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Bischof v. Maltzahn in seiner Osterpredigt

Von Ostern her Kraft finden, dem Leben zu dienen

16.04.2017 | Neubrandenburg. Nach Christus und seiner Bedeutung für das persönliche wie gesellschaftliche Leben zu fragen, ist die entscheidende Bewegung, aus der alles andere entsteht. Diesen Gedanken stellte Bischof Dr. Andreas von Maltzahn in den Mittelpunkt seiner Predigt zu Johannis 20,11-18 am heutigen Ostersonntag (16. April) in der St. Johannis-Kirche Neubrandenburg. „Nach Christus zu fragen, die Beziehung zu ihm nicht aufzugeben, sondern auf jeder Stufe unseres Lebens ihn neu zu entdecken, zu gewinnen, zu lieben – darauf kommt es an“, sagte der Theologe. Zugleich mahnte der Schweriner Bischof zur Zurückhaltung bei einer Politik des militärischen Eingreifens und forderte die Abschiebepraxis in Deutschland zu korrigieren, um unnötige Härten zu vermeiden.

Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn

Gesellschaft lebt von konstruktiver Streitkultur und Zusammenhalt

Ostern ermutige, der Verheißung neuen Lebens zu trauen, die Christus mit den Worten zugesagt hat: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben.“ Dies bedeutet für den Bischof, dass nicht immer mehr Menschen, auf der Strecke bleiben dürfen, weil ihre Seele der zunehmenden Arbeitsverdichtung nicht gewachsen sei. Zugleich mahnte Andreas v. Maltzahn: „Widerstehen wir den Versuchen, Menschen gegeneinander aufzuhetzen! Unsere Gesellschaft, auch Europa lebt von einer konstruktiven Streitkultur und von Zusammenhalt.“ Zugleich ermutigte der Bischof, „zurückhaltend gegenüber einer Politik militärischen Eingreifens“ zu bleiben. „Denn die Ursachen von Terror und kriegerischer Gewalt werden nicht auf diesem Wege überwunden“.

Rechtliche Bleibe-Regelungen für gut Integrierte

Zugleich plädierte der Bischof dafür, die Abschiebepraxis zu überprüfen und zu korrigieren. „Zurzeit kommen wir nicht ohne Abschiebungen aus. Aber andere Bundesländer machen gute Erfahrungen mit intensiver Beratung zur freiwilligen Rückkehr: Das verringert Härten und spart sogar Kosten.“ Darüber hinaus schlug er „rechtliche Bleibe-Regelungen für Menschen vor, die schon jahrelang bei uns leben und sich gut eingefügt haben. Oft arbeiten sie in Berufen, in denen Fachkräfte gesucht werden“.

Abschiebungen nach Afghanistan aussetzen

Angesichts der aktuellen Situation in Afghanistan, warb Bischof v. Maltzahn darum, Abschiebungen dorthin auszusetzen. „Bei allem Verständnis für politische Sachzwänge – wir verlieren unsere Glaubwürdigkeit als eine der Menschlichkeit verpflichtete Gesellschaft, wenn wir Länder wie Afghanistan zu sicheren Staaten erklären“, sagte der Theologe und sprach zugleich davon, dass er wisse, „dass es auch an der Haltung von uns Bürgerinnen und Bürgern liegt, ob politisch Verantwortliche den Mut zu solchen Schritten finden“.

Zu alledem gebe Ostern die Kraft und die Freiheit. Nicht der Tod sei der Generalnenner des Lebens, sondern Gott, der Hoffnung schenke.