Nordkirche beschließt Kirchengesetze, Haushalt und sieht sich bei Klimazielen auf Kurs
21. Februar 2026
Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat ihre 4. Tagung in Lübeck-Travemünde mit wichtigen Beschlüssen beendet. Verabschiedet wurden mehrere Kirchengesetze, der Doppelhaushalt 2026/27 sowie wegweisende Maßnahmen zum Klimaschutz.
Am letzten Sitzungstag der 4. Tagung hat die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) vier Kirchengesetze in zweiter Lesung endgültig verabschiedet. Dadurch wurden unter anderem Fragen des Stiftungsrechts, der Begleitung von Pastorinnen und Pastoren im Probedienst sowie der Möglichkeit, Kirchengemeinderäte für zusätzliche Mitglieder zu öffnen, geregelt.
Engagiert um Lösungen gerungen
„Die Synodalen haben drei Tage lang engagiert, teilweise auch sehr komplexe Themen diskutiert und verantwortungsvoll um tragfähige Lösungen gerungen“, zieht die Präses der Landessynode, Anja Fährmann, Bilanz. Sie dankte allen Beteiligten für die intensive Vorbereitung und die konstruktive Atmosphäre der Beratungen. „Unsere Beratungen waren von gegenseitigem Respekt, Ernsthaftigkeit und dem gemeinsamen Willen getragen, gute Entscheidungen für die Zukunft unserer Kirche zu treffen. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Gerade angesichts tiefgreifender gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen sei es ein wichtiges Signal, dass die Synode handlungsfähig bleibe und verlässlich Verantwortung übernehme, so die Präses.
Nordkirche bei Klimaschutz auf Kurs
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt stellte den Klimaschutzbericht 2023/24 vor und hatte eine gute Nachricht: 2024 sanken die Emissionen im Gebäudebereich im Vergleich zum Referenzzeitraum 2019–2021 um 30 Prozent auf 45.690 Tonnen CO₂. Damit ist die Nordkirche voll auf Kurs, ihre Klimaschutzziele zu erreichen. Bis 2035 sollen die Emissionen um 90 Prozent reduziert werden, bis 2040 ist Treibhausgasneutralität das Ziel. Der Wärmeverbrauch ging um 28 Prozent, der Stromverbrauch um elf Prozent zurück; 70 Prozent des Stroms stammen inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Zudem wurde bereits die Hälfte der mit Pkw zurückgelegten Kilometer vollelektrisch gefahren. Kristina Kühnbaum-Schmidt betonte: „Ökologische Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind Teil unserer Schöpfungsverantwortung.“
Haushalt 2026/27 beschlossen
Die Nordkirche rechnet für die beiden Jahre mit Gesamteinnahmen in Höhe von jeweils rund 596 Millionen Euro. Die Kirchenkreise sollen in diesem und im kommenden Jahr jeweils rund 340 Millionen Euro, die Landeskirche rund 78 Millionen Euro erhalten. Um den finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre besser begegnen zu können, beschlossen die Synodalen, dass die Kirchenleitung spätestens bis zur Synode vor dem nächsten Haushaltsbeschluss eine ausgeglichene mittelfristige Finanzplanung vorlegen soll. Diese soll unter anderem durch ein Nutzungskonzept für landeskirchliche Immobilien, eine mittelfristige Personalplanung sowie Strukturveränderungen im Rahmen des Zukunftsprozesses unterlegt werden.
Berichte zum Transformationsprozess
Im Rahmen des Zukunftsprozesses berieten die Synodalen Berichte und künftige Schritte zur Weiterentwicklung des Pröpstlichen Amtes sowie zum Priorisierungsprozess. Außerdem beschäftigte sich die Landessynode mit den Berichten von Bischöfin Nora Steen aus dem Sprengel Schleswig-Holstein, zum Kirchlichen Entwicklungsdienst (KED), des Digitaldirektors, der Stabsstelle Prävention – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt – sowie der Stiftung Altersvorsorge.
„Argumentieren gegen rechte Parolen“
Am ersten Tag es ging es in einem besonderen Schwerpunkt um Haltung, Sprache und Strategien, wie man im Alltag laut werdendem Hass und Hetze entgegengetreten kann. In einem Workshop unter dem Titel „Argumentieren gegen rechte Parolen“ übten die Synodalen gemeinsam mit dem Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck (RBT) in Kleingruppen konkrete Gesprächssituationen und Argumentationen.
Hinweis an die Redaktionen
Die Tagungsunterlagen sowie die Berichte finden Sie unter dem Link 4. Tagung
