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Kirchensteuer auf Kapitalerträge

Informationen zur Kirchensteuer auf Kapitalerträge

  • Ab dem 1. Januar 2015 ist es nicht mehr erforderlich, dass Kirchenmitglieder einen Antrag auf Einbehaltung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge bei ihrer Bank stellen. Der Kirchensteuerabzug erfolgt künftig in einem automatisierten Verfahren. Dieses war bereits mit Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge im Jahr 2009 beabsichtigt und konnte technisch erst jetzt umgesetzt werden.

  • Kapitalerträge unterlagen auch vor Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge der Einkommensteuer und im Falle der Kirchensteuerpflicht der Kirchensteuer. Die Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge hat hieran nichts geändert. Es handelt sich somit nicht um eine neue bzw. zusätzliche Steuer, sondern um ein neues Erhebungsverfahren. Abgeltungsteuer und Kirchensteuer fallen nur an, soweit die Kapitalerträge den so genannten Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € (bei Ledigen) bzw. 1.602 € (bei Verheirateten und Lebenspartnern) überschreiten. Übersteigen die Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag nicht, fällt somit keine Kirchensteuer an.

  • Die Banken erhalten künftig vom Bundeszentralamt für Steuern das für die Erhebung notwendige Religionsmerkmal aus einer Datenbank (der so genannten KISTAM). Dieses erfolgt verschlüsselt auf elektronischem Wege unter Beachtung der hohen Anforderungen des Datenschutzes.

  • Der Kunde / die Kundin hat die Möglichkeit, der Weitergabe des Religionsmerkmales an die Bank ausdrücklich zu widersprechen und einen Sperrvermerk setzen zu lassen.
    Dafür stellt das Bundeszentralamt für Steuern ein amtliches Formular unter www.bzst.de zum Abruf bereit.
    Sofern ein Sperrvermerk gesetzt worden ist, sind die Kapitalerträge im Rahmen der Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt für die Berechnung der Kirchensteuer zu erklären.

Offener Brief

Sehr geehrte Kirchensteuerzahlerin,
sehr geehrter Kirchensteuerzahler,

zunächst möchten wir Ihnen hier für Ihre Kirchensteuerzahlungen und Ihre Bereitschaft, unsere Arbeit zu unterstützen, unseren herzlichen Dank aussprechen. Durch Ihren Beitrag wird unsere Arbeit erst ermöglicht.

Wie Sie der Presse seit Januar 2014 und vielleicht auch den Mitteilungen Ihres Kreditinstitutes entnehmen konnten, ändert sich das Verfahren zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge ab dem Jahr 2015.

Zum Zeitpunkt der Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge im Jahr 2009 war bereits beabsichtigt, die Kirchensteuer auf Kapitalerträge in einem automatisierten Verfahren zu erheben. Die technischen Grundlagen für dieses Verfahren wurden nunmehr geschaffen, sodass ab dem Jahr 2015 das automatisierte Verfahren zur Einbehaltung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge zur Anwendung kommt.

Bevor wir auf die Änderungen des Verfahrens zur Erhebung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge eingehen, möchten wir Ihnen kurze Erläuterungen zu dem Verfahren zur Einbehaltung der Einkommensteuer bzw. Kapitalertragsteuer (auch Abgeltungsteuer genannt) geben. Bis einschließlich 2008 waren die Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung gegenüber dem Finanzamt zu erklären und zu versteuern.

Seit dem Jahr 2009 erfolgt die Versteuerung der Kapitalerträge bereits durch die auszahlende Stelle (in der Regel das Kreditinstitut) mit einem Steuersatz von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Neben Zinsen und Dividenden sind seit 2009 auch Gewinne aus dem Verkauf z. B. von Wertpapieren auch außerhalb der Spekulationsfrist steuerpflichtig.

Abgeltungsteuer und Kirchensteuer fallen nur an, soweit die Kapitalerträge den so genannten Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro (bei Ledigen) bzw. 1.602 Euro (bei Verheirateten und Lebenspartnern) überschreiten. Übersteigen die Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag nicht, fällt somit keine Kirchensteuer an.

Sofern Ihr persönlicher Steuersatz geringer sein sollte als 25 %, können Sie die Kapitalerträge im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung angeben und erhalten die zu viel gezahlte Steuer erstattet. Im Übrigen entfällt im Regelfall eine Erklärung der Kapitalerträge gegenüber dem Finanzamt.

Im Hinblick auf die Erhebung der Kirchensteuer auf die Kapitalerträge hatten bzw. haben Sie in den Jahren 2009 bis 2014 ein Wahlrecht, ob die Kirchensteuer bereits durch Ihr Kreditinstitut oder aber erst im Rahmen der Einkommensteuererklärung nach der einbehaltenen Kapitalertragsteuer erhoben werden soll. Ihr Kreditinstitut hält entsprechende Vordrucke zur Beantragung des Kirchensteuereinbehalts bereit. Anzumerken ist, dass die Kapitalerträge vor Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge der Kirchensteuer unterlagen und auch mit Einführung der Abgeltungsteuer der Kirchensteuer unterliegen. Es handelt sich hierbei weder um eine neue Steuerart noch um eine neue Steuerpflicht, sondern lediglich um eine neue Erhebungsform und einen neuen Erhebungsweg, die bereits seit 2009 Anwendung finden.

Sofern Sie sich in den Jahren 2009 bis 2014 dazu entschieden haben, dass Ihr Kreditinstitut die Kirchensteuer von den Kapitalerträgen einbehalten soll, wird bereits beim Abzug berücksichtigt, dass die Kirchensteuer als Sonderausgabe abzugsfähig ist, sodass ein verminderter Steuersatz zur Anwendung kommt. Eine Erklärung der Kapitalerträge gegenüber Ihrem Finanzamt wird daher in der Regel nicht mehr nötig sein.

Wird die Kirchensteuer nicht durch Ihr Kreditinstitut einbehalten, geben Sie im Rahmen der Einkommensteuererklärung Ihre Kapitalerträge an. Die Kirchensteuer wird dann nach der einbehaltenen Kapitalertragsteuer bemessen – ebenfalls unter Berücksichtigung des Sonderausgabenabzuges der Kirchensteuer.

Ab dem 1. Januar 2015 wird, wie bereits ausgeführt, dieses Verfahren in der Weise vereinfacht und automatisiert, dass für den Kirchensteuerabzug kein gesonderter Antrag mehr erforderlich ist. Die Kreditinstitute haben bereits damit begonnen, ihre Kunden über die neue Vereinfachungsregelung zu informieren.

Da nur von Mitgliedern einer steuererhebenden Kirche Kirchensteuer erhoben werden darf, erhält künftig die Bank vom Bundeszentralamt für Steuern das für die Erhebung notwendige Religionsmerkmal auf elektronischem Wege aus einer Datenbank (so genannte KISTAM) verschlüsselt mitgeteilt. Unter Beachtung der hohen Anforderungen des Datenschutzes wird den Banken für jeden Kunden, der einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört, eine sechsstellige Kennziffer geliefert. Dieses Verfahren ist vergleichbar mit dem Ausweis der Religionszugehörigkeit auf der alten Lohnsteuerkarte bzw. den vom Arbeitgeber elektronisch abrufbaren Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELSTAM).

Mit der Kennziffer können Ihre Banken die einbehaltene Kirchensteuer an Ihre Kirche weiterleiten. Die Verarbeitung des Religionsmerkmals erfolgt in einer gesicherten Umgebung, d.h. für den Mitarbeiter der Bank ist Ihre Religionszugehörigkeit nicht einsehbar, es wird nicht in Ihren Kundenstammdaten ausgewiesen.

Wenn Sie dennoch wünschen, dass Ihr Religionsmerkmal als Kennziffer den zum Steuerabzug verpflichteten Geldinstituten nicht mitgeteilt wird, können Sie der Weitergabe ausdrücklich widersprechen und einen Sperrvermerk setzen lassen. Dafür wird es künftig ein amtliches Formular beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de) geben. Die Bank erhält dann den neutralen 0-Wert und behält keine Kirchensteuer ein. Das zuständige Finanzamt erhält hiervon Mitteilung. Sie sind dann verpflichtet, im Rahmen der Steuererklärung gegenüber dem Finanzamt die für die Berechnung der Kirchensteuer auf die Kapitalerträge notwendigen und vollständigen Angaben zu machen.

Wir möchten in diesem Zusammenhang nochmals ausdrücklich darauf hinweisen: eine Kirchensteuer wird selbstverständlich nur dann erhoben, wenn Ihre Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 € (bei Ledigen) bzw. 1.602 € (bei Verheirateten und Lebenspartnern) überschreiten.


Ihr Kirchensteuer-Team 

im Landeskirchenamt der Nordkirche