Reise ins Heilige Land

Gedenken in Yad Vashem: Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt betont Verantwortung in unserer Zeit

Die Flamme der Erinnerung in der Gedenkhalle von Yad Vashem. @dds/Nordkirche
Die Flamme der Erinnerung in der Gedenkhalle von Yad Vashem. @dds/Nordkirche

08. Januar 2026 von Dieter Schulz

Anlässlich der Einführung des neuen Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL) ist Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt nach Jerusalem gereist. Zu Beginn ihres Aufenthalts besuchte sie die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.

Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, ist zur Einführung des neuen Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL), Imad Mousa Haddad, sowie zur Verabschiedung des bisherigen Bischofs Dr. Sani Ibrahim Azar in den Ruhestand nach Jerusalem gereist. Der feierliche Einführungsgottesdienst findet am kommenden Sonntag (11. Januar 2026) in der Erlöserkirche in Jerusalem statt. Die Landesbischöfin wirkt zusammen mit leitenden Geistlichen aus der weltweiten Gemeinschaft an dem Gottesdienst mit.

Klare Haltung gegenüber Antisemitismus

Zum Auftakt ihrer Reise besuchte Kristina Kühnbaum-Schmidt die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und gedachte der Ermordeten der Shoa. In der Gedenkhalle von Yad Vashem entzündete sie die Flamme der Erinnerung und legte einen Kranz nieder. Der Besuch zu Beginn ihres Aufenthalts unterstreicht die bleibende Verantwortung der evangelischen Kirchen in Deutschland für Erinnerung, Aufarbeitung und eine klare Haltung gegen jede Form von Antisemitismus.

Nie wieder ist jetzt – das gilt heute und an allen Tagen, die kommen

In das Gästebuch der Gedenkstätte trug die Landesbischöfin anschließend ein:

„In Ehrerbietung und Gedenken verneige ich mich vor den sechs Millionen jüdischen Kindern, Frauen und Männern, die von Deutschen ermordet wurden. An diesem Menschheitsverbrechen der Shoa sind auch Christinnen und Christen mit schuldig geworden. Es ist unsere bleibende Verpflichtung und Verantwortung, die Erinnerung lebendig zu halten und sichtbar und hörbar in aller Klarheit in Worten und Taten einzutreten gegen Judenhass, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Nie wieder ist jetzt – das gilt heute und an allen Tagen, die kommen.“

Kristina Kühnbaum-Schmidt, Jerusalem, 7. Januar 2026

Mit ihrem Eintrag bekräftigt die Landesbischöfin die Haltung der Nordkirche, dass Erinnerung kein abgeschlossener Akt der Geschichte ist, sondern eine dauerhafte ethische und theologische Verpflichtung bedeutet – insbesondere in einer Zeit, in der antisemitische Einstellungen und Übergriffe verstärkt zunehmen.

Begegnungen im Heiligen Land

Im Rahmen der Reise von Kristina Kühnbaum-Schmidt, die auch Vizepräsidentin des Lutherischen Weltbundes (LWB) für die Region Mittel- und Westeuropa sowie Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) ist, sind neben der Teilnahme am Gottesdienst zur Einführung des neuen und zur Verabschiedung des bisherigen Bischofs der ELCJHL weitere ökumenische und interreligiöse Begegnungen vorgesehen.

 

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