Verleihung der Bugenhagenmedaille im Sprengel Hamburg und Lübeck

Cornelia Schäfer und Andreas de Weerth erhalten höchste Auszeichnung der Nordkirche

Prof. Dr. Andreas de Weerth und Dr. Cornelia Schäfer werden am Reformationstag mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet.
Prof. Dr. Andreas de Weerth und Dr. Cornelia Schäfer werden am Reformationstag mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet.© Vanessa Achenbach (Foto links) und Bastian Modrow (Foto rechts)

27. Oktober 2026 von Melanie Köhne

Am kommenden Sonnabend (31. Oktober) verleiht Bischöfin Kirsten Fehrs die höchste Auszeichnung der Nordkirche: Dr. Cornelia Schäfer und Prof. Dr. Andreas de Weerth werden in einem feierlichen Gottesdienst für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit der Bugenhagenmedaille geehrt.

Hamburg. Mit der Bugenhagenmedaille würdigt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) regelmäßig das Ehrenamt und die Menschen, die diese Aufgaben mit großem persönlichem Engagement wahrnehmen. Am diesjährigen Reformationstag (31. Oktober) werden Dr. med. Cornelia Schäfer und Prof. Dr. med. Andreas de Weerth im Dom zu Lübeck mit einem Festgottesdienst für ihr jahrzehntelanges Wirken in der Nordkirche von Bischöfin Kirsten Fehrs ausgezeichnet. „Am Tag der Reformation stehen zwei Menschen im Mittelpunkt unseres Dankes und unserer Hochachtung, die es mehr als verdient haben“, so die Bischöfin. „Sie sind ein Segen für unsere Kirche – und das darf bei aller Bescheidenheit nicht nur gesagt, sondern auch gefeiert werden.“

Cornelia Schäfer: Unermüdliches Engagement für Lübecker Dom und Innenstadtkirchen

Cornelia Schäfer engagiert sich seit Jahrzehnten mit hoher Verlässlichkeit und persönlicher Einsatzfreude für den Dom zu Lübeck, den Kirchengemeindeverband Innenstadt sowie den Erhalt der Lübecker Innenstadtkirchen als UNESCO-Welterbe. Seit 1996 gehört sie ununterbrochen dem Kirchengemeinderat des Doms an, den sie über mehrere Jahre als Vorsitzende prägte. Derzeit leitet sie den Haushaltsausschuss mit großer Umsicht und Klarheit. Auch bei der Gründung des Kirchengemeindeverbandes Innenstadt zu Beginn der 2000er Jahre übernahm sie eine maßgebliche Rolle und wirkt seitdem unermüdlich im Verbandsausschuss mit. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Förderung der Kirchenmusik. Als Mitgründerin und Vorsitzende der 4Viertel-Stiftung hat sie diese Arbeit nachhaltig gestärkt. Mit ebenso großer Tatkraft setzt sich Cornelia Schäfer seit 2013 für den Erhalt der fünf Lübecker Innenstadtkirchen ein. Im Rahmen der Aktion „Sieben Türme will ich sehen“ trieb sie das Bau-Fundraising maßgeblich voran und ebnete damit den Weg für die Gründung der Stiftung „7 Türme +“.

Die Bedeutung eines solchen Einsatzes beschreibt die Bischöfin so: „Eine Stadt, in der die Kirchen verstummen, würde etwas von ihrer Seele, ihrem Widerstandsgeist und ihrer Menschlichkeit verlieren.“

Andreas de Weerth: Jahrzehntelanger Einsatz für Diakonie und Kirche

Andreas de Weerth engagiert sich seit vielen Jahren in herausragender Weise für Diakonie und Kirche. Neben seiner prägenden beruflichen Tätigkeit im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, dessen christliches Profil und vertrauensvolle Kultur er maßgeblich mitgestaltet hat, übernimmt er seit Jahrzehnten ehrenamtlich Verantwortung in kirchlichen und diakonischen Gremien. So war er von 2006 bis 2012 Mitglied des Kirchengemeinderats der Kirchengemeinde St. Andreas Harvestehude und wirkt seit zehn Jahren im Stiftungsrat der Evangelisch-Lutherischen Diakonissenanstalt Alten Eichen mit, derzeit als stellvertretender Vorsitzender. Mit konstruktiver und vorausschauender Haltung hat er die Gründung der Pflegediakonie Alten Eichen begleitet und unterstützt heute als Mitglied ihres Aufsichtsrates die weitere Entwicklung der Einrichtung. Sein Leitmotiv ist es, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – als Arzt ebenso wie als Aufsichts- oder Stiftungsratsmitglied und als engagierter Christ.

„Jenseits aller Fallpauschalen Diakonie mit Herz sein, das ist gelebtes Evangelium“, würdigt die Bischöfin.

„Das Engagement dieser beiden Menschen ermutigt. Weil wir an ihnen sehen, dass es möglich ist, mit ganzer Seele, mit ganzer Kraft zu lieben und Dinge zu gestalten und zum Besseren zu wenden. So ist es oft mit dem Reich Gottes: Es braucht ein paar, die anfangen. Diese beiden haben angefangen und sind vorangegangen. Und dafür danken wir ihnen von Herzen. Unser Glaube braucht offene Ohren, offene Herzen und klugen Verstand. Und Menschen wie sie.“

Öffentlicher Festgottesdienst zur Verleihung der Bugenhagenmedaille im Dom zu Lübeck

Der Festgottesdienst im Lübecker Dom (Mühlendamm 2-6, 23552 Lübeck) beginnt um 14 Uhr. Mitwirkende am Gottesdienst sind neben Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, Propst Oliver Erckens, Vorsitzender des Kirchenkreisrates Lübeck-Lauenburg, Propst Frie Bräsen, Vorsitzender des Kirchenkreisrates Hamburg-West/Südholstein, Pastor Dr. Henrik Höver, Rektor und Vorstandsvorsitzender Diakonie Alten Eichen, und Johannes Unger, Kantor an St. Marien und am Dom zu Lübeck.

Im Anschluss an den Gottesdienst werden die Gäste zum Empfang gebeten.

Die Bugenhagenmedaille: Höchste Auszeichnung der Nordkirche

Johannes Bugenhagen (1485–1558) gilt als „Reformator des Nordens“, war ein enger Weggefährte Martin Luthers und besonders für seine Arbeit in Pommern, Lübeck, Hamburg, Schleswig-Holstein und Dänemark bekannt. Sein Konterfei ziert die Vorderseite der in Glas gefassten Medaille. Diese Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die Nordkirche zu vergeben hat, und wird als Dank an Menschen vergeben, die sich durch überregionalen ehrenamtlichen Einsatz für die Kirche verdient gemacht haben.

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