Vier Jahre Ukraine-Krieg

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt ruft zu gerechtem Frieden und Solidarität auf und bittet um Hoffnung und Kraft für die Menschen in der Ukraine

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.© Theresa Lange

22. Februar 2026 von Dieter Schulz

Vier Jahre nach dem völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine mahnt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt einen gerechten Frieden an, bekräftigt das Recht auf Selbstverteidigung und betont die Verantwortung von Politik, Gesellschaft und Kirche für Solidarität und Menschenrechte.

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine erinnert die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, an das Leid der Menschen und ruft zu einem entschlossenen Einsatz für einen gerechten Frieden auf. „Dieser Krieg ist und bleibt ein eklatanter Bruch des Völkerrechts. Er bringt Tod, Zerstörung, Flucht und Traumatisierung über unzählige Menschen. Insbesondere die gezielten Angriffe auf die Energieversorgung bei eisigen Temperaturen sind klar zu verurteilen“, erklärt Kristina Kühnbaum-Schmidt. „Als Kirche stehen wir an der Seite der Menschen in der Ukraine – im Gebet, in konkreter Hilfe und in der klaren Benennung von Unrecht.“

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Waffen

Die Landesbischöfin betont, dass der Wunsch nach Frieden nicht missverstanden werden dürfe. Frieden sei nicht um den Preis von Unterwerfung oder dem Verzicht auf Freiheit zu haben. „Frieden ist nicht einfach das Schweigen der Waffen“, sagt sie. „Ein Frieden, der auf Gewalt, Besatzung und Angst gründet, wäre kein gerechter Frieden.“ Der Angriff Russlands auf die Ukraine sei nicht nur ein Krieg gegen ein Land, sondern auch ein Angriff auf die Prinzipien einer internationalen Ordnung, die auf dem Selbstbestimmungsrecht der Völker, der Verbindlichkeit rechtlicher Vereinbarungen und der Menschenwürde beruht.

Recht auf Selbstverteidigung anerkennen

In ihrem Appell verweist Kristina Kühnbaum-Schmidt auf die ethische Spannung zwischen dem christlichen Friedensauftrag und der Realität militärischer Gewalt: „Als Christinnen und Christen glauben wir daran, dass Gott Frieden verheißt“, so die Landesbischöfin. „Und zugleich sehen wir: Ein Volk, das brutal überfallen wird, hat das Recht, sich zu verteidigen.“ Sie warnt davor, vorschnell Forderungen nach einem schnellen Frieden zu stellen, ohne die Perspektive der Betroffenen ernst zu nehmen: „Wer von der Ukraine verlangt, auf Selbstverteidigung zu verzichten, verlangt im Zweifel, Unrecht zu akzeptieren. Gerechter Frieden braucht Wahrhaftigkeit, Recht und auch die Perspektive der Opfer.“

Kirche steht an der Seite der Leidtragenden

Die Nordkirche ist weiterhin in vielfältiger Weise solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, mit Geflüchteten sowie mit Partnerkirchen und Hilfsorganisationen vor Ort. Sie hebt die besondere Verbundenheit der Nordkirche mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine (DELKU) über den Lutherischen Weltbund (LWB) und dessen Unterstützungsprogramme hervor. „Wir lassen nicht nach in unserer Unterstützung“, sagt Kristina Kühnbaum-Schmidt. „Wir beten für die Menschen, wir leisten praktische Hilfe, wo wir können, und wir erheben unsere Stimme für einen gerechten Frieden.“

Bitte um Mut, Unrecht nicht hinzunehmen

Die Landesbischöfin richtet einen Appell an Politik und Gesellschaft, den Einsatz für Frieden und Sicherheit nicht vom Einsatz für Menschenrechte zu trennen: „Es braucht Diplomatie. Aber: Diplomatie, die nicht an den Prinzipien von Recht, Gerechtigkeit und Freiheit orientiert ist, wird den Frieden nicht tragen“, sagt sie. „Wir bitten Gott um Frieden. Und wir bitten ihn zugleich um Mut: Mut, Unrecht nicht hinzunehmen. Mut, Menschen zu schützen. Und Mut, Wege zu suchen, die aus der Gewalt herausführen. Möge Gott den Menschen in der Ukraine Hoffnung und Kraft schenken.“

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