Einhaltung von Mindeststandards

Verwirrende Vielfalt bei Gütesiegeln für Textilien

Die Einhaltung von Sozialstandards in der Textilbranche sollen nach Wunsch von  Entwicklungsminister Gerd Müller verschärft werden.
Die Einhaltung von Sozialstandards in der Textilbranche sollen nach Wunsch von Entwicklungsminister Gerd Müller verschärft werden.© iStockphoto, miflippo

30. April 2014 von Simone Viere

Wer in Deutschland Textilien aus ökologischer oder sozialer Produktion kaufen möchte, hat es nicht leicht. Es gibt zahlreiche Gütesiegel, die teilweise von unabhängigen Organisationen, teilweise von den Unternehmen selbst vergeben werden. Rund ein Jahr nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes mit mehr als 1.130 Toten in Bangladesch will Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Einhaltung von Sozialstandards in der Textilbranche verschärfen.

Müller will die deutsche Modebranche dazu bewegen, Mindeststandards einzuhalten. Mit Vertretern von Textilindustrie, Handel, Gewerkschaften und Arbeitsrechtsinitiativen wollte er am Mittwoch über ein neues Gütesiegel beraten. Sollten freiwillige Vereinbarungen nicht greifen, erwägt Müller auch, gesetzliche Regelungen auf den Weg zu bringen.

Die Siegel sind sehr unterschiedlich: Sie werden nach Öko-Kriterien, nach Arbeitsrechtstandards, nach Fairem Handel oder nach Gesundheitsaspekten vergeben. "Ein Siegel, das die gesamte Produktionskette abdeckt und sowohl soziale als auch ökologische Standards garantiert, gibt es nicht", betont Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero. Siegel für Biobaumwolle sagten beispielsweise nichts über die Arbeitsbedingungen der Näherinnen aus.

Christliche Initiative Romero: "Wegweiser durch den Label-Dschungel"  

Die Initiative Romero, die einen "Wegweiser durch den Label-Dschungel" veröffentlicht hat, und die Kampagne für saubere Kleidung empfehlen zwei Siegel, die einander ergänzen: Gute Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken garantiert das Siegel der Fair Wear Foundation, einer Stiftung in Amsterdam, die Outdoor-Ausstatter wie Schöffel und Vaude, Öko-Versandhändler wie Hessnatur und Waschbär und Modelabels wie Nudie Jeans, Odd Molly oder Acne ausgezeichnet hat.

Ein Garant für hohe ökologische Standards entlang der gesamten Produktionskette ist demnach das firmenunabhängige Siegel IVN Best. Zudem berücksichtige es soziale Kriterien wie das Verbot von Kinderarbeit, die Sicherheit der Arbeitsstätten und das Recht auf gewerkschaftliche Organisation. Für die Kontrolle dieser Punkte müssen nach Einschätzung der Initiative Romero jedoch lokale Experten von Gewerkschaften und nichtstaatlichen Organisationen stärker eingebunden werden.

Beim Fairtrade-Siegel wird die Umstellung auf Bio-Anbau gefördert

Das weit verbreitete Siegel Oeko-Tex Standard 100 hingegen prüft ausschließlich die Schadstoffbelastung des Endprodukts. Dabei gelten Grenzwerte, die nach Angaben der Kampagne für saubere Kleidung selbst bei Babykleidung Reste von Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln und Bleichen zulassen. Soziale und ökologische Bedingungen beim Rohstoffanbau spielen keine Rolle.

Das Fairtrade-Siegel wird auch für Textilien vergeben. Allerdings ist dabei nur die Baumwolle zertifiziert, nicht das Endprodukt. Für die Baumwollproduktion gelten dabei die Kriterien des fairen Handels wie faire Arbeitsbedingungen und Löhne sowie langfristige Handelsbeziehungen. Berücksichtigt werden auch ökologische Standards. Die Umstellung auf Bio-Anbau wird gefördert.

Oft hapert es an den Sozialstandards

Viele Unternehmen haben eigene Siegel wie Biobaumwolle C&A oder Conscious H&M. Beides sind ökologische Label und garantieren Textilien aus Bio-Anbau. Allerdings hapert es nach Angaben der Initiative Romero an den Sozialstandards. So forderten weder H&M noch C&A existenzsichernde Löhne in den Fabriken.

Neben den Siegeln einzelner Unternehmen gibt es Zusammenschlüsse mehrer Firmen wie die Fair Labor Association (FLA). Zusätzlich zu Textilherstellern wie Adidas, Arena, Fruit of the Loom, H&M, Puma und S.Oliver zählen weitere Unternehmen, Universitäten und nichtstaatliche Organisationen zu den Mitgliedern. Gewerkschaften sind jedoch keine dabei, obwohl es bei dem Siegel um Arbeitsbedingungen geht. Zu den Kriterien gehören existenzsichernde Fabriklöhne. Beschäftigte, die von ihrem Gehalt nicht leben können, werden aufgerufen, sich an die FLA zu wenden.

 

Info

Der "Wegweiser durch den Label-Dschungel" kann im Taschenformat bestellt werden unter: www.ci-romero.de/de/bestellen.

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