Besuch in der Bischofskanzlei Hamburg

Kinderbischöfe besuchen Bischöfin Kirsten Fehrs

Die Kinderbischöfe und -bischöfinnen kommen traditionell aus der evangelischen Wichern-Schule, die zum Rauhen Haus gehört. Sie werden im Dezember in ihre Ämter eingeführt und besuchen dann im Januar ihre Amtsschwester.
Die Kinderbischöfe und -bischöfinnen kommen traditionell aus der evangelischen Wichern-Schule, die zum Rauhen Haus gehört. Sie werden im Dezember in ihre Ämter eingeführt und besuchen dann im Januar ihre Amtsschwester.© Dieter Schulz, Kommunikationswerk

23. Januar 2023

Tim, Mena und Luca haben mit ihrer großen Amtsschwester Kirsten Fehrs darüber gesprochen, wie sie nach Hamburg geflüchteten Kindern aus der Ukraine helfen können. Zusätzlich informierten sich die Kinderbischöfe über Fehrs' Arbeitsalltag.

Die Hamburger Kinderbischöfe haben am Montag ihre erwachsene Amtsschwester Kirsten Fehrs in der Bischofskanzlei in der Hafencity besucht. Ihr Thema ist in diesem Jahr „Das Recht der Kinder auf Schutz im Krieg und auf der Flucht“.

Hintergrund: Kinderbischöfe

Seit 1994 setzen sich die Kinderbischöfe der evangelischen Wichern-Schule mit ihren Klassenkamerad:innen für bessere Lebensbedingungen und die Rechte der Kinder in Hamburg ein. Sie möchten Sprachrohr für Kinder und Kindheit in der Metropole sein.

Die Tradition der Hamburger Kinderbischöfe geht auf einen mittelalterlichen Brauch an Kloster- und Stiftsschulen zurück, der in ganz Europa verbreitet war. Dabei übernahm der Kinderbischof an bestimmten Tagen die bischöflichen Amtspflichten vom Abt oder dem Bischof. Die ersten Kinderbischöfe gab es im 4. Jahrhundert bereits in Alexandria in Ägypten.

"Was brauchen Kinder aus der Ukraine?"

Bei Tee, Obst und Gebäck tauschten sich die zwölfjährigen Tim Bruckart, Mena Schult und Luca Wiedenmann mit Bischöfin Fehrs darüber aus, wie sie aus der Ukraine geflüchteten Kindern helfen können. Ein Vorhaben der Drei bestehe beispielsweise darin, bei einem Spieleabend mit Müttern ins Gespräch zu kommen und dabei zu fragen, was sie brauchen, sagten sie zu Fehrs.

Vor dem Hintergrund, dass aus der Ukraine nach Hamburg Geflüchtete Deutsch lernen, riet die Bischöfin ihren jungen Kolleginnen und ihrem jungen Kollegen, Ukrainisch zu lernen. „Das macht es gleichwertiger, wenn beide lernen“, sagte sie.

Gemeinsame Ausflüge und Austausch sind wichtig

Mena regte an, ukrainische Kinder mit auf Klassenausflüge zu nehmen. Bei Fehrs stieß das auf Zustimmung: Unternehmungen seien für die geflüchteten Kinder wichtig, damit sie nicht laufend an den Krieg denken, sagte die Bischöfin und schlug spontan einen Besuch im Planetarium vor.

Ein weiteres Thema war der Umgang mit Angst. Die Kinderbischöfe kündigten an, die Sozialbehörde aufzusuchen und dort zu fragen, ob es genug therapeutische Unterstützung für traumatisierte geflüchtete Kinder gebe.

Mena sagte, sie selbst habe sich nach Kriegsbeginn davor gefürchtet, vor die Haustür zu gehen - aus Angst, auch hierzulande könnte Krieg ausbrechen. Tim berichtete, er schaue Nachrichtensendungen, um sich über das Kriegsgeschehen zu informieren.

Fehrs: Morgens erstmal joggen

Auch über Fehrs' Alltag informierten sich die Kinderbischöfe. „Sofern ich es schaffe, gehe ich morgens erst einmal joggen“, sagte die Bischöfin. Gegen halb neun begännen dann die ersten Gespräche, Feierabend sei oft erst gegen 22 Uhr.

Luca fragte nach, ob Fehrs auch Arbeit mit nach Hause nehme. Die Bischöfin verneinte: Sie halte es für wichtig, Arbeits- und Privatleben voneinander zu trennen, „damit die Seele wieder zur Ruhe kommt“.

"Nett", "witzig" und "echt"

Kinderbischöf:innen bei Bischöfin Kirsten Fehrs
"Sie ist nett, witzig, man kann mit ihr seht gut lachen und auch über ernstere Dinge reden", so das Resümee von Kinderbischöfin Mena.© Dieter Schulz, Kommunikationswerk

Am Ende des Gesprächs zeigten sich sowohl die Kinderbischöfe als auch Kirsten Fehrs beeindruckt. „Es war ein Gespräch, das mich sehr bewegt hat, weil die Kinder uns Erwachsenen den Spiegel vorhalten“, so Fehrs. Kinder seien „so echt und so emotional“. Sie sagten, was zu tun ist, beispielsweise: „Helft uns, dass wir Kinderrechte durchsetzen können!“

Datum
23.01.2023
Quelle
epd
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