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Kirchenmusik in Schleswig-Holstein

Taufengel in der evangelischen Kirche von Osterhever auf der Nordsee-Halbinsel Eiderstedt. Foto: epd, Thomas Morell
© epd-bild / Thomas Morell

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Norddeutsche Orgelkultur

Kultur und Tradition

„Norddeutsche Orgelkultur“ ist unter Musikfreunden ein vertrauter Begriff: Dass Johann Sebastian Bach sich Dieterich Buxtehude, Georg Böhm, Nicolaus Bruhns und Johann Adam Reinken zum Vorbild nahm, wirkt seit langem absolut überzeugend.

Auch die ältere Hamburger Organistentradition zwischen Hieronymus Praetorius und Heinrich Scheidemann gehört untrennbar zu diesem Bild – in dem zudem auch dänische und niederländische Farben eine wichtige Rolle spielen.

Neben diesen Komponisten gibt es die vielen „norddeutschen Orgeln“. Touristen kennen sie aus dem Sommerurlaub, Orgelfans richten gezielt ihre Reisewege auf sie aus.

Dass Hochzeitspaare sich eine hübsche Kirche mit besonderer Orgel aussuchen, ist keine Seltenheit. Und Kirchenvorstände wie Gemeindeglieder lieben „ihre“ Orgel, deren Instandhaltung viel Fürsorge erfordert. Diese uralten Orgeln finden sich nicht nur in Städten, sondern gerade in den norddeutschen Dorfkirchen. Am längsten reicht diese dörfliche Orgeltradition in den Marschen an der Nordsee zurück, bis in die Zeit um 1450.

Älteste Orgelregion der Welt

Dies ist allen Marschen gemeinsam: vom Stadtrand Amsterdams am heutigen Ijsselmeer bis nach Varde nördlich von Esbjerg in Dänemark, zudem mit den Flussmarschen an der Weser bis Bremen und an der Elbe bis Hamburg. Das Land am „Weltnaturerbe Wattenmeer“: Das ist die älteste Orgelregion der Welt.

Weit über 100 Orgeln allein in Dorfkirchen vor 1580, manche von ihnen nur wenige Kilometer von der nächsten entfernt: Das war vorbildlich für andere Regionen. Und es setzte Maßstäbe, auch schon für die Reformatoren. Grund genug, im „Jahr der Kirchenmusik“ der EKD diese Orgelkultur zu feiern, und zwar als lebendige Tradition, die von den uralten Instrumenten ausgeht und sich bis heute weiterentwickelt hat.

Diese Tradition ist international: Sie lässt sich nicht auf eine Landeskirche oder ein Bundesland reduzieren, und sie ist in den niederländischen und dänischen Anteilen ebenso heimisch.

Marschen: Tradition und Vielfalt

Diese Orgelkultur der Marschen griff auch auf Nachbarregionen über. Dies lässt sich besonders rund um Flensburg und Schleswig erleben, selbst zwei Metropolen, in denen die Orgelkultur blüht – mit bedeutener Tradition und imposanten jungen Instrumenten.

Vielleicht weil das Land zwischen Nord- und Ostsee hier schmaler ist als anderswo, strahlte die Orgelkultur der Marschen gerade an die Schlei und nach Angeln aus, erlebbar etwa an den Orgeln in Kahleby, Ulsnis oder Munkbrarup, die der Itzehoer Orgelbaumeister Johann Daniel Busch baute (225. Todestag 2012).