Epiphanias – Das zweite Weihnachtsfest

Bischof Tilman Jeremias als geistlicher Begleiter des Dreikönigstreffens in Neubrandenburg: „Schenken ist das große Thema des 06. Januars“

Haussegnung der Sternsinger und die geladenen Gäste vor dem Dreikönigshospiz in Neubrandenburg.
Haussegnung der Sternsinger und die geladenen Gäste vor dem Dreikönigshospiz in Neubrandenburg.© Marlene Nürnberger

07. Januar 2026 von Marlene Nürnberger

Greifswald/Neubrandenburg. „Schenken ist das große Thema des 06. Januars“, betont Bischof Tilman Jeremias und dankt den Sternsängerinnen und Sternsängern in der Hauskapelle des Dreikönigshospiz Neubrandenburg. Insgesamt 10 Stationen haben die Kinder und Jugendlichen am Tag des 06. Januar in Neubrandenburg besucht und mit ihrem Gesang und ihrem Segen beschenkt, sowie Spenden für Kinder in Not gesammelt.

Vorbild für unsere ganze Gesellschaft

Auch im Dreikönigshospiz Neubrandenburg spielt das Schenken eine große Rolle, das seit 2003 von der Dreikönigsstiftung und dem Dreikönigsverein betrieben wird. So erzählten Bewohner dem Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), dass es für sie jeden Tag ein neues Geschenk sei, dass es hier freundliche Menschen gebe, die für sie da seien und alles täten, damit es ihnen in der letzten Phase ihres Lebens möglichst gut gehe. „Das ist, wie ich finde, ein Vorbild für unsere ganze Gesellschaft. Menschen, die ihre Zeit und Kraft einsetzen, ehrenamtlich und hauptamtlich, damit es anderen Menschen besser geht“, so Tilman Jeremias in seiner Ansprache als geistlicher Begleiter für den diesjährigen Dreikönigstag in Neubrandenburg.

Suchen, Finden, Schenken

„Diese drei Worte stehen für die Geschichte der biblischen drei Weisen, der drei Könige. Die Tradition von aufsuchender Barmherzigkeit und Hingabe pflegt der Verein besonders in den ambulanten Hospizdiensten und durch das erste stationäre Hospiz in Mecklenburg-Vorpommern“, Matthias Crone, Vorsitzender des Dreikönigsvereins. „Ziel des Vereins ist es, über konfessionelle Grenzen hinweg, unabhängig von politischen Parteien und im Geist von Demokratie und Toleranz soziale und christliche Initiativen zu unterstützen, christlich-humanistische Kunst, Kultur und Bildung zu fördern sowie sich für eine umfassende Völkerverständigung einzusetzen“, heißt es in der Vereinssatzung. Als eine der wichtigsten Sozialinitiativen in Mecklenburg-Vorpommern richtet der Dreikönigsverein traditionell am 06. Januar einen Benefizabend aus. Jedes Jahr sind zahlreiche, teils prominente Gäste geladen und auch dieses Jahr war das Haus der Kultur und Bildung Neubrandenburg mit über 500 Gästen ausgebucht. Darunter Nordrhein-Westfalens Gesundheits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann als Festredner, Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär Philipp Amthor, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Oberbürgermeister von Neubrandenburg Nico Klose, Militärdekan Bernd Franz Schaller, der ehemalige Innenminister Lorenz Caffier und Bischof Tilman Jeremias.

Das Dreikönigshospiz in Neubrandenburg

Die Pflegedienstleitung des Dreikönigshospiz Simone Bohrmann erzählt über ihre Freude an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, Menschen in der letzten Lebensphase zu begleiten und zu versorgen. „Ich gehe gerne zur Arbeit. Ich fühle mich hier gut aufgehoben und mir ist es wichtig, dass sich meine Bewohner ebenso gut aufgehoben fühlen“, sagt sie. Auch der Glaube, Trauerrituale und die Seelsorge spielen im Hospiz eine große Rolle, da nicht nur die physischen Symptome von Pflegekräften versorgt werden, sondern die Seele der Sterbenden häufig auch bei konfessionslosen Bewohnerinnen und Bewohnern Richtung Lebensende Trost, Hoffnung und Zuversicht auf „das, was da kommen mag“ brauche. Frau Bohrmann betont, wie wichtig es für die Zukunft der Hospize in Deutschland sei, den Fokus vermehrt auf die wichtige Tätigkeit zu legen, Menschen ein Sterben in Würde und in einem schönen Umfeld zu ermöglichen. Dies betreffe sowohl die Öffentlichkeitsarbeit, um Sichtbarkeit zu schaffen und Vorurteile abzubauen, als auch die Seelsorge innerhalb von Hospizen, die den Bewohnern und auch den Angehörigen hilft, Abschied zu nehmen.

Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint schon. 1 Joh 2

Bischof Tilman Jeremias predigte in seiner Mitarbeitenden-Neujahrsandacht an Epiphanias über die unterschiedlichen Erzählungen der Geburt Christi im Evangelium nach Lukas 2 und nach Matthäus 2. Hirten im Stall und ein Kind in Armut geboren vs. Pracht, Strahlkraft und Geschenke für den König der Könige. So wird am 06. Januar der weisen Magier gedacht, die Hoffnung empfanden als sie, dem Stern folgend, den wahren Herrscher der Welt erkannten und auf Gottes Geheiß den weltlichen Machthabern den Rücken kehrten. Auch heute noch gedenken und besingen wir Christus, das Licht der Welt, beispielsweise mit dem Lied Wie schön leuchtet der Morgenstern (Evangelisches Gesangbuch 70, Text und Melodie: Philipp Nicolai 1599).

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