Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt predigt am Palmsonntag in Rom und nimmt an einem ökumenischen Kreuzweg teil

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.© Theresa Lange

27. März 2026 von Dieter Schulz

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt predigt am Palmsonntag in Rom und nimmt an einem ökumenischen Kreuzweg teil

Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, predigt am Sonntag Palmarum (29. März 2026, Palmsonntag) auf Einladung der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Rom (Comunità Evangelica Luterana di Roma) in der Christuskirche in Rom. Zuvor nimmt sie am Freitag an der Via Crucis teil, dem ökumenischen Kreuzweg der Kirchen im Quartier.

Predigt am Übergang zwischen Jubel und Passion

Der Palmsonntag markiert in der christlichen Tradition den Beginn der Karwoche und steht damit an der Schwelle zwischen Freude und Leiden. In ihrer Predigt über Markus 14,1–9 greift die Leitende Geistliche der Nordkirche diese Spannung auf: „Dieser Sonntag steht an einer Schwelle: zwischen Jubel und Passion, zwischen Erwartung und Bedrohung, zwischen Hoffnung und Gewalt.“ Im Zentrum der Predigt steht die Salbung Jesu in Bethanien. Kristina Kühnbaum-Schmidt deutet die Handlung der namenlosen Frau als kritische Anfrage an reines Effizienzdenken und als Zeichen radikaler Hingabe: „Eine Gesellschaft, die nur noch nach Effizienz fragt, verliert etwas Entscheidendes: die Fähigkeit zur Großzügigkeit des Herzens, die Spielräume der Barmherzigkeit.“ Dagegen setze Jesus in seinem Leben und Handeln einen anderen Maßstab: „Liebe lässt sich nicht berechnen. Barmherzigkeit lässt sich nicht kalkulieren“, so die Landesbischöfin.

Ökumenischer Kreuzweg in Rom

Bereits am Freitag nimmt Kristina Kühnbaum-Schmidt an der Via Crucis teil, einem ökumenischen Kreuzweg der Kirchen in Rom. Mit ihrer Teilnahme unterstreicht sie die Verbundenheit verschiedener christlicher Konfessionen – gerade an einem zentralen Ort des Christentums. Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag kommt Kristina Kühnbaum-Schmidt mit Mitgliedern der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom sowie mit dort Studierenden, unter denen auch junge Menschen aus dem Bereich der Nordkirche erwartet werden, ins Gespräch.

Zentrale Termine des Kirchenjahres in Rom, Schwerin und Lübeck

Die Landesbischöfin betont in ihrer Predigt die Bedeutung konkreten Handelns im Alltag: „Wir müssen nicht die Welt retten. Das liegt bei Gott in guten Händen. Aber wir können und sollen tun, was uns möglich ist.“ Der Besuch der Landesbischöfin in Rom verbindet den Beginn der Karwoche, einen wichtigen Termin des Kirchenjahres, mit einem bedeutenden Ort des Christentums. Predigt, Kreuzweg und Begegnungen stehen dabei im Zeichen von Passion, gelebter Ökumene und internationalem Austausch. In der Karwoche und zu Ostern wird die Landesbischöfin die Gottesdienste in ihren Predigtstätten in der Nordkirche, dem Schweriner und dem Lübecker Dom, feiern.

Predigten im Dom zu Schwerin und im Dom zu Lübeck

Am Karfreitag, 3. April 2026, predigt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt um 10 Uhr im Dom zu Schwerin. Am Ostersonntag, 5. April 2026, predigt sie um 10 Uhr im Dom zu Lübeck.

Hintergrund: Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Rom

Die evangelisch-lutherische Gemeinde in Rom gehört zu den ältesten evangelischen Gemeinden im katholisch geprägten Italien. Ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als sich deutschsprachige Protestanten – darunter Diplomaten, Künstler, Wissenschaftler und Kaufleute – in der Ewigen Stadt niederließen und ein geistliches Zuhause suchten.

Zentrum des Gemeindelebens der rund 500 Mitglieder ist die Christuskirche im Herzen Roms, die zwischen 1910 und 1922 erbaut wurde. Sie ist bis heute die einzige evangelisch-lutherische Kirche innerhalb der historischen Stadtmauern Roms und ein sichtbares Zeichen evangelischer Präsenz in unmittelbarer Nähe zum Vatikan. Der Bau wurde maßgeblich durch Unterstützung aus Deutschland ermöglicht und steht architektonisch für eine Verbindung aus neoromanischen und jugendstilhaften Elementen.

Die Gemeinde ist Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) und zugleich eng mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verbunden. Sie versteht sich als internationale Gemeinde mit einem besonderen Schwerpunkt auf deutschsprachigen Gläubigen, steht jedoch ausdrücklich Menschen aller Nationalitäten offen.

Zum Anfang der Seite