Bericht über den Sprengel Schleswig und Holstein auf der Synode

Bischof Magaard: „Veränderungen erfordern Sensibilität und Mut“

Bischof Gothart Magaard stellte den Sprengelbericht vor
Bischof Gothart Magaard stellte den Sprengelbericht vor© Maren Warnecke / Nordkirche

27. Februar 2016 von

Lübeck-Travemünde. Religionsunterricht und Flüchtlingsarbeit im Sprengel Schleswig und Holstein standen im Mittelpunkt des Berichts, den Bischof Gothart Magaard heute (27. Februar) den Synodalen in Travemünde gab.

Dabei hob er die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen kirchlichen Einrichtungen mit dem Land, den Kreisen und Kommunen hervor und sprach den vielen, insbesondere in der Flüchtlingshilfe tätigen Ehrenamtlichen seine Anerkennung aus. „Ich bin sehr dankbar für das hohe Engagement, das gute Gespür für das Notwendige und die in den zurückliegenden Monaten so sehr gebotene Kreativität, mit der sich Menschen auf den unterschiedlichen Ebenen unserer Kirche für geflüchtete Menschen einsetzen“, erklärte Magaard.

In seinem ersten Schwerpunktthema Religionsunterricht berichtete Bischof Magaard von Fachgesprächen, zu dem er gemeinsam mit dem Erzbistum Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien in das Pädagogisch-Theologische Institut in Kiel eingeladen hatte, bei denen die vorhandene religiöse Vielfalt auf der einen Seite und der grundgesetzlich verbriefte konfessionelle Grundcharakter auf der anderen im Zentrum steht. Es werde in der Frage, wie allen Schülerinnen und Schülern weiterhin eine authentische religiöse Bildung ermöglichen werden kann, die sich an den Grundsätzen einer bestimmten Religionsgemeinschaft ausrichtet,  keine schnellen und einfachen Lösungen geben, so Magaard. Grundgesetzliche Bestimmungen, schulorganisatorische Unmöglichkeiten oder fachdidaktische Grenzen stünden dem entgegen.

Forschungsprojekt zur „Religiösen Vielfalt im konfessionellen Religionsunterricht“

Bischof Magaard informierte die Synodalen auch über das Forschungsprojekt zur „Religiösen Vielfalt im konfessionellen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein“ (ReVikoR), das, von der Nordkirche finanziert, vom Land genehmigt sowie von den Universitäten Flensburg und Kiel inhaltlich verantwortet, im Mai 2013 an den Start ging. Magaard: „Mehrfach hatten wir beobachtet, dass die Meinungen über den tatsächlich erteilten Unterricht sehr unterschiedlich sind. Ziel des empirischen Projektes ist es, verlässliche Antworten auf die Frage zu erhalten, wie im evangelischen Religionsunterricht in Schleswig-Holstein mit religiöser Vielfalt umgegangen und wie diese von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern erlebt wird.“ Erste Ergebnisse werden im April vorgestellt, abgeschlossen wird die Forschung voraussichtlich im April 2017.

Und auch über die Begleitung von Lehramtsstudierenden Evangelische Religion berichtete der Bischof. Seit Oktober 2014 gibt es dazu im Landeskirchenamt eine Projektstelle mit dem Auftrag, eine Studierendenbegleitung für Lehramtsstudierende im Fach Evangelische Religion zu konzipieren, aufzubauen und zu verstetigen. Die Stelleninhaberin ist zuständig für die Studienorte Flensburg, Kiel, Hamburg, Rostock und Greifswald. Die Begleitung bietet gleichermaßen Angebote für die Studierenden, die sich der Kirche (hoch)verbunden fühlen, als auch für diejenigen, die in kritischer Distanz stehen. Neben der individuellen begleitenden Fürsorge zukünftiger Lehrkräfte hat dieses Arbeitsfeld auch das Ziel, die Qualität des Religionsunterrichtes nachhaltig zu sichern und zu verbessern.

Ressourcen kirchenweit nutzen

In seinem zweiten Schwerpunktthema, der Flüchtlingsarbeit, erklärte Bischof Magaard, dass etwa 55.000 Flüchtlinge im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein aufgenommen wurden. Anhand dreier Beispiele erläuterte er, wie die Neuankömmlinge in Kirchenkreisen und Gemeinden willkommen geheißen und unterstützt wurden und werden oder wie in der regionalen Öffentlichkeit auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht wird. „In den kommenden Jahren werden wir daran arbeiten müssen, Angebote zu verstetigen, um die haupt- und vor allem auch die ehrenamtlich Mitarbeitenden gut zu begleiten und zu stärken“, sagte der Bischof. Im Hinblick auf eine Aufgabenklärung zwischen verfasster Diakonie, Landeskirche, Kirchenkreisen und den Menschen in den Kirchengemeinden erklärte er: „Ich glaube, dass dieser Verständigungsprozess gerade erst begonnen hat und dass er eine gute Möglichkeit darstellt, neu und grundsätzlich über die Frage des Verhältnisses von Kirche und Diakonie nachzudenken und zukunftsweisend auch für andere Arbeitsbereiche zu gestalten.“ Als ein positives Beispiel funktionierender Zusammenarbeit nannte der Bischof die Leitfäden für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit und zum Wohnraum für Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr gemeinsam vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein und der Nordkirche herausgegeben wurden.

Bischof Magaard mahnte an, sich EKD-weit besser zu verständigen. Es gelte, doppelte Arbeit so gut wie möglich zu vermeiden, um die Ressourcen sinnvoll zu nutzen. In die Zukunft blickend erklärte Magaard: „Wir werden uns dem sich verändernden gesellschaftlichen Klima stellen müssen. Wir werden darauf achten müssen, dass Themen wie die für uns selbstverständliche Gleichberechtigung von Mann und Frau, der hoch angesiedelte Schutz vor sexueller Gewalt und jeglicher Form von Diskriminierung angesprochen werden können, ohne dass sich von extremen politischen Positionen aus Profit daraus schlagen lässt. Das alles wird uns ein hohes Maß an Sensibilität und auch Mut abfordern.“

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