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Geschichte

Greifswald will Gedächtnisort für Friedliche Revolution werden

14.06.2017 | 2019 jährt sich zum 30. Mal der Mauerfall am 9. November 1989. Für den vom Schweriner Landtag Mitte Mai beschlossenen Gedächtnisort für die Friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern hat sich nun die Stadt Greifswald beworben. Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) hat in einem Brief an die Schweriner Staatskanzlei den ehemaligen Sitz der Stasi-Kreisdienststelle in der Domstraße 7 als Gedenkort vorgeschlagen.

Der Greifswalder Dom wird bis 2017 für rund 5 Millionen Euro saniert. Aufgrund der Bauarbeiten ist der Turm für Besucher bis Herbst diesen Jahres geschlossen
Am 18. Oktober 1989 fand das erste Friedensgebet im Greifswalder Dom statt. Nun möchte Oberbürgermeister Fassbinder den Gedächtnisort für die Friedliche Revolution in seine Stadt holen

Die Symbolkraft dieses Ortes werde noch dadurch unterstrichen, dass heute in diesem Gebäude von einer unabhängigen Justiz Recht gesprochen und über die Verfassung gewacht werde, so Fassbinder. Zudem seien insbesondere die Universität und das Pommersche Landesmuseum gute Kooperationspartner für einen Gedächtnisort.

Konzept für den Gedächtsnisort soll bis Mai 2018 vorliegen

Die Landesregierung wurde beauftragt, unter Beteiligung der Landeszentrale für politische Bildung und der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Eckpunkte und ein Konzept zu erarbeiten. Zudem muss ein geeigneter Standort gefunden werden. Das Ergebnis soll dem Landesparlament bis Ende Mai 2018 vorgelegt werden.

In seinem Brief an die Staatskanzlei betone der Greifswalder Oberbürgermeister, dass sich in der vorpommerschen Hansestadt bereits recht früh ein Protestpotenzial gebildet habe. Dazu zählten das Protestschreiben einer Schicht des Kernkraftwerks "Bruno Leuschner" in Lubmin an den Staatsrat vom Oktober 1988 oder die Vorgänge um die Domeinweihung vom Juni 1989.

Weiter erinnerte Fassbinder, dass die Greifswalder SPD sich noch zu DDR-Zeiten am 16. Oktober 1989 gegründet hatte. Das erste Friedensgebet im Greifswalder Dom fand zwei Tage später, am 18. Oktober 1989, statt. Die sich daran anschließende erste Demonstration markiere für Greifswald "den Übergang zu nunmehr aktiven, für jedermann sichtbaren Formen des Protestes". Eine Pionierrolle habe die Hansestadt auch bei der Entmachtung der DDR-Staatssicherheit übernommen, als am 4. Dezember 1989 sowohl die SED-Kreisleitung als auch die Stasi-Kreisdienststelle besetzt wurden.