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Bischöfin Fehrs: „Frauen sind heute in der evangelischen Kirche eine Selbstverständlichkeit“

Nordkirche mit neuer Handreichung zur Frauenordination

08.02.2016 | Kiel. Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Montag, 15. Februar, wird die Handreichung „Zusammen_Wachsen - Wege zur Frauenordination auf dem Gebiet der heutigen Nordkirche“ um 17 Uhr in der Universitätskirche in Kiel präsentiert.

Die Handreichung entstand als gemeinsames Projekt der Beauftragten für Geschlechtergerechtigkeit in der Nordkirche, Stephanie Meins, und Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong (Theologische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel). An der Präsentation wirken neben der Autorin Ronja Hallemann auch Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck) sowie Dr. Simone Mantei vom Studienzentrum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Genderfragen mit.

Stephanie Meins, die Beauftragte für Geschlechtergerechtigkeit der Nordkirche: „Ich bin sehr dankbar, dass Professorin Uta Pohl-Patalong die Idee zu diesem Projekt aufgegriffen und das Projekt wissenschaftlich geleitet hat. Mit der Autorin Ronja Hallemann haben wir eine engagierte Frau gefunden, die innerhalb kurzer Zeit viele Daten und Fakten wissenschaftlich in einem größeren Zusammenhang gestellt hat. Durch Quellenforschung in den Landeskirchlichen Archiven der Nordkirche und der Sichtung von Akten und Gesetzestexten ist ein gut lesbares Werk zur Geschichte der Frauenordination entstanden“, so Meins. Alle Interessierten sind herzlich zu der Präsentation eingeladen.

Unterschiedliche Entwicklungen in den Landeskirchen

Die Ergebnisse in Kurzform: Nach dem Kampf in den 1920er-Jahren um die Zulassung von Frauen zum Hochschulstudium sollte auch die Zulassung der studierten Theologinnen in die kirchliche Berufswelt erfolgen. So erfahren die Leserinnen und Leser etwas über die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Landeskirchen. Vom zähen Ringen in der Hamburgischen Landeskirche über Gleichstellung vom Frauen im Pfarrberuf und der Verzögerungstaktik der damaligen Kirchenleitung ist zu lesen. Demgegenüber agierten die Landeskirchen in Pommern und Mecklenburg vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges sehr pragmatisch. Zahlreiche Einzelfälle führten zu einem Umdenken. So liegt für die Autorin die These nahe, dass das gesellschaftliche, sozialistisch geprägte Vorbild der arbeitenden Frau sowohl das Selbstbewusstsein der Theologinnen als auch ihre Arbeitssituation in den Gemeinden positiv beeinflusste.

Mit Elisabeth Haseloff wurde im Jahr 1958 durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Lübeck die erste Pastorin innerhalb der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands auf eine Pfarrstelle ordiniert. In der Eutiner Landeskirche dagegen verabschiedete man bis zu ihrem Aufgehen in der Nordelbischen Kirche nicht ein einziges Theologinnengesetz.

Bischöfin Fehrs würdigte die Publikation als wichtigen Beitrag zur Kirchengeschichte: „Frauen auf der Kanzel sind heute in der evangelischen Kirche eine Selbstverständlichkeit. Pastorinnen sind aus den Gemeinden, aus kirchenleitenden Ämtern sowie aus den Diensten und Werken nicht mehr wegzudenken. Daneben sind sie auch gesamtgesellschaftlich Wegbereiterinnen für die Gleichberechtigung, die heute vielen als selbstverständlich erscheint. Doch der Weg der Theologinnen hin zu den so genannten Pfarrerinnengesetzen war ganz unterschiedlich lang und beschwerlich. Ich bin sehr dankbar für diese Handreichung, die mit vielen Abbildungen ein anschauliches Bild aus den ehemaligen Landeskirchen der heutigen Nordkirche zeichnet.“

Stephanie Meins: Lücke für das Selbstverständnis der Nordkirche schließen

Stephanie Meins ergänzt: „Im Fokus der Handreichung steht zum einen die Spannung zwischen der Selbstverständlichkeit von Frauenordination für unseren Kontext heute und die relativ kurze Zeit, in der das erst möglich ist, sowie der Blick auf die Argumentationsmuster und Schwierigkeiten von damals, die auch heute manches erhellen. Ferner wird mit dem aktuellen Projekt eine wichtige Lücke für das Selbstverständnis der Nordkirche geschlossen. Die Untersuchung und Beschreibung der Wege zur Einführung der Frauenordination in den damaligen sechs Landeskirchen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ist in dieser Ost-West Konstellation zudem einmalig und trägt damit zum Zusammenwachsen bei.“

Bei der Veranstaltung wird neben den Beiträgen der Autorin Ronja Hallemann, und Projektleiterin Prof. Dr. Uta Pohl-Patalong auch ein Vortrag von Dr. Simone Mantei (EKD) zu Geschlechterverhältnissen im Pfarrberuf zu hören sein.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, Interessierte können sich anmelden unter: geschlechtergerechtigkeit@lka.nordkirche.de.