Beginn am Donnerstag

Landessynode der Nordkirche: Tagung setzt Schwerpunkt mit Workshop „Argumentieren gegen rechte Parolen“

Präses Anja Fährmann
Präses Anja Fährmann© privat

18. Februar 2026 von Dieter Schulz

Die Landessynode der Nordkirche befasst sich auf ihrer Tagung vom 19. bis 21. Februar 2026 in Lübeck-Travemünde mit dem Klimaschutzbericht, Transformationsprozessen, dem Haushalt 2026/2027 und mehreren Kirchengesetzen. Ein Schwerpunkt bildet zudem der Workshop „Argumentieren gegen rechte Parolen“.

Am ersten Sitzungstag der am Donnerstag (19. Februar 2026) beginnenden 4. Tagung der III. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) setzen die Synodalen einen besonderen Schwerpunkt. Mit einem Workshop unter dem Titel „Argumentieren gegen rechte Parolen“ geht es um Haltung, Sprache und Strategien, wie man im Alltag laut werdendem Hass und Hetze entgegentreten kann. „Die Landessynode ist die größte demokratische Kontaktfläche der Nordkirche. Hier treffen die unterschiedlichsten Lebenswirklichkeiten aufeinander. In der Zeit, in der wir leben, wollen wir als Präsidium diese Fläche, diesen Raum nutzen: nicht nur, um christliche und demokratische Werte auf unseren Tagungen zu leben, sondern auch, um Menschen zu stärken, für diese Werte immer wieder einzutreten. Dann, wenn es schwer wird – nämlich außerhalb der eigenen ‚Bubble‘“, erklärt die Präses der Landessynode, Anja Fährmann.

Synodale üben Strategien gegen Hass und Hetze im Alltag

„Deshalb werden wir in unserer Legislatur immer wieder Gäste einladen, um uns gemeinsam stark zu machen. Bei dieser Tagung lernen wir mit dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus (der AWO Schleswig-Holstein) Strategien, wie wir rechtsextremen Parolen und Ideologien im Alltag etwas entgegensetzen können: sprachfähig werden, um die Stimme zu erheben – in unserer Verantwortung als Christinnen und Christen, als kleine Demokratiezellen in dieser Welt, in der die Fliehkräfte an uns allen zerren.“ Während des Workshops üben die Synodalen in Kleingruppen gemeinsam mit dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck (RBT) konkrete Gesprächssituationen und Argumentationen.

Im Fokus: Berichte zu Transformationsprozessen in der Nordkirche

Im Fokus der Tagung stehen zudem Berichte zu Transformationsprozessen in der Nordkirche. Am Freitag bringt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt als Vorsitzende der Kirchenleitung den Klimaschutzbericht ein und wird aufzeigen, wie weit die Nordkirche im Hinblick auf das Ziel gekommen ist, bis 2035 die Treibhausgasemissionen um 90 Prozent zu reduzieren. Bis 2045 sollen die Emissionen auf null sinken.

Nach der Aussprache zum Klimaschutzbericht hören die Synodalen den Bericht zum 2025 gegründeten Energiewerk der Nordkirche. Weitere Themen sind der Bericht zum Kirchlichen Entwicklungsdienst sowie der Bericht aus dem Sprengel Schleswig und Holstein. Im Rahmen des Zukunftsprozesses beraten die Synodalen zum Pröpstlichen Amt und zum Priorisierungsprozess. Neben der Haushaltsberatung 2026/2027 befasst sich die Landessynode außerdem mit Nachwahlen in einige Gremien und mit vier Kirchengesetzen.

Hinweise an die Redaktionen

Im Portal der Landessynode finden Sie Tagesordnung, Verlaufsplan und aktuelle Dokumente zur Tagung:

https://www.nordkirche.de/portal-der-landessynode/tagungen/4-tagung-19-21-februar-2026

Die Sitzung der III. Landessynode wird ab Donnerstag, 19. Februar 2026, 10:30 Uhr im Livestream auf nordkirche.de übertragen. Dort finden Sie im Verlauf der Tagung auch die weiteren Pressemitteilungen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass während des Workshops „Argumentieren gegen rechte Parolen“ und der Kleingruppenübungen mit dem RBT der Livestream ausgeschaltet wird. Eine Bild- oder Bewegtbild-Berichterstattung, die eine Identifizierung der Mitglieder des RBT Lübeck ermöglicht, ist nicht zulässig.

Hintergrund: Die Landessynode der Nordkirche

Die Landessynode ist das Kirchenparlament und damit das verfasste Leitungsgremium der Nordkirche. Sie wird gemeinsam mit der Kirchenleitung und der Landesbischöfin in Verantwortung für die Landeskirche tätig. Die Synode verkörpert die Einheit und Vielfalt der Kirchengemeinden, der Kirchenkreise sowie der Dienste und Werke. Sie berät und beschließt über alle Angelegenheiten der Nordkirche im Rahmen des geltenden Rechts.

Die Landessynode besteht aus 156 stimmberechtigten Mitgliedern; dazu kommen acht Delegierte mit Rede- und Antragsrecht. 122 Synodale werden von den dreizehn Kirchenkreisen gewählt, darunter Ehrenamtliche, Pastorinnen und Pastoren sowie Mitarbeitende. 34 Synodale kommen aus den Diensten und Werken der Nordkirche, den Theologischen Fakultäten der Universitäten Greifswald, Kiel, Rostock und Hamburg oder werden durch die Kirchenleitung berufen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Nordschleswigschen Gemeinde in Dänemark sowie die Jugenddelegierten haben kein Stimmrecht.

 

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