Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 4“ läuft zu erstem Einsatz aus:

Landesbischöfin sendet Segensgruß an die Besatzung

14. August 2020 von Claudia Ebeling, Carola Scherf

Schwerin (ce/cs). Kristina Kühnbaum-Schmidt, Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat der Besatzung des Seenotrettungsschiffes „Sea-Watch 4“ einen digitalen Segensgruß geschickt. Anlass für die Videobotschaft der Landesbischöfin aus dem Schweriner Dom ist der erste Einsatz des Schiffes im Mittelmeer, zu dem es am Samstag (15. August) ausgelaufen ist.

Die „Sea-Watch 4“ wird von dem zivilgesellschaftlichen Bündnis „United4Rescue“ entsendet, das auch von der evangelischen Kirche unterstützt wird.

In ihrer Botschaft sagte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „In der Nordkirche, der Kirche zwischen den Meeren, wissen viele Menschen, was es bedeutet, den Unbilden des Meeres ausgeliefert zu sein. Auch deshalb sind wir als Nordkirche von Beginn an Mitglied des Bündnisses ‚United4Rescue‘.“ Am Schluss der Videobotschaft bat die Landesbischöfin Gott um Segen für die Besatzung der „Sea-Watch 4“ und die Menschen, die sie an Bord nehmen wird: „Gottes Segen behüte und begleite euch auf eurer Reise. Gottes Kraft sei mit euch. Gottes Liebe schütze euch. Gott bewahre die Menschen, die an Bord der ‚Sea Watch 4‘ sein werden. Gottes Frieden sei bei euch.“

Das Bündnis „United4Rescue“ hebt anlässlich des ersten Einsatzes des Schiffes hervor: „Es ist höchste Zeit, dass die ‚Sea-Watch 4‘ endlich auslaufen kann. Die Situation auf dem Mittelmeer könnte dramatischer kaum sein: Obgleich so viele Bootsflüchtlinge wie lange nicht die gefährliche Überfahrt wagen, ist seit Wochen kein einziges Rettungsschiff mehr im Einsatz.“

Link zum Video-Segensgruß der Landesbischöfin auf dem YouTube-Kanal der Nordkirche:

https://youtu.be/3ZG5pp66xIw

Hintergrund:

In einer beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 verabschiedeten Resolution wurden die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und ihre Gliedkirchen aufgefordert, ein Seenotrettungsschiff ins Mittelmeer zu schicken. Nach gründlichen Beratungen hatten Rat und Synode der EKD Anfang November beschlossen, sich dieser Aufgabe im Rahmen eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses zu stellen.

Im Dezember konstituierte sich für das Projekt der freie Trägerverein „United4Rescue“. Ihm gehören mittlerweile mehr als 550 Einrichtungen aus Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Religion an. Der Verein fordert die Verantwortlichen in der europäischen Staatengemeinschaft auf, das Recht auf Seenotrettung zu respektieren und wieder umzusetzen. Er wendet sich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und fordert faire Asylverfahren für Menschen, die nach Europa fliehen. Die Entsendung der „Sea-Watch 4“ ist das erste Projekt des Bündnisses.

Das Schiff war bis Ende 2019 als Forschungsschiff „F.S. Poseidon“ eingesetzt. Eigner des Schiffes war das Land Schleswig-Holstein; betrieben wurde es vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR). Das Schiff wurde 1976 gebaut, ist über 60 Meter lang und 11 Meter breit. Im Januar 2020 hatte United4Rescue den Kauf ermöglicht.

 

 

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