Volkstrauertag mit Requiem zum Gedenken an die Toten auf der Flucht

Flüchtlingsbeauftragte Jochims: „Egoismus tötet – auch in der Flüchtlingspolitik“

Am Volkstrauertag wird der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht
Am Volkstrauertag wird der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht© Maren Warnecke, Nordkirche

13. November 2020 von Claudia Ebeling

Hamburg. Mit einem interreligiösen Requiem werden Engagierte in der Flüchtlingsarbeit am kommenden Sonntag, dem Volkstrauertag (15. November, 18 Uhr), der Toten gedenken, die auf ihrer Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind.

Die Flüchtlingsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Dietlind Jochims, der Referent für Menschenrechte und Migration im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche, Dietrich Gerstner, Imam Erkan Yüksekkaya von der Centrums Moschee in Hamburg, sowie Vertreter der katholischen Kirche laden zu dem Gedenkgottesdienst in die Hamburger Hauptkirche St. Jacobi (Jakobikirchhof 22, Eingang Steinstraße) ein.

Hauptpastorin und Pröpstin Astrid Kleist wird das Requiem unter dem Motto „leavenoonebehind“ leiten. Imam Yüksekkaya wird das muslimische Totengebet vortragen. Musikalisch begleitet wird der Abend von Mitgliedern der Musik- und Aktionsgruppe „Lebenslaute“, die politische Aktionen unter anderem an „menschenbedrohenden Orten“ unterstützen. Ebenfalls beteiligt sind Musiker aus Afghanistan.

„Wir müssen zusammenstehen, um Leben zu schützen. Das gilt nicht nur für Corona. Auch in der Flüchtlingspolitik ist Egoismus tödlich. Wir beklagen das andauernde Massensterben besonders im Mittelmeer und bestärken uns zu einem anderen Handeln”, so die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche, Pastorin Dietlind Jochims in ihrer Predigt über eine biblische „leavenoonebehind“-Geschichte.

Das Requiem für die Toten an den EU-Außengrenzen, im Mittelmeer, an den Grenzzäunen und auch in der libyschen Wüste, findet bereits seit mehr als zehn Jahren immer am Volkstrauertag statt. Mit dem Gottesdienst sollen die unsichtbaren Opfer der Abschottung gegen Flüchtlinge ins Bewusstsein geholt und ein Rahmen sowie ein Ort für Trauer um sie geschaffen werden.

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