„Einzigartig in unserem Land“

Bischof Tilman Jeremias würdigt neues Gemeinde- und Stadtteilzentrum Knieper West

Bischof Tilman Jeremias bei seinem Grußwort im neuen Gemeinde- und Stadtteilzentrum Knieper West. ©Christan Rödel
Bischof Tilman Jeremias bei seinem Grußwort im neuen Gemeinde- und Stadtteilzentrum Knieper West. ©Christan Rödel

10. Mai 2026 von Dieter Schulz

Beim Tag der Städtebauförderung würdigte Bischof Tilman Jeremias das neue Stadtteilzentrum Knieper West in Stralsund als wichtigen Ort für Gemeinschaft, Beteiligung und gelebte Demokratie. Die Nordkirche sieht darin ein starkes Zeichen für Kirche mitten im Stadtteil.

Beim Tag der Städtebauförderung hat der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch‑Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Tilman Jeremias, am Sonnabend (9. Mai 2026) das neue Gemeinde- und Stadtteilzentrum Knieper West als wichtigen Ort für gesellschaftlichen Zusammenhalt gewürdigt. Das Motto des Tages treffe hier unmittelbar auf die Realität, so Bischof Tilman Jeremias: „‚WIR gestalten‘ ist die Überschrift dieses Tages und ich bin fasziniert, wie dieses Motto angesichts des hier neu entstandenen Gemeinde- und Bürgerzentrums mit den Händen zu greifen ist.“

Ein neuer Verständigungsort für Stralsund

Der Bischof betonte die Bedeutung des Hauses für Dialog und demokratische Kultur: „Es braucht solche Orte, die wir in der Nordkirche auch ‚Verständigungsorte‘ nennen, um in Kontakt zu kommen, im Gespräch zu sein und so, trotz Meinungsverschiedenheiten, beieinander zu bleiben.“ Mit Blick auf die gesellschaftliche Lage sagte er: „Ja, es gilt, das WIR stark zu machen, noch mehr Demokratie zu wagen und wie gut ist es, solch einen Ort wie diesen nun in Nutzung nehmen zu können für Begegnung, Austausch und auch Ringen um die bestmöglichen Wege für das Miteinander in dieser Stadt. Demokratie ist nicht ohne den konstruktiven Streit, ohne Auseinandersetzung zu haben. So hat es ja jüngst auch der Bundespräsident hier an dieser Stelle festgestellt.“

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie.“

Für die Kirche sei das Zentrum Ausdruck ihres Auftrags in der Stadt, betonte Tilman Jeremias: „Wie viel mehr ist es Aufgabe von Christenmenschen und Kirche, sich in eine lebendige und vielfältige Stadt wie Stralsund einzubringen, für sie zu beten und ihr Bestes zu suchen! Dafür steht dieses Gemeindezentrum. Es soll hier ein Aufeinandertreffen der unterschiedlichsten Menschen geben, Fromme, freundlich Distanzierte und Kirchenferne. Dieser Ort soll sie in Beziehung kommen lassen.“

Was man allein nicht schafft, das geht gemeinsam

Das Gelingen des Projekts sei ein starkes Zeichen in Zeiten, in denen die Kirche immer wieder Gebäude aufgeben müsse, weil sie nicht mehr zu erhalten seien, so der Bischof. Er hob hervor: „Aber was man allein nicht schafft, das geht mitunter gemeinsam.“ Und weiter: „Einzigartig in unserem Land ist die hier umgesetzte Partnerschaft von Kommune und Kirchengemeinde. Beispielhaft das Miteinander von Stadt und Kirche.“ Zum Abschluss dankte Tilman Jeremias allen Beteiligten: „Und so richte ich heute meinen ausdrücklichen Dank an alle, die sich für dieses Projekt eingesetzt haben, in welcher Weise und an welcher Stelle auch immer. Gottes Segen für dieses Haus und das Miteinander in ihm!“

Hintergrund: Das Gemeinde- und Stadtteilzentrum Knieper West

Das Zentrum entsteht in Kooperation der Hansestadt Stralsund und der Evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai als offener Ort für alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils – unabhängig von Alter, Herkunft oder religiöser Bindung. Beim Richtfest wurde in ein Jahrhunderte altes Stück Balken aus der St. Nikolaikirche zwei handgeschmiedete Nägel in das historische Holz geschlagen. Einer der Nägel war ein Fundstück aus dem hanseatischen Stralsunder Rathaus und einer aus der „Mutterkirche“ des Neubaus, aus St. Nikolai – ein Zeichen der Verbundenheit zwischen Vergangenheit und Zukunft – und zwischen Kirche und Kommune. Das neue Gebäude vereint kirchliche, soziale und kulturelle Angebote unter einem Dach – darunter Gottesdienstraum, Gemeindesaal, Stadtteilcafé, Räume für Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, Beratungsangebote, Stadtteilbüro und Co‑Working‑Bereiche. Das Projektvolumen beträgt rund zehn Millionen Euro.

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