Veranstaltungen der Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt

Kirchengemeinde und Konfis laden zum Gedenken an Sophie Scholl

Sophie Scholl wurde mit 21 Jahren hingerichtet. In den Gestapo-Verhören gab sie sich als Hauptakteurin der Widerstandsgruppe aus, um andere zu schützen.
Sophie Scholl wurde mit 21 Jahren hingerichtet. In den Gestapo-Verhören gab sie sich als Hauptakteurin der Widerstandsgruppe aus, um andere zu schützen. © Weiße Rose Stiftung e.V. / Catherina Hess

08. Februar 2022 von Julia Krause

Die Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt gedenkt Sophie Scholl: Zusammen mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden hat sie ein Themenpaket mit vielen Aktionen geschnürt. Dazu gehört die Wanderausstellung der Weiße Rose Stiftung, genauso wie Gottesdienste, ein Filmabend, eine Lesung und eine Andacht in Erinnerung an die Freiheitskämpferin. Los geht es am 8. Februar.

Im vergangenen Jahr wäre Sophie Scholl 100 Jahre alt geworden. Tatsächlich aber starb sie mit nur 21 Jahren. Hingerichtet wurde sie von den Nazis, weil sie gemeinsam mit ihrem Bruder Hans und anderen Studenten Flugblätter verteilt hatte, die zum Widerstand gegen die Hitler-Diktatur aufriefen. Ihr Todestag: Der 22. Februar 1943. 

Die Erinnerung an eine selbstlose Frau wachhalten

Schon im vergangenen Jahr wollte die Gemeinde Alt-Rahlstedt auf Anregung der Kirchenmusikerin Ulrike Frick dieser tapferen jungen Frau mit einer Themenwoche gedenken. Durch die Pandemie verzögerte sich die Pläne. Doch in diesem Februar ist es nun so weit: Vom 8. Februar bis zum 22. Februar, dem Tag ihrer Hinrichtung vor 79 Jahren, lädt sie zum Besuch mehrerer Erinnerungsveranstaltungen. 

Im Zentrum steht die Ausstellung "Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43". Die Leihgabe der Weiße-Rose-Stiftung wird im Gemeindezentrum Großlohe zu sehen sein. Das Besondere: Fragen rund um die Ausstellung beantworten auch die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Gemeinde. 

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Die Ausstellung "Weiße Rose. Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43" im Gemeindezentrum Alt-Rahlstedt ist noch bis zum 22. Februar zu sehen. Dazu gibt es einige Begleitmaterialien und eine Audio-Station, über die ein Teil der Gestapo-Verhöre mitverfolgt werden kann. © Reents, Kirchengemeinde Alt-Rahlstedt

Die Frage nach Gerechtigkeit beschäftigt viele 

Sie werden zusammen mit Pastorin Inga Kretzschmar und Diakon Sven Reents ebenso die Gedenkgottesdienste gestalten (20. Februar, 9.30 Uhr und 11 Uhr) und die Andacht vorbereiten (22. Februar, 17 Uhr). Und das ist keine ganz leichte Aufgabe, weiß Diakon Reents. "Viele sind zum ersten Mal mit dem Thema in Berührung gekommen. Die NS-Zeit steht zwar auf dem Lehrplan, aber viele sind erst in der 7. Klasse. Das Meiste kommt später. Sie wussten vorher also noch gar nichts über Sophie Scholl", sagt er. 

Ausstellungseröffnung: 8. Februar, 19 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich. 

Insbesondere die Frage nach Gerechtigkeit hätte die Jugendlichen sehr beschäftigt. Sie seien schwer beeindruckt gewesen, dass Sophie Scholl sich der Masse widersetzt und letztlich ihr Leben für andere geopfert habe. "Einige benannten sie als Vorbild", erzählt der Diakon. Diese Eindrücke werden in die Gottesdienste und die Andacht einfließen. 

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei

Zusätzlich wird es einen Filmabend "Sophie Scholl – die letzten Tage" (11. Februar, 19 Uhr) und die Lesung "Damit wir uns nicht verlieren" (18. Februar, 19 Uhr) im Gemeindezentrum im Großlohering 49 geben. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist kostenfrei. Die Kirchengemeinde freut sich jedoch über Spenden. Die Zugangsregeln und Anmeldemöglichkeiten (OG/2G/2Gplus) sind über die Website der Gemeinde und den dortigen Veranstaltungskalender abrufbar. 

Zur Person Sophie Scholl

Sophie Scholl wuchs in einem religiösen Elternhaus auf. Als junge Erwachsene machte zunächst eine Ausbildung als evangelische Kindergärtnerin, bevor sie 1942 ein Studium der Biologie und Philosophie in München begann. Obwohl sie als Kind bzw. Jugendliche Mitglied der NS-Organisation Bund Deutscher Mädel (BDM) war, wandte sie sich mit zunehmenden Alter mehr und mehr gegen die NS-Diktatur.

Durch ihren Freund und späteren Verlobten Fritz Hartnagel und ihren Bruder Hans Scholl kam sie in Kontakt mit Studenten, die zum Sturz Hitlers aufriefen. Obwohl ihr Bruder zunächst gegen eine Beteiligung Sophies war, verteilte sie die Flugblätter der Widerstandsgruppe Weiße Rose, später war sie auch an deren Herstellung beteiligt.

Ob die Gruppe verraten wurde oder per Zufall aufflog, ist bis heute Gegenstand der Forschung. Fest steht aber, dass Sophie und ihr Bruder am 22. Februar 1943 nur wenige Tage nach ihrer Verhaftung zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. In den Verhören stellten sich beide als Hauptakteure der Widerstandsgruppe Weiße Rose dar – vermutlich um Freunde zu schützen.

Mehr über Sophie Scholl erfahren Interessierten zum Beispiel im Buch "Sophie Scholl: Es reut mich nichts. Porträt einer Widerständigen" vom Hamburger Historiker und Pastor Robert Zoske. Es ist Ende 2020 veröffentlicht worden. Hier geht es zur Buchvorstellung. 

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