RENDSBURG, 9.FEBRUAR 2011

Ausstellungseröffnung "Mensch-MACHT-Milch"

12. Februar 2011 von Gothart Magaard

Sehr geehrte Damen und Herren, die Milch macht´s. Denn in einem Glas Milch (0,3l) stecken 
• ca. 87% Wasser 
• 5% Milchzucker 
 • 4% Neutralfette, 
 • 4% Eiweiss 
 • desweiteren fast 1% Mineralstoffen 
 • …und viele Vitaminen (A, D, E, K, B1, B2, B6, B12, C, H, Nikotinsäureamid, Pantothenssäure). 
Das lernt schon fast jedes Kind in der Schule. Und jeder Verbraucher sollte das schon mal gehört haben.
Was aber noch nicht jedes Kind in der Schule lernt, und was deshalb diese Ausstellung ebenso erfreulich wie not-wendig macht: 
Hinter jedem Glas Milch steckt auch reichlich Zündstoff!

„MENSCH MACHT MILCH“ so lautet der mehrdeutige Titel dieser Ausstellung, aus dem klar hervorgeht, das Milch eben nicht nur ein landwirtschaftliches Produkt unter anderen ist, das Menschen „machen“. Es geht um mehr: Dieser Titel verweist auf die schmerzhaft ungleichen Machtverhältnisse in unserer globalisierten Welt, die das Zusammenleben unter uns Menschen auf diesem Planeten, Gottes schöner Schöpfung, bestimmen. Je fließender die internationalen Grenzen werden, je weiter und anonymer die Handelsströme fließen, umso stärker sind wir gerufen, darauf zu achten, wie unser Handeln das Leben andernorts beeinflusst.

Stärker vielleicht als die Generationen vor uns sind wir aufgerufen, gerade bei Alltagsprodukten informiert zu sein, bewusst zu leben und bewusst zu entscheiden. Das beginnt beim Glas Milch am Morgen und setzt sich bei der Kleidung, bei Energiefragen und vielen anderen Themen des Alltags fort. Das gilt erst recht vom christlichen Standpunkt aus: „Leidet einer, so leiden alle“, so sagt es die Bibel.

Gott hat uns Menschen diese Schöpfung gemeinschaftlich zum Bewahren und Bebauen anvertraut; nicht aber zum Raubbau oder zur Ausbeutung. Am Beispiel der Arbeit von Milchbäuerinnen und Milchbauern in Deutschland, Frankreich, Holland und im afrikanischen Burkina Faso wird zugleich deutlich: Nicht nur die Produkte und die Dienstleistungen sind grenzübergreifend, sondern vor allem die zentralen Themen der Zukunft.

Der Ausstellungskatalog macht dies noch einmal besonders deutlich: Agrarpolitik, Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Raumordnung, Umweltschutz, Entwicklungspolitik und Energieversorgung lassen sich nicht mehr getrennt oder gar in Konkurrenz zueinander behandeln. Wir können es uns zukünftig nicht mehr leisten, einzelne Bereiche nur isoliert zu betrachten.
Das bedeutet aber auch, dass politische Weichenstellungen, dass eine Umstrukturierung der Landwirtschaft und eine Änderung des individuellen Konsumverhaltens Hand in Hand gehen müssen. Vom einzelnen Verbraucher über die Verbandsvertreter bis hin zu den verantwortlichen Politikern sind alle gleichermaßen herausgefordert, ihren Beitrag zu bringen und die Themen fachübergreifend und ganzheitlich zu diskutieren und anzugehen. Deshalb begrüße ich diese gleich von mehreren Verbänden getragene Initiative besonders.

Heraushebenswert – und wie ich finde: besonders vorbildlich – ist ferner der Ansatz des Ausstellungskonzeptes, die Milchbauern in Nord und Süd nicht gegeneinander auszuspielen, sondern aufzuzeigen, wie die gegenwärtigen Bedingungen letztlich allen Seiten schaden: den Menschen in den armen Ländern ebenso wie jenen in den wohlhabenden Ländern. Denen, die dort produzieren und denen, die hier produzieren.Die geplante Neuordnung der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik bietet eine gute Gelegenheit, die bisherige Politik zu überdenken. In dieser Ausstellung sehen wir drängende Problemanzeigen und Lösungsansätze, die zur Diskussion gestellt werden. Regionales Wirtschaften, Fairer Handel, bäuerliche Betriebsstrukturen und Verzicht auf Dumpingpreise sind dafür wichtige Stichworte.

Reichlich Zündstoff also! Es muss unsere gemeinsame Aufgabe sein, diesen Zündstoff zu bearbeiten und zu entschärfen um der Zukunft willen. Das ist das Ziel. Denn Sie wissen ja: Im gelobten Land fließt der Honig ohne Milch nur zähflüssig. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern dieser Ausstellung hier in Rendsburg, aber auch an den weiteren Stationen, lehrreiche und erhellende Auseinandersetzung mit den eindrücklichen, sehr persönlichen Fotos des Fotografen Fred Dott und den informativen Begleittexten. Ich danke alle, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben und die dafür sorgen, dass wir uns mit diesem Thema auseinander setzen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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