Einsegnung von acht Prädikantinnen und Prädikanten

Bischof Tilman Jeremias: „Heute ist ein guter Tag für unseren Sprengel“

(v.l.n.r.) Bischof Tilman Jeremias, Propst Dirk Fey, Marion Zeretzki aus der Kirchengemeinde Penzlin-Mölln (hinten), Ulrich Roock aus der Kirchengemeinde Penzlin-Mölln, Torsten Heinisch aus der Kirchengemeinde Bützow (hinten), Anja Ullmann aus der Kirchengemeinde Kemnitz-Hanshagen, Prof. Dr. Hans-Joachim Goetze aus der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis Neubrandenburg (hinten), Dr. Hartmut Schulz aus der Kirchengemeinde Fürstenberg, Glenn Kobarg aus der Kirchengemeinde Bützow (hinten), Frau Dr. Cornelia Brinkmann aus der Kirchengemeinde Warnemünde, Pröpstin Britta Carstensen, Pröpstin Kathrin Kühl | © elkm/Christian Meyer
(v.l.n.r.) Bischof Tilman Jeremias, Propst Dirk Fey, Marion Zeretzki aus der Kirchengemeinde Penzlin-Mölln (hinten), Ulrich Roock aus der Kirchengemeinde Penzlin-Mölln, Torsten Heinisch aus der Kirchengemeinde Bützow (hinten), Anja Ullmann aus der Kirchengemeinde Kemnitz-Hanshagen, Prof. Dr. Hans-Joachim Goetze aus der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis Neubrandenburg (hinten), Dr. Hartmut Schulz aus der Kirchengemeinde Fürstenberg, Glenn Kobarg aus der Kirchengemeinde Bützow (hinten), Frau Dr. Cornelia Brinkmann aus der Kirchengemeinde Warnemünde, Pröpstin Britta Carstensen, Pröpstin Kathrin Kühl | © elkm/Christian Meyer

02. März 2026 von Marlene Nürnberger

Am Sonntag, dem 1. März 2026, hat der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern in der evangelischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) Tilman Jeremias acht neue Prädikantinnen und Prädikanten in der Klosterkirche Rühn (Bützow) eingesegnet. Die Prädikantinnen und Prädikanten sind von nun an durch den Bischof zur öffentlichen Wortverkündigung in ihren Heimatgemeinden berufen.

Der Festgottesdienst zur Einsegnung von acht Prädikantinnen und Prädikanten am Sonntag, dem 1. März 2026, fand in der Klosterkirche Rühn der gastgebenden Kirchengemeinde Bützow/Baumgarten/Tarnow statt. Unter Anwesenheit und Mitwirken von Pröpstin Britta Carstensen, Pröpstin Kathrin Kühl und Propst Dirk Fey wurden die Prädikantinnen und Prädikanten durch den Bischof feierlich zur öffentlichen Wortverkündigung in ihren Heimatgemeinden berufen.

„Wir brauchen Menschen wie Sie, die den Mut aufbringen, in der Öffentlichkeit von ihrem Glauben zu sprechen“

Sprengelweit in den Kirchengemeinden Mecklenburgs und Pommerns (St. Johannis Neubrandenburg, Bützow, Fürstenberg, Kemnitz-Hanshagen, Penzlin-Mölln, Warnemünde) verteilt, engagieren sich die acht, ab dem 1. März 2026 zur Wortverkündigung beauftragten Ehrenamtlichen. Alle Prädikantinnen und Prädikanten üben unterschiedliche Professionen aus und haben zusätzlich von 2022-2025 die nordkirchliche Ausbildung absolviert, um die Wortverkündigung offiziell durchführen zu dürfen. „Sie acht haben eine intensive Ausbildung hinter sich und übernehmen einen entscheidenden Auftrag in unserer Kirche. Das Evangelium zu verkündigen und zu leben ist Aufgabe jedes Christenmenschen. Die Kirche beruft aber seit alters her Menschen, die dies in der Öffentlichkeit des Gottesdienstes tun und die Sakramente verwalten. Dieser Dienst der Verkündigung ist das Herzstück der Kirche“, so Bischof Tilman Jeremias.

Ehrenamtliches Engagement im Kernbereich unserer Kirche

Einmal im Jahr findet im Sprengel Mecklenburg und Pommern die Einsegnung von Absolventinnen und Absolventen der dreijährigen Ausbildung statt. Erfreulich und bemerkenswert sei laut Bischof Tilman Jeremias, dass es in allen drei Sprengeln der Nordkirche ähnlich viele Prädikantinnen und Prädikanten gebe, trotz der geringsten Zahl an Gemeindemitgliedern in Mecklenburg-Vorpommern. „Die Arbeit der Prädikantinnen und Prädikanten ist absolut wesentlich. Sie haben eine sehr solide, qualitativ hochwertige Ausbildung durchlaufen, um den Verkündigungsdienst anzutreten. Außerdem sind es oft die, die vor Ort die Menschen sehr gut kennen. Sie tun einen sehr engagierten ehrenamtlichen Dienst im Kernbereich unserer Kirche“, erzählt Bischof Tilman Jeremias.

Ermutigung der Prädikantinnen und Prädikanten durch die Zusage Gottes

In seiner Predigt mit Bezug auf die Passionszeit und zum „Reminiszere“-Sonntag erinnert Bischof Tilman Jeremias an den Frieden mit Gott in und durch Jesus Christus und unseren lebendigen Glauben, wie er im Römerbrief beschrieben wird:

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn. (Römer 8,38-39)

„Glaube ist kein Besitz, keine Lebensversicherung, kein Talisman. Glaube ist lebendiges Gottvertrauen, das jeden Tag neu eingeübt werden soll. Aber unser Glaube darf gewiss sein, denn er gründet sich auf den Schöpfer und Erhalter des Universums. Wäre unser Glaube auf uns selbst bezogen, wäre solche Gewissheit unmöglich, dafür sind wir zu wankelmütige, wacklige Wesen. Aber unser Glaube basiert auf Gottes Versprechen, Und darin liegt der Grund für die Gewissheit im Glauben. Gottes Liebe trägt die Welt. Sie ist treu, auch wenn wir versagen. Sie macht uns frei von unseren Lasten, Ängsten und von unserer Schuld. Und gibt uns die Kraft zum Handeln in herausfordernden Zeiten. Wir haben Frieden mit Gott, weil Gott uns gerecht macht in Jesus Christus. Halleluja. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Kraft, Geist und Segen für Ihr wichtiges Amt“, spricht Bischof Tilman Jeremias.

Hintergrund: Prädikantendienst

Der Prädikantendienst ist ein ehrenamtlicher Verkündigungsdienst in evangelischen Kirchen. Prädikantinnen und Prädikanten sind in der Regel nicht ordinierte Theologinnen oder Theologen, sondern engagierte Gemeindeglieder, die nach einer qualifizierten Ausbildung und einer offiziellen, feierlichen Beauftragung selbstständig Gottesdienste leiten, das Evangelium verkünden und die Sakramente verwalten dürfen. Sie arbeiten eng mit Pastorinnen und Pastoren sowie den Kirchengemeinden zusammen und stehen unter kirchlicher Begleitung und Aufsicht. Der Prädikantendienst stärkt die Beteiligung von Ehrenamtlichen am kirchlichen Leben und trägt dazu bei, die gottesdienstliche Versorgung auch in strukturell großen oder pfarrstellenreduzierten Regionen sicherzustellen.

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