19. Tagung der Landessynode beendet

Nordkirche bündelt Kräfte im Arbeitsfeld Ökumene

Blick auf die Tagung: Die Synode berät in diesem November unter anderem über die Gründung eines Ökumenewerks.
Blick auf die Tagung: Die Synode berät in diesem November unter anderem über die Gründung eines Ökumenewerks. © Susanne Hübner, Nordkirche
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischöfin Nora Steen und Bischof Tilman Jeremias beim Verlesen des Wortes des Bischofsrates vor der Landessynode. Foto: Susanne Hübner
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischöfin Nora Steen und Bischof Tilman Jeremias beim Verlesen des Wortes des Bischofsrates vor der Landessynode. Foto: Susanne Hübner

25. November 2023 von Dieter Schulz

Die Landessynode der Nordkirche hat am Samstag (25. November 2023) die Gründung eines Ökumenewerkes beschlossen. Am Tag zuvor hatte die Synode gemeinsam mit dem Bischofsrat ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern bekundet.

Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat am Abschlusstag ihrer Novembertagung in Lübeck-Travemünde am Samstag (25. November 2023) das Arbeitsfeld Ökumene neu geordnet. Ab 2024 werden die internationalen Beziehungen zu Partnerkirchen und ökumenischen Einrichtungen weltweit, der interreligiöse Dialog sowie die Stipendien- und Freiwilligenprogramme in einem neugegründeten selbständigen Ökumenewerk gebündelt. Zudem sind dem neuem Ökumenewerk nun alle Arbeitsfelder zugeordnet, die sich mit den Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung beschäftigen. Dazu zählen unter anderem die Büros der Flüchtlingsbeauftragten, der Ökumenebeauftragten mit dem Referat für interkulturelle Kirchenentwicklung sowie für Umwelt- und Klimaschutz. Bislang nehmen das rechtlich selbstständige Zentrum für Mission und Ökumene sowie rechtlich unselbstständige Dienste und Werke diese Aufgaben wahr. Der Kirchliche Entwicklungsdienst (KED) wird ein eigenes unselbständiges Werk im Hauptbereich Mission und Ökumene.

„Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen ist christlicher Auftrag!“

Zum Auftakt hatte die Landessynode gemeinsam mit dem Bischofsrat zu Beginn ihrer Tagung am Freitag (24. November 2023) ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern bekundet. In einem Wort des Bischofsrats wurde ausdrücklich das Bestreben der Landesregierung Schleswig-Holsteins unterstützt, den Schutz jüdischen Lebens in die Verfassung mit aufzunehmen, so wie es in Hamburg seit Anfang 2023 schon der Fall ist. Die Nordkirche wünsche, dass Mecklenburg-Vorpommern diesem Bestreben folgen möge. Die Präses der Landessynode Ulrike Hillmann erklärte: „Wir versichern unsere uneingeschränkte Solidarität. Es beschämt mich, uns alle, dass nach dem barbarischen Überfall der Hamas auf israelische Zivilisten, auf unschuldige alte und junge Männer und Frauen, auf Jugendliche, Kinder, Babys, schwangere Frauen, hier in Deutschland antisemitische Äußerungen laut werden, dass es verbale wie tätliche Übergriffe auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürgern gibt, sie ihren Glauben wieder nur versteckt oder unter Polizeischutz ausüben können."

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt betonte, dass sie mit bedrängender Sorge erlebe, dass sich Jüdinnen und Juden in unserem Land erneut nicht sicher fühlen, dass antisemitische Vorfälle und Straftaten zunehmen. „Für uns im Bischofsrat ist klar: Das alles ist unerträglich und in keiner Weise zu akzeptieren. Es gilt, Antisemitismus und Judenhass klar entgegenzutreten und die unverbrüchliche Liebe und Treue Gottes zu seinem Volk Israel und unsere bleibende Verbundenheit mit ihm zu bezeugen“, erklärte die Landesbischöfin.

Weitere Berichte im Fokus

Zudem standen am Abschlusstag der Synodentagung mehrere Berichte auf der Tagesordnung. Zunächst gab Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, ihren Sprengelbericht. In ihrem Rückblick auf die Ereignisse und Entwicklungen in den zurückliegenden zwölf Monaten sagte Bischöfin Fehrs: „Es braucht gute Hoffnung, die Beine bekommt. Eine Haltung, die den Frieden tapfer erbittet. Sich nach ihm streckt. Ja, die den Frieden ersehnt, weil sie die Erinnerung als Kultur pflegt. Eine Haltung der Einfühlsamkeit auch, die uns zum Menschen macht – Demut gehört zu dieser Haltung, Liebe, die ja immer einem anderen gilt, und die unabdingbare Achtung vor dem Leben, insbesondere wenn es verletzt ist, entwürdigt, prekär.“ 

Ebenfalls hörten die Synodalen die Berichte zum Tourismusfonds, zur Verwendung der Energiepauschale sowie aus den Hauptbereichen und wählten die Besetzung verschiedener Gremien nach.

Die 20. Tagung der Landessynode findet vom 22. bis zum 24. Februar 2024 in digitaler Form statt. 

Hinweis für die Redaktionen

Das Wort des Bischofsrates „Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen ist christlicher Auftrag!“ steht für Sie unter folgenden Link „Wort des Bischofsrates“ zum Download zur Verfügung.

Weitere aktuelle Dokumente zur Tagung finden Sie im Portal der Landessynode: https://www.nordkirche.de/portal-der-landessynode/tagungen/19-tagung-24-und-25112023

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