Frauenwerk der Nordkirche

#gebetübersmeer: Frauen in der Nordkirche feiern den Weltgebetstag 2021 vor allem digital

Mit der Social-Media-Aktion #gebetübersmeer können sich Frauen in der Nordkirche rund um den Weltgebetstag vernetzen.
Mit der Social-Media-Aktion #gebetübersmeer können sich Frauen in der Nordkirche rund um den Weltgebetstag vernetzen.© unsplash, Linda Xu
Eine Kirche in Port Olry auf der Insel Espiritu Santu in Vanuatu.
Eine Kirche in Port Olry auf der Insel Espiritu Santu in Vanuatu.© lkonya, iStockphoto

11. Februar 2021 von Simone Viere

"Worauf bauen wir?" ist das Motto des Weltgebetstags 2021 am 5. März aus Vanuatu. Das Thema ist für den kleinen Inselstaat im Südpazifik brandaktuell, denn der Klimawandel bedroht immer mehr den Lebensraum der Menschen.

Im weltumspannenden gemeinsamen Gebet machen sich jedes Jahr im März christliche Frauen unterschiedlicher Konfessionen für Ökumene und ein respektvolles Miteinander stark. In mehr als 120 Ländern wird am ersten Freitag des Monats mit ökumenischen Gottesdiensten der Weltgebetstag der Frauen gefeiert - in diesem Jahr bedingt durch die weltweite Pandemie vor allem auch online. 

Der Weltgebetstag wird digital

"Das Allerwichtigste ist: Der Weltgebetstag findet statt. Wir finden neue Wege und machen es anders in diesem Jahr. Mut dafür zu machen ist uns total wichtig", sagt Julia Ohm, die Referentin für FrauenÖkumene, Weltgebetstag und Natur & Spiritualität beim Frauenwerk der Nordkirche ist.

Social-Media-Aktion #gebetübersmeer

Eine Idee vom Frauenwerk der Nordkirche und dem Frauenwerk Schleswig-Flensburg  ist das #gebetübersmeer. Die Social-Media-Aktion soll rund um den Weltgebetstag stattfinden und Menschen miteinander verbinden, berichtet Ohm. "Es wird spätestens Mitte Februar eine Andacht geben, die wir über Instagram und Youtube zeigen werden.. Diese Andacht wird von Claudia Niklas-Reeps vom Frauenwerk Schleswig-Flensburg verantwortet", so die Religionspädagogin weiter.

Gebet am Wasser - alle können mitmachen

Eine Aktion, an der sich Jede und Jeder folgendermaßen beteiligen kann: Ein kurzes Video mit einem Gebet zum Weltgebetstag am Meer oder an einem See aufnehmen und dann auf Instagram oder Facebook unter dem Hashtag #gebetübersmeer teilen. Oder einfach ein Foto teilen von dem Ort am Meer oder See, wo das Gebet gesprochen wurde. Dann noch den Gebetstext dazu unter dem Hashtag #gebetübersmeer auf Instagram oder Facebook posten.  Die Aktion startet am 19. Februar.

Die Fotos können an  julia.ohm@frauenwerk.nordkirche.deoder frauenwerk@kirche-slfl.de
 geschickt werden.

"Wer keine sozialen Medien nutzt, kann Gebet und Foto als E-Mail senden und wir veröffentlichen es auf unserer Instagramseite", so Ohm, die findet die Aktion passt gut zum Inselstaat Vanuatu, denn "über das Wasser können wir uns gut miteinander verbinden".

Gottesdienst im TV und online

Zudem kann ein Gottesdienst zum Weltgebetstag am Freitag, 5. März 2021, um 19 Uhr auf Bibel TV und online unter www.weltgebetstag.de geschaut werden. Vorbereitet wurde der Gottesdienst bereits in Münster von einem ökumenischen Team altkatholischer, baptistischer, evangelisch-lutherischer und römisch-katholischer Frauen.

So gebe es in der Vorbereitungsphase viel positive Stimmung und gute Ideen, aber eben auch viele Sorgen. "Der Weltgebetstag unterstützt mit den Kollekten, die an dem Tag normalerweise in den Gottesdiensten gesammelt werden, viele tolle Projekte für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt. Eine Frage in diesem Jahr ist daher auch, wie die Kollekte ohne die analogen Veranstaltungen gesammelt werden kann?", so Ohm. Online kann bereits auf der Seite des Weltgebetstags gespendet werden. Eine weitere Idee ist es, Spendentüten aus Papier in den Gemeinden zu verteilen.

Der Inselstaat spürt den Klimawandel

Der Bibeltext aus Matthäus 7, 24 bis 27 steht im Mittelpunkt des Tages. Nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle.

Zwischen Australien und Fidschi liegen die 83 Inseln Vanuatus im Südpazifik. Eine vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt ist dort heimisch, das Land ist geprägt von Vulkanen und Regenwald. 

Naturkatastrophen nehmen zu 

Das Land wird allerdings  immer wieder von Erdbeben und Tropenstürmen heimgesucht. Zyklon Pam zerstörte 2015 große Teile des Landes, Menschen starben und verloren ihr Zuhause. Im Frühjahr 2020 folgte Zyklon Harold.

Jahr für Jahr bauen die Ni-Vanuatu, wie die Einwohner Vanuatus heißen, ihr Zuhause wieder auf. Nicht jeder Sturm ist so zerstörerisch, doch trägt der Klimawandel dazu bei, dass die Zyklone wohl zukünftig stärker und damit gefährlicher für Land und Leute werden.

Das Bild zum Weltgebetstag 2021 aus Vanuatu. © Juliette Pita, wgt

Auch das Titelbild von der vanuatuische Künstlerin Juliette Pita zeigt die Situation auf Vanuatu, als der Zyklon Pam 2015 über die Inseln zog. Auf dem Bild "Pam II" ist eine Frau zu sehen, die sich schützend über ihr kleines Kind beugt und betet. Im Hintergrund sind Kreuze für die Todesopfer des Sturms zu erkennen. 

Christlicher Glaube, Gebet und Handeln für eine gerechte Welt gehören nach Angaben der Organisatorinnen beim Weltgebetstag untrennbar zusammen.

Hintergrund

Die Idee zu der inzwischen weltgrößten ökumenischen Basisbewegung von Frauen stammt aus den USA, wo sich Christinnen 1887 erstmals zu einem Weltgebetstag versammelten.

1927 wurde der erste internationale Gebetstag gefeiert. Seit rund 70 Jahren wird dieser Tag auch in Deutschland begangen. Für den Weltgebetstag 2021 werden Frauen aus dem Inselstaat Vanuatu im Südpazifik die Liturgie erstellen.

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