Nahost-Konflikt

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und Ökumenewerk rufen zu Gebet und Fürbitte für die Menschen und Partner im Nahen Osten auf

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.© Theresa Lange

04. März 2026 von Dieter Schulz

Angesichts der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten rufen Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und das Ökumenewerk der Nordkirche die Mitglieder in den Gemeinden zu Gebet und Fürbitte für die Menschen im Nahen Osten und insbesondere die ökumenischen Partner der Nordkirche auf.

Die Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, und das Ökumenewerk der Nordkirche bitten die Mitglieder der Kirchengemeinden der Nordkirche in einem gemeinsamen Brief um anhaltendes Gebet und Fürbitte für die Menschen im Nahen Osten und für die langjährigen ökumenischen Partner der Nordkirche in der Region.

Begegnungen und wachsende Sorge

Vor wenigen Wochen hatte die Landesbischöfin gemeinsam mit Tobias Pfeifer, Beauftragter für den christlich-jüdischen Dialog und Referent für den Mittleren Osten im Ökumenewerk, das Heilige Land und Jordanien besucht. Anlass war die Einführung von Dr. Imad Haddad als Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, einer Partnerkirche der Nordkirche. Bei Begegnungen mit jüdischen, christlichen und muslimischen Initiativen – darunter die Hand-in-Hand-Schulen, Rabbis for Human Rights und das Parents Circle Families Forum – wurde die enge Verbundenheit deutlich. Viele dieser Partner erlebten nun erneut Angst, Unsicherheit und Bedrohung. Nicht zu allen sei derzeit Kontakt möglich. Viele der Gesprächspartnerinnen und -partner stünden der Landesbischöfin in diesen Tagen besonders vor Augen, heißt es in dem Brief an die Gemeinden.

„Da weinte Jesus“

Kristina Kühnbaum-Schmidt, Tobias Pfeifer und der Direktor des Ökumenewerkes der Nordkirche, Dr. Christian Wollmann, schreiben: „Die Bilder und Nachrichten vom Kriegsgeschehen im Nahen Osten lassen viele von uns derzeit nicht los. Wir hören von Eskalation, von wachsender Angst, von Luftangriffen und schutzsuchenden Menschen, von Ungewissheit und Angst, und wir hören zugleich von der Hoffnung auf Befreiung, auf neue und demokratische Anfänge, auf ein neues Miteinander in der Region ohne Gewalt und Terror.“ Die Landesbischöfin verweist auf das Wort aus dem Johannesevangelium: „Da weinte Jesus“ (Joh 11,35). Christus erkläre das Leid nicht, sondern teile es, so die Leitende Geistliche der Nordkirche. Auch das Psalmwort „Meine Augen sehen stets auf den HERRN“ (Ps 25,15) ermutige zu Hoffnung. „Gerade wenn wir ratlos sind, dürfen wir unseren Blick heben – nicht weg vom Leid, aber durch das Leid hindurch zu Gott. Gott bleibt nicht fern“, heißt es in dem Schreiben. 

Verbunden im Gebet und in der Verantwortung

In ihrem Brief bitten Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Christian Wollmann und Tobias Pfeifer die Mitglieder der Kirchengemeinden, in den Gottesdiensten und Andachten der nächsten Tage für die Menschen im Nahen Osten zu beten – ebenso für alle, die weltweit unter Krieg und Gewalt leiden. „Wir sind verbunden – im Gebet, in der Hoffnung und in der Verantwortung füreinander“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben mit Blick auf die ökumenischen Partner, die zurzeit große Unsicherheit und neue Bedrohungen erleben. „Lassen Sie uns nicht nachlassen im Gebet: Gib Frieden, Gott, gib Frieden.“

Die Fürbitte im Wortlaut

Gott des Lebens,
wir bitten dich für die Menschen im Nahen Osten.
Wir klagen dir die Ausbreitung der Gewalt,
die Trauer der Angehörigen,
die Angst der Kinder,
die Erschöpfung der Vielen.

Wir bitten dich, den mitleidenden und rettenden Christus:
Bleib nahe.
Bewahre vor weiterer Eskalation.
Schütze die Zivilbevölkerung.
Heile traumatisierte Seelen.
Gib den Verantwortlichen Weisheit und Besonnenheit.
Lass Waffen schweigen –
damit gerechter Friede wachsen kann.

Wir bitten dich insbesondere für unsere christlichen, muslimischen und jüdischen Partnerinnen und Partner.
Bewahre die Gemeinden.
Stärke ihren Einsatz und Willen zu Versöhnung und Frieden.
Du Gott des Friedens,
lass uns nicht abstumpfen,
sondern in Gebet und im Handeln verbunden bleiben.

Gib Frieden, Gott, gib Frieden.
Amen.

 

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