„Kirche in der Mitte der Gesellschaft – Seelsorge ist unverzichtbar“

Bischöfin Kirsten Fehrs stellte Sprengelbericht für Hamburg und Lübeck vor

Bischöfin Kirsten Fehrs stellt am 21. September 2019 in Lübeck-Travemünde der Landessynode der Nordkirche den Bericht aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck vor. Foto: Döllefeld/Nordkirche
Bischöfin Kirsten Fehrs stellt am 21. September 2019 in Lübeck-Travemünde der Landessynode der Nordkirche den Bericht aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck vor. Foto: Döllefeld/Nordkirche

21. September 2019 von Susanne Gerbsch

Lübeck-Travemünde. Bischöfin Kirsten Fehrs hat heute (21. September) auf der Tagung der Landessynode in Lübeck-Travemünde ihren Bericht aus dem Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) vorgestellt.

Der Sprengel umfasst 229 Kirchengemeinden in den Kirchenkreisen Hamburg-Ost, Hamburg-West/Südholstein und Lübeck-Lauenburg.

Bischöfin Fehrs hob zu Beginn das Elbtauffest „Moin Welt“ im Juni in Hamburg-Rissen mit über 5.000 Menschen, darunter 500 Täuflingen hervor, das von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus den beiden Kirchenkreisen Hamburg-Ost und Hamburg-West/ Südholstein organisiert worden war. „Vor allem Lebensfreude war dabei, Segen und Friede pur“, sagte die Bischöfin. „Ich habe selten in so viele glückliche Gesichter geschaut, so viele Segensworte zur gleichen Zeit gehört und Gottes Geist so lebendig werden sehen.“

Laut Bischöfin Fehrs sind solche Tauffeste in der Natur, wie auch Tischgemeinschaften auf städtischen oder dörflichen Festen die besten Beispiele, wie Kirche in der Mitte der Gesellschaft lebendig wird. Als Beispiele nannte sie die Aktion „Auf die Plätze“ zur Belebung des Vorplatzes der Hamburger Hauptkirche St. Petri oder die Beteiligung der Evangelischen Akademie der Nordkirche und einiger Hamburger Kirchengemeinden an Konzepten zur Verkehrsberuhigung und Steigerung der Lebensqualität von Innenstadt und Quartieren. Die Bischöfin beschrieb, wie dort Begegnung gefördert wird und so göttliche mit menschlichen Geschichten sich nahe kämen. Fehrs: „Ich würde das gerne messen und zählen können, weil ich das Gefühl habe: Es wird immer mehr. Sicher, die vertrauten statistischen Zahlen gehen zurück und machen Sorgen, die Freiburger Studie zur Mitgliedschaftsentwicklung bis 2060 hat das noch einmal eindrucksvoll vor Augen geführt und muss uns intensiv beschäftigen. Aber die lebendige Begegnung zwischen Gott und Mensch und zwischen Mensch und Mensch sucht sich neue Wege und Formen.“

Laut Bischöfin Kirsten Fehrs ist Beziehungsarbeit und Kommunikation mit ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen die Stärke der Kirche. „Zum Beispiel wenn 400 Schülerinnen und Schüler von zwölf Hamburger Schulen in der Hauptkirche St. Katharinen mucksmäuschenstill dem wegen seiner jüdischen Abstammung verfolgten Zeitzeugen Ivar Buterfas lauschen und sich erkennbar interessiert und sichtlich bewegt zeigen“, so die Bischöfin. „Oder im Lübecker Dom, wo Jugendliche in der altehrwürdigen Kirche übernachten und auf ihre ganz eigene Art, auf der Orgelempore, beim Berühren des Engels, im Dunkel das Geheimnis Gottes entdecken.“ Als weiteres Beispiel nannte Fehrs das Kümmerer-Netzwerk in Schwarzenbek, in dem Ehrenamtliche für Seniorinnen und Senioren da sind und ihnen in ihrem Alltag zur Hand gehen.

In ihrem Sprengelbericht unterstrich Bischöfin Kirsten Fehrs die Bedeutung der Seelsorge, die im Alltag oft unbemerkt und an säkularen Orten stattfinde: „Seelsorge bekommt eine immer größere Bedeutung als ‚Kirche am anderen Ort‘. Was in Krankenhäusern und Gefängnissen sowie bei der Bundeswehr an hochprofessioneller, seelsorglicher Begleitung von Menschen in Krisen- und Notsituationen gelingt, ist beeindruckend – und wird oft nicht gesehen. Seelsorge, ist nicht allein das Gespräch im geschützten Raum. Sie ist eine gesellschaftlich anerkannte – und von Feuerwehr, Krankenhäusern, ja, Gerichten zunehmend öffentlich geforderte Fachkompetenz unserer Pastorinnen und Pastoren, Diakone und Diakoninnen. Seelsorge ist unverzichtbar.“

Ebenfalls wichtig für das Leben in der heutigen Gesellschaft sei der interreligiöse Dialog. Das gute Zusammenspiel der Religionen in Hamburg sei unter anderem auf das gewachsene Projekt des „Religionsunterrichts für alle“ zurückzuführen, bei der Kinder gemeinsam im Klassenverband unterrichtet würden. Fehrs: „Bei der Kampagne der Nordkirche zum Religionsunterricht habe ich selbst wieder erlebt, wie sehr die Schülerinnen und Schüler es schätzen, aus der Schatzkiste des Glaubens zu schöpfen, danach zu leben und Verantwortung zu übernehmen. Das stimmt mich hoffnungsfroh.“

Livestream:

Auf www.nordkirche.de wird die Synodentagung in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Schleswig-Holstein im Livestream übertragen.

Tagesordnung, Verlaufsplan und Unterlagen zur Synodentagung:

www.nordkirche.de/portal-der-landessynode

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