Evangelische Christinnen und Christen im Norden feiern Erntedank

Landeserntedankfeste und Gottesdienste am 2. Oktober

Üblicherweise wird zu den Erntedankgottesdiensten in den Kirchen der Altar und während der Erntedankfeierlichkeiten das Festgelände symbolisch mit ausgewählten Erträgen der Ernte geschmückt.
Üblicherweise wird zu den Erntedankgottesdiensten in den Kirchen der Altar und während der Erntedankfeierlichkeiten das Festgelände symbolisch mit ausgewählten Erträgen der Ernte geschmückt. © PEK / Sebastian Kühl

26. September 2022 von Susanne Gerbsch, Annette Klinkhardt

Lütau/Ferdinandshof. Mit Gottesdiensten und geschmückten Altären erinnern die rund 1.000 Kirchengemeinden der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) am Erntedanksonntag (2. Oktober) daran, dass die Fülle der Natur, die Gaben der Schöpfung und die Früchte der Arbeit vieler Menschen keine Selbstverständlichkeit sind. In diesem Jahr werden dabei auch die Folgen der Dürre sowie des Angriffskrieges auf die Ukraine besonders im Blick sein.

In Kirchen und Kapellen sind am Erntedanksonntag die Altäre mit Obst, Gemüse, Brot, Getreide sowie anderen Früchten und landwirtschaftlichen Produkten geschmückt. In den Bundesländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern finden die traditionellen Landeserntedankfeste statt. Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck) und Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern) predigen jeweils in den Gottesdiensten zur Eröffnung.

Landeserntedankfeste in Lütau und in Ferdinandshof

Bischöfin Fehrs nimmt im Vorwege des Erntedankfestes die weltweit komplexe Krisensituation in den Blick: „Der Krieg gegen die Ukraine und die daraus resultierenden, desaströsen wirtschaftlichen Folgen bringen auch hierzulande Menschen und Betriebe in existenzielle Nöte. Das Erntedankfest lehrt uns innezuhalten. Denn Danken zu können auch in schwieriger Zeit – das ist eine Haltung, die die Seele vor Resignation schützt und Bitterkeit. Erntedank heißt wahrnehmen, dass nichts in unseren Leben selbstverständlich ist und dass uns der Segen der Natur reich beschenkt. Kostbares Brot und jeder Apfel – sie sollen uns für den jetzt so nötigen Zusammenhalt stärken und Kraft geben in dieser Zeit.“

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lütau (Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg) lädt am Erntedanksonntag um 11 Uhr zu einem Erntedank- Festgottesdienst ein unter dem Motto „Das Gute liegt nah“. Die Landjugend des Herzogtums Lauenburg bindet die traditionelle Erntekrone und wird diese vor Beginn des Gottesdienstes an Bischöfin Kirsten Fehrs überreichen.

Im Anschluss wenden sich der Landwirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Klaus-Peter Lucht, die Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein, Ulrike Röhr, und der Bürgermeister der Gemeinde Lütau, Jürgen Awe, mit Grußworten an die Festgemeinde.

Bischöfin Fehrs weiht um 13 Uhr die neue Heizanlage der Kirchengemeinde Lütau aus regenerativen Energien ein, die seit Kurzem Kirche, Pastorat und Kindertagesstätte mit Wärme versorgt. Um 13.30 Uhr startet der Ernteumzug mit buntgeschmückten Wagen durch die Gemeinde Lütau.

Das Landeserntedankfest im östlichen Sprengel der Nordkirche wird abwechselnd in Mecklenburg und Pommern gefeiert – diesmal in Ferdinandshof in der Propstei Pasewalk (Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis). Rund um das 31. Landeserntedankfest veranstaltet die Gastgebergemeinde vom 30. September bis zum 3. Oktober gleich an ein ganzes Festwochenende.

Der ökumenische Gottesdienst am Sonntag, 2. Oktober, um 10 Uhr in der Trinitatiskirche (Scharmützelkirche) wird live auf die Freilichtbühne auf dem Festgelände übertragen. Es predigt Bischof Tilman Jeremias. Propst Andreas Haerter, Pastor Johannes Staak und der katholische Pfarrer Marek Malesa gestalten den Gottesdienst gemeinsam mit dem Kirchenchor Ueckermünde und Bläsern aus der Region.

Die Erntekrone, die Landfrauen der Uecker-Randow Region in vielen Stunden gebunden haben, wird nach dem Gottesdienst der Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg Vorpommern überreicht. Manuela Schwesig nimmt am Gottesdienst teil und spricht direkt im Anschluss in der Kirche ein Grußwort. Gegen 11 Uhr  setzt sich der Festumzug in Bewegung.

Bischof Tilman Jeremias sagt: „Wir danken Gott für all das Gute, das wir essen und trinken, was uns wärmt und erfrischt. Wir danken Gott für den Boden, den er uns anvertraut hat, und für die Fruchtbarkeit des Landes, Gottes Geschenk an uns. ‚Das Land ist mein‘, sagt Gott im Buch Leviticus im Alten Testament. Wir sind Pächterinnen und Pächter des Bodens und tragen Verantwortung für seinen Erhalt. Die aktuelle Krise zeigt, welche Weisheit in diesen biblischen Sätzen liegt: Der Boden und seine Früchte können und dürfen keine Spekulationsobjekte sein. Gott hat den Boden geschaffen, damit Mensch und Tier Nahrung haben.“

Auch Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, wird am Sonntag, 2. Oktober, um 10 Uhr im Erntedankgottesdienst im Schleswiger St. Petri-Dom predigen.

Den vielfältigen Erntedankgottesdiensten, die in der Nordkirche am 2. Oktober gefeiert werden, liegt das religiöse Grundanliegen zugrunde, dass jede Ernte eine Gabe Gottes ist und wir unser tägliches Brot der Natur und menschlicher Anstrengung – und darin zugleich der Liebe Gottes verdanken. Das Erntedankfest erinnert daran, mit denen zu teilen, die weniger haben.

Hinweis an die Redaktionen:
Sie sind herzlich zur Berichterstattung vor Ort eingeladen. Bitte melden Sie sich bis Freitag, 30. September 2022, 12 Uhr, bei: 

Susanne Gerbsch, Presse- und Medienreferentin in der Bischofskanzlei Hamburg,
susanne.gerbsch@kommunikation.nordkirche.de
Tel.: 040 369002-23, Mobil: 0151 5432 70 30;

Annette Klinkhardt, Presse- und Medienreferentin in der Bischofskanzlei Greifswald,
Tel.: 03834 7718520, Mobil: 0170 4525672; annette.klinkhardt@kommunikation.nordkirche.de

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