Nordkirche verleiht Bugenhagenmedaille

Hohe Auszeichnung der Nordkirche für zwei Ehrenamtliche im Sprengel Hamburg und Lübeck

© Privat

20. Oktober 2022 von Antje Wendt

Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) wird Hella Fabricius (83) und Kai Schröder (69) in Lübeck mit der Bugenhagenmedaille auszeichnen. Der Festgottesdienst am Sonnabend, 29. Oktober wird in der Kirche St. Petri, Lübeck, gefeiert und beginnt um 11 Uhr.

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche, wird predigen und Hella Fabricius und Kai Schröder die Auszeichnung im Namen der Kirchenleitung der Nordkirche überreichen.

Das Kirchenrecht erklärt: Die Bugenhagenmedaille

"Die Bugenhagemedaille wird verliehen für hervorragende Verdienste um das kirchliche Leben und ist die höchste landeskirchliche Auszeichnung für ehrenamtliches Engagement."

"Die Verleihung der Bugenhagenmedaille geschieht im Gedenken an den prägenden Reformator Norddeutschlands, Johannes Bugenhagen. Sie wurde erstmals 1929 zum 400. Jahrestag der Einführung der Hamburger Kirchenordnung in Hamburg geprägt.

Als besonderes Zeichen des Dankes wurde sie durch den Kirchenrat der Hamburgischen Kirche am 13. Oktober 1959 gestiftet. Die Kirchenleitung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat die Tradition durch Beschluss am 23. August 1977 übernommen."

"Die Bugenhagenmedaille soll jährlich an bis zu zwei Personen je Sprengel und alle zwei Jahre zusätzlich an eine weitere Person auf Vorschlag der Kammer für Dienste und Werke vergeben werden."

Bischöfin Fehrs: "Zeichen der Nächstenliebe und Verbundenheit"

Bischöfin Kirsten Fehrs würdigte die Geehrten: „Menschen wie Hella Fabricius und Kai Schröder bereichern unsere Kirche seit Jahrzehnten als unermüdliche, vielfältig engagierte, kluge Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Ich schätze beide sehr in ihrer unprätentiösen, geradlinigen Haltung, mit der sie als Christenmenschen für das Evangelium in dieser Welt auch politisch einstehen.

Sie überwinden Trennendes und schaffen Bindungen, regional und weltweit – unbeirrt und klar, pragmatisch und nah am Gegenüber. Damit setzen sie gerade in diesen Zeiten, in denen Krisen das Verständnis füreinander erschweren, ein starkes Zeichen der Nächstenliebe und der Verbundenheit.“

Ein Porträt von Hella Fabricius:

Die Nordkirche hat Hella Fabricius die Bugenhagenmedaille für langjährige ehrenamtliche Verdienste verliehen.
Die Nordkirche hat Hella Fabricius die Bugenhagenmedaille für langjährige ehrenamtliche Verdienste verliehen.© Bastian Modrow, Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Hella Fabricius: „Das Engagement bei der Kirche macht mir Spaß, so einfach ist das“

„Ganz ehrlich? Als ich hörte, dass ich von der Nordkirche mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet werden soll, da war ich baff. Ich? Wirklich ich?“ - Hella Fabricius ist immer noch ein wenig ungläubig, wenn es um die Würdigung ihres herausragenden ehrenamtlichen Engagements geht.

Aber alle, denen ich davon erzählt habe, sagten, dass es ,Die Richtige’ treffen würde und dass sie sich für mich freuen würden. Und mittlerweile - ja, da freue ich mich auch.

83 Jahre alt ist Hella Fabricius und seit mehr als 50 Jahren engagiert sie sich uneigennützig für ihren Glauben, ihre Kirche. „Mit ihrer zupackenden und verlässlichen Art ist sie ein wirkliches Vorbild“, beschreiben Wegbegleiter:innen die umtriebige Lübeckerin.

Vor allem im Evangelischen Frauenwerk brachte und bringt sie sich ein. In unterschiedlichsten Gremien auf Kirchenkreis- und auf landeskirchlicher Ebene mischte und mischt Hella Fabricius mit. „Das Engagement macht mir Spaß, so einfach ist das.“

Die Ehrenamtlerin kann aus einem riesigen Fundus von Erinnerungen schöpfen. Wichtig ist Hella Fabricius der „Frauenkreis St. Andreas“, den sie in ihrer Kirchengemeinde nach einem „Mutter-Kind-Seminar“ des Frauenwerks im November 1975 zusammen mit vier anderen Frauen gründete. „Wir wollten ein Angebot in unserem Stadtteil schaffen - eben für junge Frauen“, erinnert sie sich.

Einsatz für deutsch-deutsche Freundschaft und Anti-Apartheid-Bewegung

Hella Fabricius setzte Akzente in der deutsch-deutschen Freundschaft. Seit 1982 pflegte ihre Kirchengemeinde in Lübeck-Schlutup intensive Kontakte zur Kirchengemeinde Ferdinandshof in der damaligen DDR. „Eine Freundschaft, die bis heute besteht - wir treffen uns abwechselnd, mal im Osten, mal im Westen“, berichtet die Rentnerin.

Auch mit ihrem Engagement im Ehrenamtlichen-Stamm des Lettland-Projektes des Kirchenkreises hat Hella Fabricius nachhaltig Akzente gesetzt.

Hervorzuheben ist auch das große Engagement in der Anti- Apartheid-Bewegung zwischen 1979 und 1990: Die Boykottbewegung „Kauft keine Früchte aus Südafrika“ trug maßgeblich dazu bei, dass 1990 das erste Apartheidsgesetz abgeschafft wurde.

In Zusammenarbeit mit der Ev. Frauenarbeit in Deutschland, Hamburg und dem damaligen Nordelbien hat Hella Fabricius dazu Mahnwachen und Demonstrationen in Hamburg und Lübeck mitorganisiert.

Wieviel Zeit sie über all die Jahre investiert hat, das kann Hella Fabricius nicht beziffern. Es ist auch unerheblich für sie: „Ich habe es gern gemacht und diese Erlebnisse wären auch durch nichts zu entlohnen“, bekräftigt die Mutter von drei Kindern, die achtfache Großmutter und dreifache Ur-Oma.

Eine Sache ist ihr dabei besonders wichtig: Ohne die Rückendeckung ihres Ehemanns Karl Heinz, mit dem sie seit 62 Jahren verheiratet ist, wäre all ihr Wirken nicht möglich gewesen. „Der Partner und die Familie muss mitziehen“, bekräftigt Hella Fabricius.

Und so wird der Gottesdienst, in dem die 83-Jährige mit der Bugenhagenmedaille der Nordkirche ausgezeichnet wird, auch eine Art Familienfeier werden. „Sie wollen alle kommen.“

Ein Porträt von Kai Schröder

Kai Schröder erhielt für sein ehrenamtliches Engagement die Bugenhagenmedaille der Nordkirche
Kai Schröder erhielt für sein ehrenamtliches Engagement die Bugenhagenmedaille der Nordkirche © Bastian Modrow, Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Kai Schröder: „Eine Auszeichnung, die ich stellvertretend für alle Ehrenamtlichen annehme“

"Ehrlich gesagt, ich bin kein Freund von Auszeichnungen.“ Kai Schröder ist ein Mann der klaren Worte. Ohne Schnörkel, dafür mit ganz viel Expertise und der notwendigen Portion Pragmatismus. Dass der 69-Jährige für seine herausragenden Verdienste für die Nordkirche mit der Bugenhagenmedaille ausgezeichnet wird, sei natürlich eine Ehre.

„Ich werde die Auszeichnung stellvertretend für alle ehrenamtlich tätigen Menschen in der Kirche annehmen“, sagt der Lübecker und beruft sich auf ein Zitat von Papst Johannes XXIII, der einmal zu sich selbst gesagt haben soll „Giovanni, nimm dich selbst nicht so wichtig.“

Aufheben um seine Person schätzt er nicht. Kai Schröder ging und geht es stets um die Sache, für die er sich einsetzt. Beruflich als Richter ebenso wie als Ehrenamtlicher bei der Kirche.

Seit Jahrzehnten übernimmt er maßgeblich Leitungsverantwortung im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

„Mit seiner juristischen Fachkenntnis und seiner pragmatischen Herangehensweise ist er vielerorts eine nicht wegzudenkende Unterstützung“ Aus der Begründung der Kirchenleitung.

Seit 1986 ist Kai Schröder Mitglied im Kirchengemeinderat der Domgemeinde zu Lübeck. Viele Jahre engagierte er sich als Synodaler des Kirchenkreises Lübeck, folgend als stellvertretender Vorsitzender.

Mitgestalter des Veränderungsprozesses „Projekt 2030“

1996 wurde Kai Schröder Präses der Kirchenkreissynode - ein Amt, das er 13 Jahre lang „verantwortungsvoll, zuverlässig und hoch kompetent“ innehatte.  Nach der Fusion der Kirchenkreise Lübeck und Lauenburg mischte Kai Schröder weiter mit - als Mitglied der Synode ebenso wie als stellvertretender Vorsitzender des Kirchenkreisrats.

Im „Projekt 2030“ gestaltet der 69-Jährige mit großem Sachverstand die anstehenden Veränderungsprozesse mit. „Eine Aufgabe, die viel Zeit, Konzentration und Expertise erfordert“, betonen Wegbegleiter.

Auf Bitten des Kirchenkreisrats und der Pröpstin übernahm Kai Schröder 2020 den Vorsitz im Beauftragtengremium der Kirchengemeinde Sterley und der Kapellengemeinde Salem.

Auch auf Landeskirchlicher Ebene setzte der Jurist in seinem Amt als Richter in der Disziplinarkammer der Nordelbischen Kirche und der Nordkirche wertvolle Akzente. Von 2016 bis 2021 war Kai Schröder Präsident und Vorsitzender des Disziplinargerichts der Nordkirche.

Warum er all das gemacht hat und noch immer macht? „Weil ich die Zeit dazu und die Freude dafür habe“, sagt der gebürtige Bremer, dem trotz seiner zahlreichen ehrenamtlichen kirchlichen Aufgaben noch ausreichend Momente bleiben, seiner großen Leidenschaft, dem Golf-Spielen nachzugehen.

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