Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sendet Grüße zum Ramadan an muslimische Gemeinden

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.© Theresa Lange

17. Februar 2026 von Dieter Schulz

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat muslimischen Gemeinden in Norddeutschland in einem persönlichen Brief herzliche Grüße zum Fastenmonat Ramadan und zum Fest des Fastenbrechens übermittelt. In ihrem Schreiben betont sie den gemeinsamen Wunsch auf Gottes Worte zu hören, ruft zu Gerechtigkeit als Grundlage des Friedens auf und äußert Sorge über zunehmende Menschenfeindlichkeit und die Verunsicherung muslimischen Lebens in Deutschland.

Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat den muslimischen Gemeinden in Norddeutschland zum Beginn des Fastenmonats Ramadan und zum Fest des Fastenbrechens ihre herzlichen Grüße übermittelt. In einem persönlichen Brief wünschte sie den Gläubigen eine gesegnete und besinnliche Zeit der Einkehr, des Gebets und der Gemeinschaft. In ihre Grüße schloss sie ausdrücklich auch die Kirchenleitung der Nordkirche sowie die Kirchengemeinden, Dienste und Werke in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ein.

Ramadan und Passionszeit beginnen am selben Tag

In diesem Jahr beginnen die islamische und die christliche Fastenzeit am selben Tag, dem 18. Februar, hebt die Landesbischöfin hervor. Dieses Zusammentreffen sei etwas Besonderes: „Denn auch wenn sich unsere Weisen des Fastens unterscheiden, so verbindet uns der gemeinsame Wunsch, dass wir in dieser Zeit neu auf Gottes Worte hören.“ Die Fastenzeit sei eine geschenkte Zeit, in der Menschen sich innerlich und äußerlich neu ausrichten könnten – auf Gott und seine Botschaft.

„Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein“

Als biblisches Leitwort zitiert Kristina Kühnbaum-Schmidt Jesaja 32,17: „Der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird Ruhe und Sicherheit sein auf ewig.“ Sie verstehe diese Worte als Orientierung für die Gegenwart: „Ich höre diese Worte als Hinweis darauf, dass unser ganzes Bemühen auf Gerechtigkeit hin ausgerichtet sein soll. Gerechtigkeit ist der Grund und der Anfang des Friedens, den alle Menschen so dringend brauchen.“ Gerechtigkeit sei zudem die Bedingung dafür, dass Menschen nicht in Angst vor Kriegen leben müssten, sondern in Ruhe und Sicherheit. Zwar sei die Welt von dieser Vision derzeit weit entfernt, so die Leitende Geistliche der Nordkirche in ihrem Schreiben – als religiöse Menschen dürften Christinnen und Christen sowie Musliminnen und Muslime aber darauf hoffen, dass sie kein leeres Versprechen bleibe.

Sorge um die Sicherheit muslimischen Lebens in Deutschland

Besonders bewegt zeigt sich die die Landesbischöfin in diesem Jahr von der Sorge vieler Musliminnen und Muslime, dass sie und ihre Religion in unserem gemeinsamen Zuhause nicht sicher seien und „dass muslimisches Leben in unserem Land immer noch nicht selbstverständlich ist“. Im Gegenteil sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen „im Windschatten radikaler Parteien menschenverachtende Parolen nachsprechen“ und Positionen vertreten, die mit Gerechtigkeit und Frieden nichts zu tun hätten. Kristina Kühnbaum-Schmidt betont, es brauche demgegenüber sowohl den öffentlichen und politischen Einsatz gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit als auch Zeiten und Räume der inneren Einkehr, religiösen Gemeinschaft und Neuausrichtung.

Verbundenheit und Vertrauen als Zeichen der Hoffnung

Die Landesbischöfin wünscht sich, dass Ramadan und Passionszeit Zeiten des Nachdenkens und der Neubesinnung ermöglichen. Die Worte des Propheten Jesaja könnten dabei eine orientierende Begleitung sein – auf dem Weg des Friedens und der Gerechtigkeit. Zugleich verbindet sie damit die Hoffnung, dass „das kontinuierliche Gespräch und ein gemeinsamer Blick auf die anstehenden Herausforderungen unser gegenseitiges Vertrauen stärken möge“. Abschließend ruft Kristina Kühnbaum-Schmidt dazu auf, die kommenden Aufgaben in Verbundenheit und gegenseitigem Vertrauen zu begehen: „Möge Ihnen der Ramadan dafür die nötige Konzentration auf das Wesentliche schenken und mögen wir uns alle immer wieder daran erinnern, dass wir nur in Frieden und gegenseitigem Respekt unseren Glauben gemäß den Grundsätzen unserer Religionen frei und friedvoll leben können. Dafür lohnt es sich mehr denn je klar, besonnen und mutig einzustehen.“

Hintergrund Ramadan 

Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und gilt als heiliger Monat, in dem Musliminnen und Muslime weltweit fasten. In diesem Jahr beginnt er am 18. Februar mit dem Erscheinen der Neumondsichel und endet am Abend des 20. März. Der Ramadan erinnert an die Zeit, in der dem Propheten Mohammed der Überlieferung zufolge der Koran offenbart wurde. Der Monat steht im Zeichen der inneren Einkehr, des Gebets, der Solidarität und des sozialen Engagements. Das Fasten endet täglich mit dem gemeinsamen Abendessen (Iftar). Den Abschluss bildet das Fest des Fastenbrechens (arabisch: Id al-Fitr), umgangssprachlich auch „Zuckerfest“ genannt. 

 

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