Ostern macht Mut

Bischöfin Nora Steen ruft zum Aufstehen gegen Angst und Resignation auf

Bischöfin Nora Steen vor dem Portal des Schleswiger Doms. © Marcelo Hernandez, Nordkirche
Bischöfin Nora Steen vor dem Portal des Schleswiger Doms. © Marcelo Hernandez, Nordkirche

04. April 2026 von Clarissa Leu

Vom Dunkel ins Licht. Diesen Weg stellt Bischöfin Nora Steen in den Mittelpunkt ihrer diesjährigen Osterbotschaft. Ostern beginnt nicht im strahlenden Morgen, sondern noch im Dunkeln, mitten in Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit. Doch genau dort, so betont sie, setze Gottes Wirken an: Wo Menschen keinen Ausweg mehr sehen, wachse neue Zuversicht – und mit ihr der Mut, für sich selbst und für andere einzustehen.

Ostern ist die Geschichte der Auferstehung.

Nicht erst im Licht des Morgens, sondern mitten im Dunkel ändere sich etwas. Inmitten von Angst und Hoffnungslosigkeit. Dort, wo Menschen nicht mehr weiterwüssten.

Bischöfin Nora Steen beschreibt es so: “Doch dann, ganz unverhofft geschah es: Jesus Christus ist auferstanden. Und mit ihm die Hoffnung für uns alle.  
Seine Auferstehung ist ein Geschenk an uns, aus Liebe, Mut und der tiefen Gewissheit, dass Gott uns nahe ist, gerade dann, wenn wir ihn am meisten brauchen.
Ich frage mich in diesen Tagen: Was heißt das für uns im Hier und Heute, in unserem Land?”

Aufstehen gegen die Angst

Wir erleben eine Zeit, in der der Ton rauer wird, so Nora Steen. Eine Zeit, in der Menschen einander Gewalt antun ohne schlechtes Gewissen. 
In der Unsicherheit wächst und mit ihr die Versuchung, sich zurückzuziehen.

“Aber Ostern widerspricht dem”, so die Bischöfin. “Ostern heißt: aufstehen gegen das, was Menschen klein macht. 
Nicht liegen bleiben in Angst und Resignation. 
Nicht verstummen, wenn Würde verletzt wird.

Für Nora Steen zählt jede Stimme. Denn wer laut wird, bewegt andere dazu, mit einzustimmen.
Trotz all der Ungerechtigkeiten sehe Sie auch noch etwas anderes: Mut. Klarheit. Den Wunsch, füreinander einzustehen und dagegenzuhalten.

“Ostern ruft uns genau dazu auf:
Nicht wegsehen. 
Nicht schweigen. 
Sondern aufstehen, für uns selbst und füreinander.
Ostern ist nicht nur eine alte Geschichte. 
Es ist die Entscheidung, dem Leben mehr zuzutrauen als der Angst.”

Aus neuer Hoffnung Mut schöpfen

Der Hoffnung mehr Raum zu geben als der Resignation – und der Menschlichkeit mehr Gewicht zu geben als dem, was uns trennt, das möchte Nora Steen in diesen Tagen allen Menschen mit auf den Weg geben.
“Ich wünsche Ihnen in diesen Tagen den Mut, aufzustehen. Für sich selbst, genau wie für andere. 
Ostern zeigt: Das Leben gewinnt.

Gott segne Sie.”

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