Veranstaltung

Ausstellung zur NS-Vergangenheit der Kirche in Berliner Gedenkstätte

Die Ausstellung "Neue Anfänge nach 1945?" tourte bereits durch mehrere Bundesländer. In Mecklenburg-Vorpommern war sie unter anderem in Greifswald zu sehen.
Die Ausstellung "Neue Anfänge nach 1945?" tourte bereits durch mehrere Bundesländer. In Mecklenburg-Vorpommern war sie unter anderem in Greifswald zu sehen. © Evangelische Akademie der Nordkirche

10. Januar 2022

Die Berliner Gedenkstätte Deutscher Widerstand zeigt vom 13. Januar bis 28. Februar die Wanderausstellung „Neue Anfänge nach 1945? Wie die Landeskirchen Nordelbiens mit Ihrer NS-Vergangenheit umgingen“. Aufgrund der Pandemie wird die Eröffnung in kleinem Rahmen mit einer Podiumsdiskussion gefeiert. Diese ist im Livestream zu sehen.

Mehr zur Ausstellung unter: www.nordkirche-nach45.de

Prof. Dr. Johannes Tuchel begrüßt als Leiter der Gedenkstätte die Podiumsgäste um 18 Uhr vor Ort und das Publikum aufgrund der Coronapandemie online: Der Livestream ist auf der Website der Gedenkstätte zu sehen: www.gdw-berlin.de/livestream

Der Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.
Der Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.

© 2015 Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Aufarbeitung bleibt immens wichtig

Das Grußwort von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt wird als Videobotschaft eingespielt. Historiker Dr. Stephan Linck (Studienleiter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit der Evangelischen Akademie der Nordkirche) erläutert die einzelnen Kapitel der Ausstellung und problematisiert die lange Zeit unzureichende Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in der Evangelischen Kirche. Prof. Dr. Stefanie Endlich, eine der drei Kuratorinnen, erklärt Entstehung und Konzept der Ausstellung.

Begleitveranstaltungen

Ebenfalls im Stream auf der Website der Gedenkstätte zu sehen sind zwei weitere Begleitveranstaltungen zur Ausstellung:

 

  • Am 3. Februar um 18 Uhr befragt die Journalistin Sigrid Hoff den Historiker und Studienleiter Dr. Stephan Linck zu den Inhalten der Ausstellung. 
  • Am 10. Februar um 18 Uhr stellt Kuratorin Beate Rossié ihre Dissertation „Kirchenbau in Berlin 1933-1945“ im Gespräch mit Pfarrerin Marion Gardei, Beauftragte für Erinnerungskultur der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, vor. 
  • Der Historiker Stephan Linck spricht im Podcast "Alles was Wissen schafft" über die Aufarbeitung der NS-Vergangenenheit der Kirche. Abrufbar ist er hier

"Wir freuen uns sehr – und fühlen uns geehrt –, dass die Gedenkstätte Deutscher Widerstand unsere Ausstellung zeigen möchte", so Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt. "Als Nordkirche haben wir uns mit dem Erbe der NS-Zeit intensiv auseinandergesetzt. Daher ist diese Ausstellung, bei allen Unterschieden, die es im Blick auf die Thematik der Ausstellung zwischen den einzelnen evangelischen Landeskirchen gibt, auch bundesweit von Bedeutung."

Wir müssen uns Schmerz der Erinnerung stellen

Im Prozess der Beschäftigung mit dem Umgang der NS-Geschichte in einzelnen Vorgängerkirchen der Nordkirche sei deutlich geworden: Die selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit ist, auch wenn sie wehtut, Voraussetzung für die eigene Glaubwürdigkeit. "Denn dem Wunsch nach Gedenken und Aufarbeitung werden wir nur nachkommen können, wenn wir uns zugleich auch dem Schmerz der Erinnerung stellen und die Frage nach Schuld und Verantwortung nicht ausklammern", so die Landesbischöfin.

Sie ergänzt: "Diese wichtige Aufgabe besteht kontinuierlich für eine Kirche, die auf den Gott vertraut, der sich nach biblischem Zeugnis seiner Geschöpfe erinnert und ihrer gedenkt und Wege in eine versöhnte Zukunft eröffnen will."

Hintergrund

Die von der Evangelischen Akademie der Nordkirche verantwortete Wanderausstellung dokumentiert den langen Weg zur Auseinandersetzung der evangelischen Kirchen in Norddeutschland mit eigener Schuld in der NS-Zeit und danach. Sie geht unter anderem der Frage nach, inwieweit die nationalprotestantische Mentalität, die die Hinwendung zum Nationalsozialismus gefördert hatte, auch nach 1945 wirkmächtig blieb.

Im Vordergrund stehen konkrete Fälle aus den früheren nordelbischen Landeskirchen und einzelnen Gemeinden. Dazu wird auch deutlich, wie die evangelischen Kirchen in Norddeutschland nach 1945 zu NS-Tätern und Kriegsverbrechern nicht nur nicht auf Distanz gingen, sondern diese oftmals sogar unterstützten.

Die Ausstellung ist seit 2016 an wechselnden Orten zu sehen. 

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