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Die Kirchensteuer - ein Überblick

Kirchensteuer - ein Mitgliedbeitrag

Die Kirchensteuer ist der Mitgliedsbeitrag der Mitglieder für ihre Kirche. Sie ist ein Mittel der Selbstfinanzierung und orientiert sich an der finanziellen Leistungskraft des Einzelnen. Die Kirchensteuer beträgt im Raum der Nordkirche neun Prozent der Lohn- und Einkommensteuer. Sie wird über das Finanzamt eingezogen und an die Kirchen weitergegeben. Der Staat erhält für diesen Dienst von der Nordkirche drei Prozent des Steueraufkommens. Der Steuereinzug durch die staatlichen Finanzämter wird also von der Kirche bezahlt – er ist kein Geschenk.

Der Kirchensteuereinzug geht auf die Säkularisierung zurück.

Bis weit in das 19. Jahrhundert wurde Kirche als öffentliche Angelegenheit betrachtet. Kirchliche Arbeit finanzierte sich durch kirchlichen Grundbesitz und durch direkte staatliche Leistungen. Als die Finanzierung der kirchlichen Arbeit auf die Kirchenmitglieder überging, wurde die Kirche vom Staat finanziell unabhängig. So entstand die Kirchensteuer nicht als Privileg für die Kirchen, vielmehr entlasteten sich die Länder, indem sie die Kirchenmitglieder belasteten. Und so ermöglichte erst die Kirchensteuer die Trennung von Kirche und Staat.

In Deutschland zahlen die 52 Millionen Mitglieder der evangelischen und der katholischen Kirchen heute rund 8 Milliarden Euro Kirchensteuer. In der Nordkirche bringen 2,2 Millionen Gemeindeglieder die Kirchensteuer auf. Diese Mittel machen mehr als 90 Prozent der kirchlichen Einnahmen aus. Von den 418 Millionen Euro (Stand 2013) werden mehr als 80 Prozent an die Kirchengemeinden und -kreise verteilt.

Das Recht, von den Mitgliedern Kirchensteuer zu erheben, ist kein Sonderrecht der Kirchen. Das Grundgesetz bestimmt, dass sämtliche Religionsgemeinschaften dieses Steuererhebungsrecht besitzen, sofern sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind.

Kirchensteuer, freiwilliges Kirchgeld und besonderes Kirchgeld: Was ist was?

Kirchengemeinden können auch um ein freiwilliges Kirchgeld werben, beispielsweise dann, wenn Kirchenmitglieder mit Abschluss ihres Berufslebens keine Lohn- und Einkommenssteuer mehr zahlen, ihre Kirche aber weiterhin finanziell unterstützen wollen. Davon zu unterscheiden ist das so genannte besondere Kirchgeld: Es wird erhoben, wenn der Ehepartner, der das Familieneinkommen erarbeitet, keiner Kirche angehört, die Ehepartner aber steuerlich gemeinsam veranlagt werden. Das besondere Kirchgeld richtet sich nach der Höhe des Familieneinkommens und ist erheblich niedriger als die Kirchensteuer. Die Nordkirche folgt – wie die meisten anderen Landeskirchen auch – mit diesem Modell der staatlichen Steuergesetzgebung.

Kirchenmitglieder bilden eine Solidargemeinschaft.

Die unterschiedlichen Formen der Kirchensteuer dienen dazu, die Kosten für die kirchlichen Angebote auf alle Mitglieder der Kirche entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit angemessen zu verteilen.