen drei Fällen jeweils zwischen 94€ und 99€. Darüber hinaus haben wir es mit unterschiedlich langen Reisen zu tun. An der See machen die Menschen durchschnittlich 12,5 Tage Urlaub. In der Türkei haben wir Aufenthaltszeiten von durchschnittlich 15,1 Tagen. Aufgrund der langen Anreisezeit kann man sagen je weiter, desto länger.

[5] Duden. Herkunftswörterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 3., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage (Duden Bd. 7), Mannheim u. a. 2001, 884.

[6] Wolfgang Huber - Kolumne in der BZ, 28. Juli 2006, www.ekd.de/aktuell/49464.html.

 

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