28. August 2021 | Jugendzeltplatz Ansveruskreuz in Einhaus bei Ratzeburg

25 Jahre Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder

28. August 2021 von Kirsten Fehrs

Jubiläumsgottesdienst, Predigt zur Lutherrose

Liebe Pfadfinderinnen, liebe Pfadfinder!

„Der Pfadfinder ist tapfer, fröhlich und unverzagt“ – und die Pfadfinderin natürlich auch. So steht es in eurem Pfadfindergesetz. Tapfer, fröhlich, unverzagt. Ich kann nur sagen: Man sieht und erlebt es hier hautnah – und es ist schön, jetzt hier bei euch zu sein. Tapfer, mitten im Schietwetter. Ihr seid so unbeeindruckt davon, fröhlich und gut gelaunt, sicher auch, weil es etwas zu feiern gibt. Danke, dass ihr mich eingeladen habt zu eurem 25.! (Es ist schon länger her, dass ich auf einem 25. Geburtstag war.) Und ernsthaft: 25 Jahre Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder, ganz eng angebunden an die Kirchengemeinden, das ist wirklich ein Grund, fröhlich und stolz zu sein. Also: Ich bin stolz auf euch. Immer schon. Und jetzt erst recht. Ich bin Fan!

Ich bin so stolz auf euch, insgesamt ungefähr 6.700 Kinder und Jugendliche im typischen Grünhemd, mit Lutherrose natürlich, bisweilen auch mit Teddybär und Tigerente. 6.700 kleine und junge Menschen, die es ernst meinen mit Gott im Leben, die glaubwürdig leben wollen. 6.700, die ihre Mitmenschen im Blick haben in der Nähe und der Ferne, die ernst machen mit praktischer Nächstenliebe. 6.700 junge Menschen, die sich darum bemühen, dass man sich auf sie verlassen kann. Und so erlebte ich euch, zum Beispiel auf den Nordkirchenempfängen (und natürlich auf „meinem“ Adventsempfang) oder auf dem Kirchentag: Ihr seid so verlässliche, vertrauenswürdige, wunderbar wache junge Menschen.

Vor mehr als hundert Jahren war mal der Grundgedanke: Pfadfinder erziehen sich selbst. Wir sagen das heute vielleicht ein bisschen anders. Aber im Kern ist es ja immer noch so: Pfadfinderinnen und Pfadfinder achten aufeinander. Wollen gemeinsam Gutes bewirken in der Welt. Ihr könnt so viel für die Gemeinschaft beitragen, und das zeigt ihr auch. Unverzagt. Macht bloß weiter so, wir brauchen das dringend in dieser Welt!

Wenn man Geburtstag hat, dann kriegt man Geschenke, logisch. Ich finde, Geschenke sind ein ganz herrliches Nebenprodukt, neben dem Geburtstagskind selbst. Mein Geschenk für euch ist ein Feuerkorb, sinnigerweise aus einer alten Gasflasche gemacht. Denn mit Feuer kennt ihr euch aus. Ihr wisst: Feuer spricht. Es erzählt von Energie, vom Licht, von Wärme und Gefahr. Wenn man Menschen anfeuert, dann werden sie schneller und besser, dann wachsen sie über sich hinaus. Denken wir nur an die Paralympics jetzt in Tokio. Wenn man jemanden anfeuert, dann gibt das einen Schub, dann hat man plötzlich noch mehr Kraft als man alleine hätte. Also: Ein Feuerkorb für euch, weil ich euch anfeuern möchte, weiter so gut zu sein. Weil ich möchte, dass ihr stark und lebendig bleibt, ihr alle als Einzelne – aber auch ihr als große Pfadfindergemeinschaft. Ich möchte euch anfeuern, damit nichts verlorengeht von euren Träumen. Euer Herz brennt – das habt ihr eben so schön dargestellt – für Jesu Botschaft. Die bedingungslose Liebe zum Leben, sie will zum Leuchten gebracht werden, damit sie anderen Orientierung gibt und Hoffnung.

Deshalb auch ist auf diesem Feuerkorb euer Logo, die Lutherrose. Ich war eben wirklich beeindruckt, wie ihr das ganz praktische Pfadfinderleben so klug mit dieser Lutherrose verbunden habt. Denn, ja, ihr habt Recht, beides gehört zusammen. Das tiefe Gottvertrauen und das umtriebige Lagerleben.

Mir hat das gefallen, wie ihr dabei anhand der Lutherrose von außen nach innen gegangen seid. Der goldene Ring ganz außen, das schwarze Kreuz ganz innen, als Zentrum von allem. Das sagt ja auch: Bei allem Abenteuer und allem Erlebnis ist es gut, wenn man sich immer wieder mal nach innen konzentriert. Wenn man in sich spürt: Was ist mir eigentlich wichtig? Woran hängt mein Herz? Wer ist mein Schatz? Was trägt mich? Was macht mich aus? Ganz innen, da spielt sich ja jede Menge ab. Manchmal auch ein bisschen durcheinander.

So wichtig es ist, dass ihr Zelte aufbaut, Knoten lernt und Abenteuer erlebt – wenn ihr singt und betet, wenn es ruhig wird am Lagerfeuer, wenn stundenlange Gespräche wichtig sind oder das Alleinsein am See, dann seid ihr doch auch sehr bei euch selbst, nicht wahr? Mit Gott an eurer Seite. Immer. Und wenn Tränen fließen und Ärger sich Luft machen darf – immer mit Gott an eurer Seite. Diesen Weg nach innen sollte wirklich jeder Mensch kennen. Weil es einem neue Kraft gibt, und manchmal auch eine neue Idee, wie es – vielleicht anders – weitergehen kann.

Und dann kann man auch in einer Pandemie, die einen wahrlich nerven kann, kreativ bleiben und Wege suchen, wie ein Stamm oder eine Sippe eben doch zusammenhält, wie man in Kontakt bleibt. Wie Gruppentreffen und Fahrten irgendwann doch wieder stattfinden können. Ich bin ganz erleichtert, zu hören, dass im Sommer schon wieder eine ganze Menge möglich war. Danke allen, die sich dafür eingesetzt haben.

Denn das ist ja klar: Man kann nicht nur im Innen bleiben. Ihr zieht euch ja nicht zurück aus dem Leben, im Gegenteil. Ihr wollt und sollt ja auch raus ins Leben, raus in die Welt, hin zu den Menschen. Martin Luther, von dem ihr eure Rose habt, hat das mal ganz schön gesagt: „An Christus glauben ist die Kunst, dass einer aus seinem Hause in die Sonne springe.“ Aus dem Haus heraus in die Sonne springen. Was für ein verrücktes Bild! Gerade heute – im Dauerregen. Aber nein, tapfer und unverzagt, liebe Geschwister, genauso ist es: Manchmal muss man etwas wagen und springen. Und wer sich so anfeuern lässt von dem Gott, an den wir glauben, versucht das; der bleibt nicht bei sich selbst. Wer sich anfeuern lässt, der und die hat auch Hoffnung und Kraft für all die jungen Menschen, die in dieser Krise wahrlich leiden: Kontaktbeschränkungen, Home-schooling, Lockdown, und jetzt die höchsten Inzidenzen bei den 10- bis 14-Jährigen – manche können einfach nicht mehr.

Sie brauchen Zuversicht! Und also ist es wichtig, dass ihr herausspringt in die Sonne und euch zeigt mit allem, was ihr könnt. Und mithelft, dass die Menschen nicht aufgeben. Dass sie nicht verzagen, angesichts von Klimawandel und jetzt von Afghanistan. Im Gegenteil: nicht Bange machen lassen. Wer an Gottes Feuer, an seine Liebe glaubt – dafür steht ja das Kreuz in der Mitte –, der hofft ganz innig und sehnsüchtig, dass die Liebe den Hass in der Welt überwindet. Innig hoffen, das ist auch ein bisschen so, als würde man den Traum vom besseren Leben in die Gegenwart hinein denken, lieben, handeln. Innig hoffen – und ja beten, dass in Afghanistan die Verzweifelten gerettet werden, innig beten, dass den Hungernden geholfen wird und innig hoffen, dass auch wir in unserem Land wieder besser zusammenhalten – und der Jugend endlich zugehört wird.

Springt also in die Sonne, tapfer, fröhlich und unverzagt – und seid gewärmt von Gottes Liebe und Segen. Und dafür genau steht dieser Feuerkorb, der dir sagt: Christus spricht: Ich bin bei dir alle Tage bis die Erde endet. Amen.

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