Landesbischöfin verbindet Grüße zum Ramadan mit Hoffnung auf Barmherzigkeit, Frieden und Versöhnung in Israel und Palästina

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.                               Foto: Nordkirche/Thomas Müller
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Foto: Nordkirche/Thomas Müller

08. März 2024 von Dieter Schulz

Zum am Sonntag (10. März 2024) beginnenden Fastenmonat Ramadan sendet Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt den muslimischen Gemeinschaften die Grüße der Nordkirche. In diesem Jahr seien ihre Gedanken und Gebete in besonderer Weise bei den vielen leidenden Menschen in Israel und Palästina.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat anlässlich des Beginns des Ramadan Grüße an die leitenden Persönlichkeiten in den muslimischen Gemeinschaften und an alle muslimischen Gläubigen der muslimischen Gemeinschaften versandt. „Zum Fastenmonat Ramadan grüße ich Sie sehr herzlich! Ich verbinde meine Friedenswünsche mit den Grüßen der Kirchenleitung und unserer Gemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland“, schreibt die Landesbischöfin in einem Brief, dem sie Psalm 119, 105 voranstellt hat: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Sorgen und Gebete bei den vielen leidenden Menschen in Israel und Palästina

Sie könne ihre persönliche Sehnsucht nach Frieden kaum in Worte fassen, so die Vorsitzende der Kirchenleitung in ihrem Schreiben. „Meine Gedanken, Sorgen und Gebete sind aktuell in besonderer Weise bei den vielen leidenden Menschen in Israel und Palästina. Zu meinem tiefen Entsetzen ist die jahrzehntelange Spirale der Gewalt dort auf eine Art und Weise eskaliert, wie ich sie mir in meinen schlimmsten Befürchtungen nicht vorzustellen vermochte“, schreibt Kristina Kühnbaum-Schmidt.  „Ich wünsche sehr, dass der Ramadan für alle Beteiligten eine Zäsur bedeutet, die ins Nachdenken führt und darin mündet, die entführten Geiseln freizulassen, Zivilisten zu verschonen und weiteres Leid zu verhindern.“

Hoffnung, dass Religionen zu Barmherzigkeit, Frieden und Versöhnung beitragen

Weiter schreibt die Leitende Geistliche der Nordkirche: „Ich hoffe darauf, dass das Anliegen des Ramadan als Monat der Enthaltsamkeit, des Innehaltens und der Ruhe viele Menschen inspiriert. Das Psalmwort, mit dem ich meinen Brief an Sie dieses Jahr überschrieben habe, erinnert daran, dass wir unsere menschlichen Wünsche und Vorstellungen nicht mit den Wegen verwechseln dürfen, auf die der Gott Abrahams uns ruft.“ Das gelte besonders beim Thema Krieg und Frieden, erklärt die Landesbischöfin. „Wenn Gottes Wort unseres „Fußes Leuchte“ und „Licht“ auf unserem Weg wird, müssen Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Frieden, Versöhnung und Verständnis füreinander unsere Ziele sein.“

Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus klar entgegentreten

In ihrem Schreiben betont Kristina Kühnbaum-Schmidt: „Vor uns liegen Ramadan und der Osterfestkreis. Mögen der Trost und die Verheißung, die diese für unseren jeweiligen Glauben so wichtigen Zeiten für uns bereithalten, dabei helfen, den Auswirkungen des Krieges in Israel und Palästina auch hier in Deutschland bewusst zu begegnen. Dabei denke ich vor allem daran, dem wachsenden Antisemitismus und der Zunahme von antimuslimischem Rassismus klar entgegenzutreten.“ Sie zeigte sich davon überzeugt, dass die theologischen Unterschiede zwischen den Religionen eine Chance sein könnten, voneinander zu lernen und einander mit den jeweiligen Glaubenserfahrungen zu bereichern.

Gemeinsam Wege des Friedens finden und beschreiten

Die Landesbischöfin schließt ihren Brief mit dem Wunsch, dass die beiden Festzeiten Ramadan und Osterfestkreis die Blicke dafür schärfen mögen, noch intensiver auf Gottes Wort zu hören. „Ich vertraue darauf, dass in dieser Hinwendung die entscheidenden Wegweiser vorhanden sind, Wege des Friedens zu finden und zu beschreiten. Lassen Sie uns diese Wege gemeinsam gehen!“, betont sie und wünscht den muslimischen Gemeinschaften einen „Gesegneten Ramadan“.

Hintergrund Ramadan

Der islamische Fastenmonat Ramadan ist eine besondere Zeit für Muslime weltweit, er ist der neunte Monat im islamischen Jahr. Nach muslimischem Glauben hat Gott in diesem Monat das heilige Buch des Islam, den Koran, durch den Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammad offenbart. Muslime fasten und beten in dieser Zeit, um ihren Glauben zu stärken und sich auf Gott auszurichten.

Der Ramadan findet nicht zu einer festen Jahreszeit statt. Er orientiert sich an dem kürzeren Mondkalender und nicht wie der weltweit am gebräuchlichsten gregorianische Kalender an der Sonne. Deswegen rückt er jedes Jahr elf Tage nach vorne. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 10. März und endet am 9. April.

Der Fastenmonat steht ganz im Zeichen der inneren Einkehr, der Enthaltsamkeit, des sozialen Engagements und der persönlichen Läuterung. Der Ramadan gilt deshalb auch als Monat der guten Taten.

Das Fasten dauert von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In dieser Zeit verzichten Muslime auf Essen und Trinken. Ausnahmen gibt es für Kranke, Reisende, Schwangere, ältere Menschen und Frauen während der Menstruation. Wem es möglich ist, der kann die Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr nachholen. 

Nach Sonnenuntergang brechen Muslime das Fasten mit dem traditionellen Iftār. Dazu essen sie eine ungerade Anzahl an Datteln und trinken einen Schluck Wasser. In vielen muslimisch geprägten Ländern geht es während des Tages deutlich ruhiger zu und das öffentliche Leben verschiebt sich in die Nacht. 

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