Pastor Conrad Witt in Malchow ordiniert

Bischof Tilman Jeremias: „Ein Dienst aus Dankbarkeit, Orientierung und geistlicher Heimat“

Feierliche Ordination: Assistentin Doreen Habermann, Pröpstin Britta Carstensen, Bischof Tilman Jeremias, Pastor Conrad Witt, Assistent Pastor Christian Bauer und  Assistent Pastor Fredrik Hollertz (aus Schweden / v.l.n.r.) @Arne Kühn/Nordkirche
Feierliche Ordination: Assistentin Doreen Habermann, Pröpstin Britta Carstensen, Bischof Tilman Jeremias, Pastor Conrad Witt, Assistent Pastor Christian Bauer und Assistent Pastor Fredrik Hollertz (aus Schweden / v.l.n.r.) @Arne Kühn/Nordkirche

10. Mai 2026 von Dieter Schulz

Bischof Tilman Jeremias hat Pastor Conrad Witt ordiniert. Er würdigte dessen Weg vom kirchenfernen Elternhaus zur frühen eigenen Taufe, sein langjähriges Engagement in der Jugendarbeit und seine Überzeugung, dass der Glaube Orientierung schenkt und Gemeinde geistliche Heimat werden kann.

Am Sonntag (10. Mai 2026) ist Conrad Witt in einem Festgottesdienst in der Kirche Malchow von Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern) ordiniert und zugleich in seinen Dienst als Pastor der neu zusammenwachsenden Kirchengemeinde Malchow Satow eingeführt worden. Sein Ordinationsspruch steht im Psalm 92,2f: „Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.“

Ein Dienst, der im Lob Gottes wurzelt

In seiner Ansprache hob Bischof Tilman Jeremias hervor, wie bewusst Conrad Witt seinen Dienst unter das tägliche Lob Gottes stelle. Er sagte: „Mit der Ordination sagst du, lieber Conrad, ‚Ja‘ zum Auftrag deiner Kirche, das Wort Gottes öffentlich zu verkündigen und die Sakramente nach der Heiligen Schrift darzureichen. Aber dieses ‚Ja‘ ist nur ein kleines, leises menschliches ‚Ja‘. Viel größer und entscheidender ist das ‚Ja‘ Gottes, das heute laut wird.“ Zum Ordinationsspruch erklärte der Bischof, er habe sich bewusst für Psalm 92 entschieden. Er betonte, dass das Lob Gottes die größte Form des Gebets sei: „Denn Gott loben ist unsere menschliche Antwort auf die großen Taten Gottes.“

Ein starkes Zeichen geistlicher Selbstständigkeit

Und weiter sagte Tilman Jeremias: „Was ich selbst erfahren habe und dir, lieber Conrad, sehr wünsche: Gott zu danken, ihm zu lobsingen, macht das Leben reich und tief.“ Der Bischof würdigte zugleich den Weg des jungen Pastors, der aus einer kirchenfernen Familie stammt und dennoch früh seinen eigenen Zugang zum Glauben gefunden habe. Dass Witt sich bereits mit zwölf Jahren aus eigenem Entschluss taufen ließ, sei „ein starkes Zeichen geistlicher Selbstständigkeit und innerer Überzeugung“.

Von der Jugendarbeit in Vorpommern bis in die Landessynode

Conrad Witt, 1994 in Loitz geboren, fand über die Christenlehre und die Pfadfinder zur Kirche. In seiner Jugend engagierte er sich intensiv in der Konfi‑ und Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde und des Kirchenkreises. 2012 gründete er die Pommersche Jugendvertretung und knüpfte zahlreiche Netzwerke, die ihn bis heute prägen. Seit der Gründung der Nordkirche wirkte er in verschiedenen kirchlichen Gremien mit – vom Kirchengemeinderat über die Kirchenkreissynode bis hin zur Landessynode. Nach dem Abitur studierte Witt Evangelische Theologie in Greifswald und Tübingen; ein Auslandssemester führte ihn an die Schwedische Kirche in Jönköping. Sein Examen legte er 2024 ab. Das Vikariat absolvierte er von 2024 bis 2026 in der Kirchengemeinde Alt Meteln‑Cramon‑Groß Trebbow bei Schwerin.

„Menschen suchen Orientierung – der Glaube kann sie schenken“

Für seinen Dienst formuliert Conrad Witt eine klare Motivation: Viele Menschen suchten heute nach Orientierung, sagt er. „Für mich ist die Botschaft von Jesus Christus eine solche Grundorientierung. Ich finde, dass jeder etwas in seinem Leben hat, womit man einen Unterschied in der Welt machen kann.“ Der Pfarrberuf sei für ihn deshalb so attraktiv, weil er so vielfältig sei und zugleich im Kern darum gehe, Menschen im Gebet und im Hören auf Gottes Wort anzuleiten, sie seelsorglich zu begleiten und Gemeinschaft zu stiften. Geprägt wurde Witt besonders durch die diakonisch engagierte Gemeinde seiner Kindheit in Loitz. „Hören und Tun von Gottes Wort gehören für mich zusammen“, sagt er. Ebenso wichtig sei ihm eine liturgisch ästhetische Gottesdienstkultur, wie er sie dort erlebt habe. Die Feier des Abendmahls sei ihm „ein Herzensanliegen – und nicht hoch genug zu schätzen“.

Ein pastoraler Dienst mit ökumenischer Weite

Auch seine ökumenischen Erfahrungen – besonders in Schweden – hätten ihn bestärkt, einen Weg zu gehen, der geistliche Tiefe, liturgische Schönheit und diakonische Verantwortung miteinander verbindet, betonte Pastor Conrad Witt. Für die Gemeinde Malchow‑Satow wünsche er sich, dass sie für viele Menschen zu einem geistlichen Zuhause werde: „Ein Ort, an dem man Schweres und Schönes miteinander teilt, fröhlich beieinander sein kann und sich im Glauben gegenseitig stärkt.“

Hintergrund Ordination

Mit der Ordination (lateinisch: ordinatio – Amtseinsetzung) werden den Geistlichen die Rechte und Pflichten einer Pastorin und eines Pastors feierlich zugesprochen. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie und der zweijährigen praktischen Ausbildung in Kirchengemeinden und im Predigerseminar (Vikariat) beginnt mit der Ordination der Dienst in der Nordkirche. Dazu gehören die öffentliche Wortverkündigung, die Sakramentsverwaltung (Taufe und Abendmahl) und die Seelsorge.

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